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Leselupe.de > Feste Formen
Haiku Kirschblütenschnee II
Eingestellt am 27. 05. 2010 12:52


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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Die Äste schütteln -
Nach dem Frühlingsregen
Fällt Kirschblütenschnee

Variante:

Äste schütteln sich -
Nach dem Frühlingsregen
Fällt Kirschblütenschnee
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 27. 05. 2010 12:52

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Ivor Joseph
Guest
Registriert: Not Yet

Ich will nicht schon wieder meckern, weil ich es kaum genau bezeichnen kann, aber bei einem guten Hailu schwingt etwas nach, was hier nicht vorhanden ist. Allein schon die schüttelnden Äste ...

Etwas näher dran kämen mir z.Bsp. vor ...

Nach dem Frühligsregen
Unter blühendem Kirchbaum
Ein erster Schnee ?

Ein erster Schnee ist gefallen
nach dem Frühligsregen
unter dem blühenden Kirschbaum

LG, Ivor

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hallo Ihr Lieben,

ich war mal wieder in der Arbeit vergraben und habe die Antworterei schleifen lassen. Seid alle bedankt.

Beide Varianten haben etwas für sich. Mir liegt die erste näher, aber das ist wohl ein stückweit Geschmacksache.

LG W.

Lb. Ivor,

Du darfst, und Du sollst meckern. Wenn wir nicht anhand von Beispielen Grundsatzdiskussionen anstoßen, kommen wir in unserem Handwerk nicht weiter. Also muß ein solcher Kardinalverriß sein, um unseren Blick für das, was man Haikumoment nennt, zu schärfen.

Ich sehe diesem Fall diesen gegeben. Das liegt zum Einen daran, daß aus dem Bild die Situation wie ein bewegtes Bild vor einem aufscheint. Die Debatte hier zeigt das, ich habe das Haiku auch privat vorgetragen, alle wußten sofort etwas damit anzufangen und fanden das Bild überzeugend.

Zum Anderen ist im Text nur das wirklich Erforderliche beschrieben. Es wird kein Aufhebens gemacht, und es wird nicht, was wir Europäer gerne tun, gleich auch noch unsere Sicht dieses Bilds mit gegeben. Wir geben gerne unseren Senf zu allem und jedem. Hier ist nichts davon zu sehen.

In einem anderen Forum nannte eine Leserin diesen Text "japanisch". Ich war natürlich erstmal platt, habe dann aber die Grundlagen des traditionellen Haikuschreibens noch mal mir vor Augen gerufen. Danach mußte ich der Leserin in Einen recht geben: Ich habe mich oft bemüht, "japanisch" zu schreiben. Dies ist einer meiner seltenen Versuche, bei dem dies wenigstens näherungsweise gelungen ist.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Ivor Joseph
Guest
Registriert: Not Yet

    Ja, mit dem "original japanisch" ist das nicht leicht. Und doch so einfach sich zurückzunehmen.

    Deutlich zu sehen ist das in den Texten von: "Toyotama Tsuno: Gelöstes Haar", deren meiste Gedichte überhaupt nicht "japanisch" wirken, obwohl sie lange dafür gehalten wurden. Bis sich rausstellte, dass es Manfred Hausmanns Pseudonym war und die Biographie der Autorin eine Erfindung.

    Das wohl bekannteste Gedicht daraus ist:

    Im Ungesagten
    das Unsagbare
    sagen


    Auch mir gefällt deine erste Version besser. Aber das Nachschwingen ist mir zu kurz.

    Nicht zum Vergleich, nur aus Genuss, zwei Meisterwerke von Arakida Moritake, in denen das Geheimnis und Nachschwingen so wunderschön sind:

    Neujahrstag -
    Wie er heraufbeschwört
    Das Zeitalter der Götter

    Am Ende der Reise
    Zum Gipfel des Berges Kajimi,
    Der Wind in den Pinien, der Wind in den Pinien

LG, Ivor

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