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Leselupe.de > Humor und Satire
Harry Kotter
Eingestellt am 16. 02. 2002 01:16


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Stefan_Senn
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

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Zweifellos ist der 15. Geburtstag ein Grund zu Feiern. Markiert er doch einen wichtigen Schritt ins Erwachsenenalter. Neben der Erlaubnis, Leichtkraftr√§der zu f√ľhren, schlie√üt mancher an diesem Tage eine Bekanntschaft die sich unter Umst√§nden zu einer lebenslangen Freundschaft entwickeln kann: Die erste Erfahrung mit Genosse Alkohol.
Harald Trebel, von Freunden nur Harry genannt ist 14 Jahre alt. 14 Jahre und exakt 364 Tage. Morgen wird ihm dieses Ereignis bevorstehen. In dessen Vorfeld wurde viel Planungsarbeit verrichtet: Man hatte ein lauschiges Pl√§tzchen ausgew√§hlt, f√ľr musikalische Untermalung gesorgt und eine angemessene Menge an G√§sten geladen.
"Aber sag ma, hast du eigentlich auch an gen√ľgend Girls gedacht?" eine bange Frage in ein Mobiltelefon. Gerichtet an Harrys besten Freund Jonas, dem die Organisation der Party √ľbertragen worden war.
"Logisch Mann, auf mich kannste dich doch verlassen. wart¬īs nur ab-du wirst schon sehen!"
Manchmal kann das Leben seltsame Z√ľge tragen. Man begibt sich zu Bette im Alter von 14 Lebensjahren, nach einer unruhig verbrachten Nacht √∂ffnet man die Augen und man steht im 15. Lebensjahr.
Eltern und Verwandte m√ľhen sich reichlich, diesen Tah zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen. Aber ach, so gutherzig ihre Anstrengungen auch sein m√∂gen, es ist doch eigentlich der Abend, der diesen Tag mit dem Stempel der Denkw√ľrdigkeit versieht.
Fr√ľh trifft Harry am Ort der gro√üen Zelebrierung ein. Angespannt und voller Erwartungen. Langsam tr√∂pfeln die ersten G√§ste ein, doch die Stimmung ist noch m√§√üig, bis die erste Flasche Gerstensaft defloriert wird. Harry jetzt wirst du getauft. Im Namen des Lebens. √Ėl sie deine Kehle, √∂le sie t√ľchtig, heute wird gefeiert. Aber er z√∂gert-noch.
Bar von Weiblichkeit bleibt de Gesellschaft gottlob auch nicht lange. Eine Gruppe junger M√§dchen trifft kurz darauf ein. Ein Girl l√∂st sich aus der Gruppe und √ľberreicht Harry ein Geschenk. Von Form und Gewicht hebt es sich ab von den Pr√§senten der Mehrheit, die √ľberwiegend Compact Discs oder Alkoholika verschenkt hatten.
Harrys tastende Hand f√ľhlt einen Hardcovereinband. Die bunten H√ľllen der Verpackung fallen und entschleiern ein Buch: Harry Potter und der Feuerkelch. Einem leicht entt√§uschten Blick wird geantwortet:"Ich hab¬ī mir gedacht, es k√∂nnte dir gefallen. Ich hab¬īs geradezu verschlungen."
Harry will feiern, will nippen vom Trank der Ausgelassenheit. Welchen Verwendungszweck h√§tte er f√ľr dieses Buch?
Ein zweiter Blick in Richtung des Mädchens. Die Sonne scheint ihr aus den Haaren zu strahlen. Ein heller Schein
der das zarte Pfl√§nzchen der Sehnsucht in Harry treiben l√§sst. Bl√ľhen wird es wohl nicht, wird es doch √ľberschattet vom schwarzen Tuch der Sch√ľchternheit.
Harry st√ľrzt sich ins Get√ľmmel. Doch so rechte Laune mag bei ihm nicht aufkommen. Immer wieder fixieren seine Augen dieses holde weibliche Gesch√∂pf. Getanzt wird auch an diesem Abend. Etliche gegengeschlechtliche Paare wiegen sich bereits zur Musik. Auch Harry bev√∂lkert gelegentlich die Tanzfl√§che. Doch keine seiner Tanzpartnerinnen vermag es, die Sehnsucht nach dem Sonnenm√§dchen zu vertreiben.
Flehentlich meldet sich sein Herz zu Wort, er möge doch jene bitte einmal zum Tanze auffordern. Doch die gelähmte Zunge verweigert den Befehl.
Jonas, verzweifelt um Rat herangezogen, meint, die zunge sei zu lösen mit einer entsprechenden Menge Alkohol.
Dankbar √ľber diesen Tipp, ergibt sich Harry dem Sturztrunk. Einem seltsam Gebr√§u aus verschiedenen halbleeren Flaschen.
Harrys Schritt: Er wankt. Der Verstand: Schwummrig.
Doch vor Mut platzt er aus allen Nähten.
In gespannter Erwartung n√§hert er sich seiner Angebeteten, das Gesuch nach einem Tanz auf den Lippen. Doch nun ist es der Magen, der den Gehorsam verweigert. Ohne Vorwarnung entl√§dt er sich in feuchtem Gras. Die Stimme ist noch fest:"W√ľrdest du mit mir tanzen?" "√Ą√§√§h, √§√§h, lieber nicht..Harry Kotter!"

__________________
violent sorrows seem
a modern ecstasy

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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Hallo Stefan,

hatte erwartet, dass er ihr das Buch schenkt, aber so gefällt deine Geschichte mir auch recht gut, das hat was!

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Mößner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 89
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Harry Kotter

Hallo Stefan,
Deine sehr gut gelungene Geschichte hat mich an ein wahrscheinlich verdrängtes Erlebnis von anno dazumal erinnert.
Doch als ich meine, mit jugendlichem Herzen heißgeliebte Flamme nach einem viertel Jahrhundert zufällig wieder traf, war ich dem Alkohol zum ersten Mal in meinem Leben dankbar.
Aber nicht alles, was man in der Leselupe einstellt, muss ja autobiografisch sein.
Viele Gr√ľ√üe -Bernhard-
__________________
-Bernhard Mößner-

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