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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART
Heilich Naacht
Eingestellt am 04. 11. 2009 10:39


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Inge Anna
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Heilich Naacht


Heilich Naacht, gleich noh da Mett'
die Mamme war verschwonn;
de Babbe motzt, kalt bleibt es Bett -
er sucht se fascht drei Stonn.

"Wo maan se sen, was es passiert -
ma han uns kaum gezankt;
ihr Audo han ich rebariert
on aaach noch vollgetankt.

Ihr Kreschkendsche war zemlich deier,
das han ich laut gesaht;
er hat gekoscht achthunnert Eier,
der fernsehabarat.

De Rinderbrode war furzdrogge,
den tapfer ich gekaut -
salsich die soß, nix mit frohlogge -
on's neie Hemd versaut.

Trotzdem hat's Erna net gescholl,
nur bissje dumm geguckt;
obwohl de Kamm em war geschwoll,
hat nur sei Mund gezuckt".

Die lieb Verwandtschaft blost em was,
macht schdur die Dier net off.
Er trollt sich hämm, kalt es sei Nas':
"Was soll's, ich scheiß' eich droff!"

Die Konjakflasch', zum Glick, fascht voll -
er dreggt ans herz se fescht.
Er sauft se ex, vor lauder Groll,
fallt wie e Sack en's nescht.

Am zwädde Weihnachtsfeierdaach
es dann die Mamme komm;
de Alt noch halb im Koma laach,
sah alles nur verschwomm.

Es Erna riddelt ne met Macht:
"dei zukunft es mir piebe;
denn ich war en der Heilich Naacht
bei meiner großen Liebe.

Ich han noh'm letschde Kärjelied
de liewe Gott gefroht,
ob der, der zwei bänk' vor mir kniet,
heit find't de gudde Drooht.

Die Antwort han ich ganz schnell kritt -
de Max hat was geschbiehrt;
er kam zu mir onn nahm mich mit -
sei Muddi war geriehrt.

Em Max sei Schwäschda war aach do -
mir mochde uns schon immer.
Ihr Ehemann es leider schrooh -
der saß im Musikzimmer.

Dort hat er das Klawier hofiert -
es war e Ohreschmaus;
es Annemie hat Sekt serwiert,
als flinker Geischt em Haus.

Mir sange all so wonnerbar -
de Max nahm noch die Geij.
Ich glaab, die ganze Engelschar
war en där Naacht debei.

Ich pagge jetzt mei Siwe-Sache
on schaffe mich von danne.
Ich gänn dich frei; jetzt kannschde lache -
met Stemmlersch Marianne."
__________________
Die √ľber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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Raul Reiser
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Heilich Naacht

Hi Inge Anna,

ich find den Plot sehr stark!
Ich seh am Anfang ein paar Unstimmigkeiten, man muss ja erst reinfinden.

"Heilich Naacht, gleich noh da Mett'
die Mamme war verschwonn;
de Babbe motzt, kalt bleibt es Bett -
er sucht se fascht drei Stonn."

1. Mamme und Babbe assozzieren bei mir Kinder, die kommen aber nicht vor.
2. Warum bleibt das Bett vor der Mette kalt? - Ist es nicht eher ungewöhnlich, an diesem Tag vor der Mette ins Bett zu gehen?

"De Rinderbrode war furzdrogge,
den tapfer ich gekaut -
salsich die soß, nix mit frohlogge -
on's neie Hemd versaut.


Trotzdem hat's Erna net gescholl,
nur bissje dumm geguckt;
obwohl de Kamm em war geschwoll,
hat nur sei Mund gezuckt".

1. Die Babbe-Figur von der dritten Person plötzlich im Ich. Der Perspektivwechsel kommt unvermittelt.
2. F√ľr das versaute Hemd kann die Erna doch nix, oder?
3. obwohl de Kamm ... das ist eher eine Entlastung f√ľr Babbe, obwohl er sich verhalten hat wie eine Macho-Sau.


"Es Erna riddelt ne met Macht"

Das versteh' ich sprachlich nicht, kann an mir liegen.


Ansonsten, sehr starke Sache. Ein traditionelles Dorfmilieu, dessen Zw√§nge gerade an Weihnachten zelebriert werden (m√ľssen), das gleichzeitig das Unterlaufen dieser Zw√§nge m√∂glich macht.
Viele Gr√ľ√üe
Raul



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