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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Hauswirtschaftliche Kalkulation
Eingestellt am 03. 07. 2012 14:24


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marau
Hobbydichter
Registriert: Jul 2012

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Hauswirtschaftliche Kalkulation


- Warum ist manchmal das Geld knapp in der Haushaltskasse? -

Dies war das Thema und die Frage meiner Frau, als ich vom Joggen kam, duschen wollte und hernach noch einen Termin hatte. Es war ein mords Waldlauf und mir taten die F├╝├če weh. Deswegen wollte ich schnell erkl├Ąren: ┬╗Man kann nicht mehr aus dem Suppentopf holen, als man rein tut. Niemand kann das, auch eine Hausfrau nicht┬ź und wollte Richtung Dusche.

Sie konterte: \"Es mu├č dann halt mehr in meinen Topf rein\".

Ich stank nach Schwei├č und begann zu frieren.

┬╗Es kann nicht mehr in den Topf rein, weil nicht mehr da ist┬ź, stellte ich n├╝chtern fest.

Auf die Frage: \"Warum ist nicht mehr da, du machst doch jeden Monat 40.000 DM Umsatz\", entgegnete ich: ┬╗Umsatz bedeutet nicht, da├č das Geld auch zur Verf├╝gung steht und in den Topf kann┬ź.

\"Wann steht┬┤s denn dann zur Verf├╝gung?\", trotzte sie.

Ich machte die T├╝r zu, weil es zog. Setzen wolle ich mich nicht, weil ich patschna├č war.

┬╗Es ist so, da├č man etwas m├Âglichst teuer mit hoher Marge verkauft und dabei Umsatz macht, also Geld bekommt. Dabei mu├č leider ber├╝cksichtigt werden, da├č das was verkauft wird auch im Einkauf Geld gekostet hat. Au├čerdem gibt es Unkosten, Finanzamt, Steuern etc. Erst wenn man das abzieht, bleibt der Rohgewinn.┬ź

Sie maulte: \"Ich kann doch alles was ich einkaufe nicht wieder verkaufen, das ist doch eine bl├Âde Masche\".

W├Ąhrend ich ihr im Stillen recht gab und ├╝berlegte, was ich falsch gemacht habe, beobachtete ich, wie sich zu meinen F├╝├čen eine Schwei├čpf├╝tze bildete.

Ich wehrte mich: ┬╗Nat├╝rlich nicht, ich meinte ja auch den Verkauf meiner Firma┬ź.

\"Woher kommt dann aber mein Rohgewinn und meine Masche, wenn du die Firma verkaufst?\"

┬╗Du hast keinen Rohgewinn, brauchst keine Marge, hast daf├╝r aber Haushaltsgeld. Das ist ein Teil des Gehaltes den ich mir zahle und der wiederum ist Teil des Rohgewinnes.┬ź

\"Warum nur ein Teil?\"

┬╗Nun ja, weil eben noch andere die Hand aufhalten┬ź, brachte ich vor. Sie wurde bleich und begann scharf nachzudenken. Ich sehe ihr das an, weil sie dabei immer auf die Innenseite ihrer H├Ąnde schaut und den Mund einen Spalt aufl├Ą├čt. Das Ergebnis der Gehirnakrobatik gipfelte in der Frage: \"Wem zahlst du sonst noch Haushaltsgeld\" und das Schicksal nahm seinen Lauf.
┬╗Wieso?┬ź, ich war perplex.

\"Du hast gesagt, da├č auch noch eine andere die Hand aufh├Ąlt\".

Durch den Schwei├č begannen meine Augen zu brennen und zu tr├Ąnen. Dies nahm sie wohl als Anla├č zu glauben mich auf dem linken Fu├č erwischt zu haben und fa├čte nach: \"Wer ist diese Frau? Das ist gemein! Kenne ich die? Und die Kinder. Ich merke schon lange, das etwas nicht stimmt. Wom├Âglich bekommt die mehr als ich. Das kann nicht so weitergehen. Das ist ja noch mal sch├Âner. Wo kommen wir denn da hin. Wie lange geht das schon etc. etc.\"

Ich stemmte mich gegen den beginnenden Zank: ┬╗Es gibt keine andere. Das mit dem -Handaufhalten- habe ich symbolisch gemeint um dir klar zu machen, da├č der Rohgewinn nicht gleich dem Haushaltsgeld und im Topf sein kann. Und au├čerdem sind das Fremdkosten, die ich vom Gesch├Ąft gar nicht zahlen darf, es w├Ąre Veruntreuung.┬ź

\"Fremdgehen und untreu. Bestimmt schon seit diesen Anrufen. Ich meine diese Frau, die dich w├Ąhrend dem Urlaub wegen dem Deckungsergebnis sprechen wollte.\"

Ich erinnerte mich und erkl├Ąrte: ┬╗Es war doch die Sachbearbeiterin von der Bank, die damals eine Aussto├čzunahme im Verh├Ąltnis zur Zahlungsf├Ąhigkeit feststellte.┬ź

\"Wie kann denn die Zeugungsf├Ąhigkeit abnehmen, wenn der Aussto├č zunimmt?\"

Um mir ein wenig Luft zu verschaffen hielt ich dagegen: ┬╗Das ist wie mit dem Haushaltsgeld! Wenn du auf Angebote st├Â├čt, nimmt es ab┬ź.

Ich fror jetzt schon heftig und begann mit den Z├Ąhnen zu klappern.
\"Mir macht aber keiner Angebote. Wenn doch, w├╝rde ich doch nicht abnehmen.\"

Ich mu├čte an ├Ąhnliche Konversationen in j├╝ngster Vergangenheit denken. An die \"Du kommst immer sp├Ąter nach Hause, wenn ├╝berhaupt. Warum?\" -Diskussion. Den \"Schlechten Einflu├č von meinem Freund Robert\"- Vorwurf. Die \"Ich glaube du nimmst mich nicht mehr ernst, obwohl ich mir so M├╝he gebe\"- Behauptung. Ich sa├č dabei entweder auf dem Klo, wusch mir die Haare oder rasierte mich.

Ich merkte, wie ich mich langsam zur erk├Ąlten begann. Meine Nerven begannen zu vibrieren und ich beruhigte mich erst wieder, als ich mich auf sie warf, meine H├Ąnde um ihren Hals legte und begann heftig zuzudr├╝cken. Es war der primitive Trieb es einfach auszuschalten. Doch sie r├Âchelte: \"Du ich habe meine Tage, lieber nicht\".

Das war zuviel. Ich konnte es nicht vollenden, rollte auf die Seite, kam auf dem R├╝cken zu liegen, sp├╝rte den aufkommenden Sch├╝ttelfrost und mich ├╝berkam eine gn├Ądige Benommenheit.

Dennoch bekam ich es noch mit. Sie begann sich auszuziehen, n├Ąherte sich mir und fl├Âtete: \"Du Armer, wenn ich gewu├čt h├Ątte da├č du es so n├Âtig hast, h├Ątten wir ja nachher ├╝ber das Geld reden k├Ânnen\".

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