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Leselupe.de > Feste Formen
Haiku
Eingestellt am 31. 01. 2008 13:55


Autor
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Christel Tjoa
Wird mal Schriftsteller
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Haiku


Natur

Feucht und kalt die Luft,
Regen prasselt vom Himmel.
Steig schnell ins Auto.


Sturm zieht ├╝bers Land.
Regen wird vom Wind gepeitscht,
sitze im Trocknen.


Spielzeug f├╝r den Wind,
Bl├Ątter, Zweige und ├äste
wirbeln durch die Luft.


Glitzern und Funkeln
der Wassertropfen im Licht
des Mondes, lautlos.


Schnee auf den Bergen,
im Tal ist klirrender Frost.
Eiskalt die H├Ąnde.


Verschneite Landschaft.
Der Wind weht Schnee vom Dach fort,
lauter Kristalle.


Sternenstaub rieselt
vom Mond herrlich beleuchtet,
glitzernd zur Erde.



Gef├╝hle/Freundschaft

Ich vertraue dir,
mein Buch ist aufgeschlagen,
lies langsam darin.


Nimm mich an die Hand,
f├╝hre mich durch das Leben,
zeige mir dein Ich.


Ein liebes Zwinkern,
Aufmunterung zwischendurch.
Der Tag ist leichter.


Du, meine Seele,
schwingen im Takt der Schritte.
Tanz beider Herzen.


Lausche in die Nacht,
das Bett neben mir ist leer.
Es fehlt dein Herzschlag.













Version vom 31. 01. 2008 13:55

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Beba
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo,

ich frage mich, weshalb du hier eine ganze Sammlung Haiku einstellst? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich hier viele finden, die nun Haiku f├╝r Haiku kommentieren.
Ich pers├Ânlich sehe ein Haiku wie einen anderen lyrischen Text auch. Man sollte ihn auch geb├╝hrend behandeln und einzeln einstellen. Dann wei├č der Leser, worum es dir geht.

Oder habe ich deine Intention einfach nicht verstanden?

Ciao,
Bernd

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Christel Tjoa
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Haiku

Hallo Bernd,
ich bin noch ganz "frisch" dabei. Die Sammlung Haiku war sozusagen meine "Bewerbung" f├╝r die Leselupe.
Ich gebe dir Recht, jedes Haiku sollte f├╝r sich betrachtet und geb├╝hrend behandelt werden.
Ich nehem deinen Tipp gerne auf und werde k├╝nftig die Haiku einzeln einstellen.
Vielleicht hast du ja Zeit und Lust, das eine oder andere Haiku von mir zu kommentieren/zu bewerten.
W├╝rd mich freuen, von dir zu h├Âren...
Tschau, Christel

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Hallo Christel

Ein Auszug aus Wikipedia:
"Dietrich Krusche nennt Prinzipien, die im Regelfall f├╝r das Haiku gelten: Ein Haiku ist konkret. Gegenstand des Haiku ist ein Naturgegenstand au├čerhalb der menschlichen Natur. Abgebildet wird eine einmalige Situation oder ein einmaliges Ereignis. Diese Situation bzw. dieses Ereignis wird als gegenw├Ąrtig dargestellt. Im Haiku findet sich ein Bezug zu den Jahreszeiten.[2]

Dem Bezug auf die Jahreszeit dienen Kigo, spezielle W├Ârter oder Phrasen, die in Japan allgemein mit einer bestimmten Jahreszeit in Verbindung gebracht werden.

Die dargestellten Dinge sind Repr├Ąsentanten erlebter Momente und der damit verbundenen Gef├╝hle. Die Natur spiegelt die Seele. Objekte werden stellvertretend und symbolhaft benutzt. Ein Bild als Beispiel: Fallende Bl├Ątter, Assoziation: Herbst, Gef├╝hl: Melancholie. Dar├╝ber hinaus verweisen einige Autoren der betrachtenden Literatur auf eine weitergehende, noch kulturspezifischere Symbolik. Bestimmte Objekte stehen ihrer Meinung nach stellvertretend f├╝r religi├Âse, gesellschaftliche und philosophische Themen. So nennt Bodmershof[3] beispielhaft den herabst├╝rzenden Regen als Symbol des Todes oder das Haus als Symbol des irdischen K├Ârpers."

Demzufolge steht hier nicht ein einziges Haiku. Nein, nicht eines. Schlimm ist das folgende Verslein:

Sternenstaub rieselt
vom Mond herrlich beleuchtet,
glitzernd zur Erde.

Was ist ├╝berhaupt Sternenstaub und kann er rieseln? Das ist sinnloser, naiver Kitsch. Wohlklingend aber v├Âllig sinnfrei - fast schon eine schlechte Karikatur eines Haiku.

Gruss

J├╝rgen






__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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JoteS
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Hallo Christel

Es ging mir ├╝berhaupt nicht um Tradition. Nur: Du betreibst Etikettenschwindel. Auch gibt es f├╝r nicht Naturbezogene Japan-Style-Dichtung eines eigene Bezeichnung: Senryu.

Was den Sternenstaub betrifft, so widerspricht die metaphorische Verwendung des selben dem Gebot, sich im Haiku einer einfachen und direkten Sprache zu bedienen. ├ťberhaupt halte ich dieses Wort in 99.99% der F├Ąlle f├╝r eine Art lyrische Maggi-W├╝rze. Passt ├╝berall irgenwie rein, aber ein guter Koch benutzt sie nicht.

Seltsam finde ich ├╝brigens auch das eine "Haiku", in dem Du ├╝ber Berg und Tal zu den kalten H├Ąnden kommst und in dem der Frost klirrt. Schrecklich. Europ├Ąisches, metaphorisches Klirren, statt des Augenblicks und der Konzentration auf einen Punkt der grosse Kameraschwenk ├╝ber die weite Landschaft und zu schlechter letzt die klammen Finger des Autors. Da ist das Bild dummerweise gr├Âsser als die Aussage, was Sinn und Geist des Haiku ins Gegenteil verkehrt.

Andere Verse sind nicht nur schlicht, sondern einfach nur banal und einer l├Ąsst den Leser sogar fast buchst├Ąblich intellektuell auf dem Trockenen sitzen.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass ich gr├Âsstenteils formal schwache und nichtssagende Kurzlyrik gelesen habe, die vielleicht im Einzelnen nicht die Tiefstwertung verdient aber der schnell ins Auto steigende, klirrende und im Trockenen sitzende Sternenstaub, der lautlos im Mondlicht w├Ąssrig funkelt, der hats in der Summe verdient. Sorry.

Gruss

J├╝rgen
__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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Duisburger
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Hallo Christel

Haikus wie Senryu verzichten ├╝brigens ganz auf Methapern. Sie ├Ąussern sich, wie schon richtig angemerkt, in einer einfachen, direkten Sprache.
Ich muss zugeben, dass ich zu deutscher Haikudichtung ein gespaltenes Verh├Ąltnis habe, auch wenn ich schon selber solche schrieb. Oft habe ich das Gef├╝hl, das sich in der Haikudichtung viele tummeln, denen eigentlich das lyrische per se vollkommen abgeht, die aber Haikus in Massen produzieren und ab und an doch einmal mehr durch Zufall eine Perle zu produzieren, ohne sich beim Schreiben dessen bewusst zu sein. Zuf├Ąllige Qualit├Ąt in der Quantit├Ąt.
Das ist nun nicht auf dich gem├╝nzt.
Die Qualit├Ąt deiner Werke will ich hier gar nicht beurteilen, da bin ich voreingenommen. Was aber zumindest bei diesen Miniwerken dem Leser geschuldet, ist die korrekte Rechtschreibung. Bei dir nur Kleinigkeiten.

quote:
Natur

Feucht und kalt die Luft,
Regen prasselt vom Himmel.
Steig schnell ins Auto. >> Auto = Natur?


Sturm zieht ├╝bers Land.
Regen wird vom Wind gepeitscht,
sitze im Trocknen.


Spielzeug f├╝r den Wind,
Bl├Ątter, Zweige und ├äste
wirbeln durch die Luft.


Glitzern und Funkeln
der Wassertropfen im Licht
des Mondes, lautlos.


Schnee auf den Bergen,
im Tal ist klirrender Frost.
Eiskalt die H├Ąnde.


Verschneit die Landschaft.
Der Wind weht Schnee vom Dach fort,
lauter Kristalle.


Sternenstaub rieselt
vom Mond herrlich beleuchtet,
glitzernd zur Erde.



Gef├╝hle/Freundschaft

Ich vertraue dir,
mein Buch ist aufgeschlagen,
lies langsam darin.


Nimm mich an die Hand,
f├╝hre mich durch das Leben,
zeige mir dein Ich.


Ein liebes Zwinkern,
Aufmunterung zwischendurch.
Der Tag ist leichter.


Du, meine Seele,
schwingen im Takt der Schritte. >>Plural versus SinguarTanz beider Herzen.


Lausche in die Nacht,
das Bett neben mir ist leer.
Es fehlt dein Herzschlag.

Wirkliche Bilder lassen deine Haikus bei mir nicht entstehen. Aber wie gesagt ...
Zum Abschluss ein kleines Spottgedicht von mir, was aber die Problematik des deutschen Haikus deutlich aufzeigt.


F├╝nf und sieben und f├╝nf
wenn blo├č die Silben stimmen
f├╝nf und sieben und f├╝nf

"Sie sind Autor?"
"Ja."
"Was schreiben Sie?"
"Haikus."
"Bitte was?"
"HAIKUS!"
"Wie viele schon?"
"In den letzten zehn Minuten?"
"Danke f├╝r das Gespr├Ąch."

Einmal banal f├╝r f├╝nf
f├╝r sieben Belangloses
nochmal banal f├╝r f├╝nf

"Die japanische Dichtung ist nicht Silben z├Ąhlend, sondern quantisierend. Ein Haiku nach traditionellem Vorbild besteht aus einem Vers zu drei Wortgruppen ├á f├╝nf, sieben und f├╝nf japanischen Moren (5-7-5). Eine Mora ist eine Sprechzeiteinheit."
"Na und, wer?"
"Wer was?"
"Wer das wissen will."

Lichtung im Walde
das letzte Laub f├Ąllt leise
es bl├Ąht die Hirschkuh


lg
Duisburger

__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige K├Ânig (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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