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Leselupe.de > Kurzprosa
Harmonisches Familienleben
Eingestellt am 21. 05. 2002 12:28


Autor
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antebear
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2002

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Klein ist es
Winzig klein sogar
Und trotzdem sehe ich wieder diesen Blick
Der sich in mich zu bohren scheint
Schuldgef├╝hle?
Noch einmal ein kurzes Nachdenken ├╝ber das winzig kleine Problem
-nein- keine Schuldgef├╝hle
sage aber nichts
mein Blick trifft den blauen Teppich
mir ist kalt
wieder ert├Ânt die grelle Stimme
Zorn spiegelt sie wieder
Und Wut
Aus ihren Lippen entweicht jede Farbe
Ihr Blick durchbohrt mich weiter
Sehe, wie es in ihrem Kopf arbeitet
Sehe, wie sich ihre sonst so sch├╝tzenden H├Ąnde zu F├Ąusten ballen
Eine Frage von ihr mit dem Blick, der eine f├╝r sie akzeptable Antwort fordert
Ich bekomme Angst
Meine Finger schwitzen
Alle M├Âglichkeiten einer Antwort gehen mir durch den Kopf
Mein Blick immer noch auf den Teppich gerichtet
Sage ich etwas
Im selben Augenblick hebt sich ihre Hand in die H├Âhe
Ein kurzes Z├Âgern
Sch├╝tzend nehme ich meine H├Ąnde vor┬┤s Gesicht
Doch es n├╝tzt nichts
Ihre Hand schnellt herunter
Trifft meine Wange
Es schmerzt
Es wird hei├č
Sie traf auch ein St├╝ck meines Ohrs - es summt
Unter b├Âsen W├Ârtern verl├Ąsst sie mein Zimmer
Ein winzig kleines Problem
Und am Ende sitze ich allein auf meinem Bett
Schuldgef├╝hle?
Ja
Angst?
Ja
Die Dem├╝tigung treibt mir Tr├Ąnen in die Augen
Alles verschwimmt
Lasse meinen Kopf in mein Kissen sinken
Eine Minute vergeht
Es klopft an der T├╝r
Ich blicke auf und sehe das strahlende L├Ącheln meiner Mom
Mit den scherzenden Worten:
„Ach Mensch, du treibst mich aber auch immer zur Wei├čglut“
versucht sie eine Entschuldigung zu formen
Schuldgef├╝hle?
Nicht bei ihr
Sie nennt es <harmonisches Familienleben>
Die Hand meiner Mom ist noch deutlich auf meiner Wange zu sehen
F├╝hle mich ausgenutzt und fehl am Platz


__________________
Gedichte spiegeln das Traurige und Sch├Âne des Lebens wieder. Nur in ihnen steckt die Wahrheit..

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vexierbild
Guest
Registriert: Not Yet

Schlimm

Gibt es etwas Schlimmeres, als ein Kind zu schlagen - auch noch ins Gesicht?

Liebe Antje, ich hoffe, Du hast es nicht selber erleben m├╝ssen.

Schlimm genug zu wissen, dass es passiert - tausendfach - hunderttausenfach!

Aber wichtig, dass Du das thematisierst. Weiter so.

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antebear
Schriftsteller-Lehrling
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danke...

...Trylight und Vexierbild f├╝r euer statement.
Manche sehen es wirklich als "Oh Gott.. wie kann man nur" (wie du vexierbild zum Beispiel). Ich bin damit aufgewachsen und kenne es nicht anders, jedoch hat man bei jedem Schlag dieselbe Angst..
__________________
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margot
???
Registriert: Mar 2002

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fantastisch, antje

das hast du total gut geschildert. gef├Ąllt mir.
du hast dir die aufl├Âsung bis zum schlu├č aufgehoben.
vollkommen richtig, dadurch wird dem leser um so
deutlicher, worum es geht: um eine mi├čhandlung.
eine mi├čhandlung von einem geliebten menschen.
alles spielt mit: eigene schuldgef├╝hle, ha├č, das
gef├╝hl der dem├╝tigung, der ungerechtigkeit, des
k├Ârperlichen schmerzes ...
toll - du hast diese aufgabe fantastisch gel├Âst.
mein kompliment.

margot
__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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antebear
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2002

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hallo Margot

Ich m├Âchte mich f├╝r dein Lob bedanken... so was baut auf
Liebe Gr├╝├če
Antje
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margot
???
Registriert: Mar 2002

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lobhuddeleien

du mu├čt dich nicht bedanken, denn ich bin normalererweise
mit lob sehr sparsam. nat├╝rlich baut lob auf. das ├Ąndert
nichts an der subjektivit├Ąt. ein dichter tut gut daran,
weder auf lob noch auf kritik etwas zu geben. er freut
sich einfach ├╝ber die resonanz. hm. okay, lob ist
schon was tolles.

liebe gr├╝├če
margot

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schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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