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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Harry Prometheus und der Feuerbus
Eingestellt am 23. 10. 2000 16:38


Autor
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micl
Hobbydichter
Registriert: Sep 2000

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Harry Prometheus und der Feuerbus

Cleverer Marketing Schachzug wa ?
Gebrauchsanweisung: siehe Pas de Deux

Prometheus


__Es war nur ein Traum, er kam zuerst nur des Nachts, dann auch tags├╝ber, nun tr├Ąume ich unbemerkt und schlafwandle wachend.
__Alles an mir scheint schon herunter gebrannt, allein meine Haut brennt.
__Der Reisebus liegt auf dem R├╝cken, umschlungen von Serpentinen, dessen Augen, die glanzlosen H├Âhlen, stieren splitterumrandet, leblos gen Himmel, sehen Wolken, Gestirne, einzeln, in Gruppen gem├Ąchlich ihre Kreise ziehen, desinteressiert, weder zur Eile getrieben, noch zum Hiersein verdammt.
__Und ich zerre mit ├╝bermenschlicher Kraft die Leiber aus dem Bauch der Maschine, die K├Ârper sind unangetastet, vom Brand unber├╝hrt, als schliefen sie seligst, doch sind sie fast zerst├Ârt, unendlich ersch├Âpft und verru├čt, weil zum d├Ąmmern erstickt.
__Nur ich wei├č sie lebend und niemand sonst ist zugegen, ich arbeite mir die Sinne schwammig, einen nach dem anderen k├Ąmpfe ich, wuchte ich ├╝ber das noch fl├╝ssige Gummi, das einst die Scheiben hielt.
__Noch immer brenne ich, ich brenne immer , und sto├če, ich rei├če, ich winde und zerrei├če mich unerm├╝dlich. Mein Finger gibt nicht nach, meine Hand kennt keinen Schnitt, mein Arm beugt sich keiner Last, meine Schultern tragen Welten, mein Nacken bleibt stets straff, doch mein Haupt senkt sich niemals ; nur meine Haut ...
__Meine Haut, die brennt, in Fetzen lappt sie von mir ab.
__Die K├Ârper, die K├Âpfe, in meinen Armen noch ├Âffnen sich ihre Lider, Pupillen erstrahlen aus ru├čgeschw├Ąrzten Gesichtern, blicken mich an ohne Blinzeln, fragend, ich sp├╝re ihren hei├čen Hauch, wie gesch├Ąndet strampeln die Menschen r├╝ckw├Ąrts von mir weg, meine Augen fixierend, meine H├Ąnde f├╝rchtend.
__Die Geretteten, sie fliehen fliegenden Schrittes, unmenschlich kreischend, so wie ich eigentlich kreischen sollte vor Agonie und Schmerz, denn ich brenne, noch immer brennt meine Haut.
__Eine weitere Seele beh├╝te ich, auch sie, kaum erwacht, starrt mich aus angsterf├╝llten Augen an, rutscht r├╝cklings davon, sieht im Auferstehen auf seine vom Scheibensplitter zerschnittenen Arme und dann auf mich, seinem Blick entfleucht der Verstand, er selbst flieht meinem Horizont.
__Und so, einer nach dem anderen, errettet stieben sie davon in alle Winde, sie bewegen leise die Luft, doch ich, ich kann nicht anders, kann nichts anderes als sie bewahren, bis die Wabe leer ist, und mit einem mal sieht es aus, als w├Ąre nichts vorgefallen, das Land ist weit unter klarem Himmel, als w├Ąre es dies seit Urzeiten gewesen, als m├╝sste alles so sein, nur dass ich brenne ; meine Haut brennt.
__Am Horizont stehen die Geretteten, die Arme verschr├Ąnkt und atmend, sie spr├╝hen, sie speien mir ihren Atem, meinen Odem entgegen, sie haben sich g├Âttliche Hilfe geholt, und im Kreuz der vier Winde verl├Âsche ich, bis alles wieder wie ehedem rein ist.

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