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Leselupe.de > Humor und Satire
Harald Böttcher und das Schwein der Greisen T2
Eingestellt am 05. 07. 2003 12:02


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Englhauser
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2002

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Kapitel 2: Kurz vor dem ersten Schuljahr, immer noch bei den Torsles

Endlich am Morgen des 99.9, erwachte Harald schon früh aus seinem, mit Alpenträumen durchsetzten, tiefen, unruhigen Schlaf.
Die Uhr hatte gerade einmal 33.Uhr 33 geschlagen,
es war taghell und die Sonne war noch nicht aufgegangen.
Er dachte sich, nur noch 66 Stunden und 66 Minuten bis zur Abfahrt des Hockwartsabisl-Expresses.
Die Aufregung war ihm ins Gesicht geschrieben, so sehr, dass man sie fast lesen konnte.

Der feine Duft eines ungeniesbaren Pilzgerichtes, erfüllte Haralds Zimmer, in ekeleregendster Weise.
„Heute esse ich keine Pilzsuppe und wenn die Torsles noch so toben würden,“ munterte er sich nebenbei auf,
während er sich im Spiegel betrachtete und über sein liebliches Aussehen, fürchterlich erschrak. Schlechter Schlaf und tagelang nichts gescheites zu beissen, setzen dem hageren Jungen mächtig zu.

Aber nach einer Weile fasste er sich und ging hinunter in die Küche, wo die Torsles an einen riesigen, 3-Personen-Tisch sassen und leise vor sich hinschmatzten.
Die üblich freundliche Begrüssung erwartete ihn, wie es jeden Tag geschah, wie es immer war, the same procedur as every day.

Harald regte das nicht mehr sonderlich auf; aber immer noch bekam er wildes Herzrasen, kleine Schweissausbrüche und weiche Knie, wenn er die Küche betrat.
Onkel Werno brüllte ihn mit zarter Stimme an: „Guten Morgen, du wunderschöne Missgeburt!“
Darauf seine Tante Bettunia: „Guten Morgen, du kleines Neffenarschloch, Suppe ist fertig!“
„Ich esse meine Suppe nicht...“ trällerte Harald nassforsch in Richtung Tante Bettunia.
Das machte Cousin Derschle wütend und mit voller Wucht, schwang er die Faust in Haralds Magengrube und verzerrte
dabei sein Gesicht zu einer schön anzusehenden Farce.
Harald krümmte sich vor Entzücken und erbrach seinen spärlichen Mageninhalt, freudig auf den neuen Küchenteppich.
Tante Bettunia herrschte in mit leiser Stimme an: DU.....SAUBÄR.....MACHEN!“
Harald machte den Saubären, indem er ein paar Grunztöne von sich gab und nebenbei den Teppich mit allerfeinster Kornseife reinigte.
Onkel Werno mischte sich jetzt auch noch ein und schrie: „Zur Strafe darfst Du heute nicht mit uns in den Zoo.“ „Obwohl, wenn wir Dich Zuhause lassen, stellst Du nur wieder ernsthaften Unfug an,“ grummelte er laut vor sich hin. Derschle hatte heute Geburtstag und wünschte sich nichts sehnlicher als einen Zoobesuch um die Wasserflöhe und anderes Getier bestaunen zu können.

Kaum angekommen, drängelte Derschle ruhig und gelassen ins Terrarium wo sich Wasserflöhe, Kirchenschaben und Sehschleichen,in kleinen Glaskästen tummelten.
Derschle und seine Eltern, starrten blinzelnd in den Käfig der Wasserflöhe, währendessen sich Harald mehr für die Sehschleichen interresierte. Plötzlich vernahm er ein Stimme, die zu ihm sagte: „Na Böttcherlein, da guckste...“ Harald war verduzt und drehte seinen Kopf um 36 Grad. Aber hinter ihm stand niemand. „Ja, ja, ich bins das Sehschleichschlangenwürmchen.“ „Nanu ich verstehe die Sprache der Sehschleichen...ist ja phänominal abgefahren,“ dachte er sich, in der Hoffnung, dass dieses Ungetüm ihn auch verstehen würde.
„Na wie geht’s denn allerweil und so und überhaupt?" „na nicht so gut, ist ziemlich öde und allerhand los hier,
ich wünschte ich könnte hier raus.“ Plötzlich ein Knall und die Frontscheibe des Glaskasten hatte sich in Luft aufgelöst, die Sehschleiche sprang aus ihrem Gefängnis heraus, direkt vor die Füsse der Tante Bettunia. Die fiel sofort einige Male in tiefste Ohnmacht. Onkel Werno bekam vor Wut einen knallroten Kopf, der schon beinah ins bläulich-violette überging. „Haaaraaald, was hast Du wieder angestellt!“ stammelte er. „Nichts und ein bischen mehr,“ entgegnete im Harald. Er war sich keinerlei Schuld bewusst und schämte sich abgrundtief. Ein verdutzter Wärter kam nun mit langsamen Schritten herbeigeeilt. „Wer war das,“ Er schüttelte dabei so heftig den Kopf, dass ihm sämtliche Schuppen in die Augen flogen. Sichtlich verärgert, packte er, fröhlich vor sich hinpfeifend, die Sehschleiche und band sie an einen kleinen Baum, der sich in dem nun fensterlosen Terrarium aufbäumte.
Inzwischen war Tante Bettunia aus ihren Ohnmachten erwacht und die Torsles verliesen
mit Harald, laut schweigend die Stätte des Grauens.

Zuhause angekommen verprügelte Onkel Werno, Harald auf die übelste Weise, in seiner bekannt sanftmütigen Art und sperrte ihn in einen Schrank, der nicht grösser war, als ein
geräumiges Einzimmerappartement. Die Zeit verging, die Wunden heilten und der Tag des ersten Schuljahres in Hockwartsabisl kam unaufhaltsam näher.





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