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Leselupe.de > Humor und Satire
Harald Böttcher und der Teuerelch
Eingestellt am 11. 07. 2003 10:47


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Englhauser
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2002

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Die Maus der Piggles

In Great Hinkeltown nannten Sie die Maus der Piggles immer noch Pigglesmaus, obwohl die Familie Piggles schon seit wenigen Jahren nicht mehr dort wohnte.
Das Anwesen war ziemlich herunterkommen und die Maus trieb hier nun ganz alleine ihr Unwesen.
In Great Hinkeltown waren sich nicht alle einig, aber den meisten war die Pigglesmaus nicht ganz geheuer.
Vor einem halben Jahr, war hier etwas Grauenhaftes, etwas Schreckliches geschehen.
Die drei Piggles wurden von ihrem Hausmetzger, Herrn Dietmar Dauer-Wurst im großen Saloon, mausetot aufgefunden.
Hoch erfreut packte er sie in seinen Kombi und fuhr sie in seine Metzgerei.
Dort angekommen verarbeitete er, die auf seltsame Art Umgekommenen, zu feinster Hinkeltowner Schinkenwurst.
Die Piggles waren im Dorf zu Lebzeiten nicht sonderlich beliebt; das änderte sich jedoch nach ihrer Verarbeitung zu dieser Delikatesse schlagartig.
Das Geschäft des Herrn Dauer-Wurstes florierte, wie noch nie.
Auch in der "Erschossenen Frau", dem ersten Gasthaus am Platz, ging es rund wie schon lange nicht mehr.
Der Metzger hatte der Wirtin, Frau Paula Pubalapub die schönsten Fleischstücke der Piggles verkauft, für einen Spottpreis von einem Pfund das Pfund.
Nun war ein Festessen im Gange, wie es Hinkeltown noch nie gesehen hatte.
Franz Preuß, ein Nachbar der Piggles, war ein seltsamer, zurückgezogener Mann, der fast nie im Ort gesehen wurde, geschweigedenn in der "Erchossenen Frau".
Obwohl er sich um die Piggles wenig scherte, kam es ihm doch verwunderlich vor, dass er sie seit einem halben Jahr nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte.
Er beschloss nach langem Überlegen, doch einmal nach dem Rechten zu sehen.
Mit steifen Knien schleppte er sich zur Haustür des Anwesens.
Zu seiner Verwunderung stand sie sperrangelweit offen.
Sie führte eine kleine, verwahrloste, ekelriechende Küche, in der hunderte von Mäusen herumwuselten.
Sein einziger Freund war Pigglesmaus, das Haustier der Piggles.
Er war jedoch sehr verwundert, dass sie so eine große Familie hatte.
Pigglesmaus saß verängstigt und bibbernd in einer Ecke und deutete mit seiner kleinen Pfote die Treppe, die sich von der Küche in den großen Saloon schlängelte.
Franz schlich sich so gut er konnte die Treppen hinauf und sah am Ende des Ganges eine Tür offen stehen.
Er schlich sich näher und erkannte nun vor dem flackernden Kaminfeuer zwei komische Gestalten.
Sein Gehörsinn war noch vollkommen intakt, so konnte er alles mitbekommen, was die zwei Männer besprachen.
„Wo ist Pigglesmaus?“ sagte eine furchterregende Stimme.
„Ich-ich weiß nicht, mein Gebieter“, entgegnete die zweite Stimme. „Wahrscheinlich in der Küche.“
„Bring sie mir, ich habe Hunger, Madenschwanz!“ „Wie lange bleiben wir eigentlich hier, Meister?“ „Bis die Quatschisch-Weltmeisterschaft zu Ende ist.“
„Warum solange?“ „Weil dort Zauberer aus allen Frauenländern und dem Zauberministerium zugegen sein werden, Du Dödel!“
„Euere Lordschaft, warum habt Ihr eigentlich Bea Porkins umgebracht?“
Ein teuflisches Lachen erfüllte das riesige Zimmer.
„Nur so aus Spaß, sie war mir nicht mehr sonderlich nützlich und dem Zauberministerium wird sie schon nicht abgehen, hohoho!“
Plötzlich sah Preuß, Pigglesmaus an sich, in den großen Saloon vorbeihuschen; sie sah aus wie hypnotisiert.
„Da bist Du ja, Pigglesmausi“, krächzte die furchterregende Stimme.
„Pigglesmaus hat interessante Neuigkeiten, Madenschwanz.“
„Wie-wi-wirklich, euere Durchlaucht?“
„Draußen vor der Tür steht ein altes, beknacktes Makelmännchen, bitte ihn doch herein, Madenschwänzchen.“ Franz Preuß rannen Bäche Schweißperlen von seiner Stirn herunter, sodaß das Plätschern in dem kahlen Gange deutlich zu hören war.
Er wollte fliehen, aber seine steifen zittrigen Knie ließen das nicht zu.
Ein großer Mann mit vollem dunklem Haar, knolliger Nase und kleinem Bierbäuchlein, stellte sich vor ihm auf.
„Komm endlich, Du Hurenmakel, der Meister wartet nicht gerne!“
Franz schleppte sich mit letzter Kraft in den großen Saloon. Jetzt erst merkte er, dass er sich vor lauter Angst vollgepisst hatte.
Es war stockdunkel, nur das Feuer im Kamin erhellte den Raum etwas flackermäßig. Am Feuer stand ein Schaukelstuhl in dem schaukelnd der zweite Mann saß und ihm die Fragen der Fragen stellte:
„Du hast uns also belauscht, Du Makelschlingel?!“
„Warum nennen Sie mich so, ich bin der Preuß Franzi!“
„Halt die Klappe, Du bist ein Makel, so nennen wir Menschen, die keine Saubären sind, hohoho Spaß beiseite, ich glaube nicht, dass Du zaubern kannst, also bist Du für uns ein verdammtes Makelschwein!“
„Ich hol die Bullen und außerdem wissen meine Lebensgefährtin und meine
10 Kinder, dass ich im Piggleshaus bin!“ sagte Franz, der sich nun wieder gefangen hatte, mit dreister, zittriger Stimme.
„Du hast keine Frau und Dein uneheliches Kind ist noch nicht geboren!“ . Der fiel sofort blitzartig tot um und dreitausend Meilen entfernt fuhr ein Junge namens Harald Böttcher erschrocken aus dem Schlaf.

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