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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Heinrich Heine -Werke - Ideen. Das Buch Le Grand
Eingestellt am 12. 04. 2002 13:03


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Bernd
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Begeisterter Leser von Heine wurde ich etwa im Alter von 10 Jahren. Und nun empfehle ich seine Werke.
Allen bekannt d√ľrfte "Deutschland, ein Winterm√§rchen" sein. Dies allein ist von so geistreicher Ironie durchwachsen, dass man es immer wieder lesen kann.

Wenige wissen, dass er auch einen "Faust" geschrieben hat.

Und er hat Erzählungen geschrieben.

Einige seiner Gedichte d√ľrften es noch heute schwer haben.

Heine im Projekt Gutenberg:

Hier klicken

und das Buch Le Grand an anderer Stelle:

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Bernd
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Zur Teleologie (von Heine)

Heinrich Heine: Zur Teleologie

Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht, daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gn√ľgte uns ein einzges Bein.
Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Auge gnug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
Daß wir schauen und begaffen
Wie er h√ľbsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide;
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollen wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen H√ľhneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.

Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun -
(Ihren Namen auszusprechen
D√ľrfen wir uns nicht erfrechen -
H√§ngen w√ľrden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen f√ľr die Reichen.)

Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen w√ľ√üten,
Und den Wein verschlappern m√ľ√üten.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär,
Fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.

Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorz√ľglich sch√∂n
Ist dabei die Symmetne.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterst√ľcke anzuh√∂ren -
Gäb es nur Tonkunst-Kolik
Und Hämorrhoidal-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär!-

Als zur blonden Teutolinde
Ich in solcher Weise sprach,
Seufzte sie und sagte: Ach!
Gr√ľbeln √ľber Gottes Gr√ľnde,
Kritisieren unsern Schöpfer,
Ach! das ist, als ab der Topf
Kl√ľger sein wollt als der T√∂pfer!
Doch der Mensch fragt stets: Warum?
Wenn er sieht, daß etwas dumm.
Freund, ich hab dir zugehört,
Und du hast mir gut erklärt,
Wie zum weisesten Behuf
Gott den Menschen zwiefach schuf
Augen, Ohren, Arm' und Bein',
Während er ihm gab nur ein
Exemplar von Nas und Mund -
Doch nun sage mir den Grund:
Gott, der Schöpfer der Natur,
Warum schuf er einfach nur
Das skabröse Requisit,
Das der Mann gebraucht, damit
Er fortpflanze seine Rasse
Und zugleich sein Wasser lasse?
Teurer Freund, ein Duplikat
Wäre wahrlich hier vonnöten,
Um Funktionen zu vertreten,
Die so wichtig f√ľr den Staat
Wie f√ľrs Individuum,
Kurz f√ľrs ganze Publikum.
Zwei Funktionen, die so greulich
Und so schimpflich und abscheulich
Miteinander kontrastieren
Und die Menschheit sehr blamieren.
Eine Jungfrau von Gem√ľt
Muß sich schämen, wenn sie sieht,
Wie ihr höchstes Ideal
Wird entweiht so trivial!
Wie der Hochaltar der Minne
Wird zur ganz gemeinen Rinne!
Psyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis,
Er verwandelt sich beim Scheine
Ihrer Lamp - in Mankepiß.

Also Teutolinde sprach,
Und ich sagte ihr: Gemach!
Unklug wie die Weiber sind,
Du verstehst nicht, liebes Kind,
Gottes N√ľtzlichkeitssystem,
Sein √Ėkonomie-Problem
Ist, daß wechselnd die Maschinen
Jeglichem Bed√ľrfnis dienen,
Den profanen wie den heilgen,
Den pikanten wie langweilgen, -
Alles wird simplifiziert;
Klug ist alles kombiniert:
Was dem Menschen dient zum Seichen,
Damit schafft er seinesgleichen.
Auf demselben Dudelsack
Spielt dasselbe Lumpenpack.
Feine Pfote, derbe Patsche,
Fiddelt auf derselben Bratsche,
Durch dieselben Dämpfe, Räder
Springt und singt und gähnt ein jeder,
Und derselbe Omnibus
Fährt uns nach dem Tartarus.



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beisswenger
???
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Denk ich an Deutschland....

am Tag, trifft mich stets der Schlag!

Kommst du nach D√ľsseldorf in der Nacht,
bester Freund, es wäre doch gelacht
w√ľrd' nicht die Nacht zum Tag gemacht

Gern lad' ich dich zum Altbier ein
in Heines Geburtshaus - das muss sein!


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Bernd
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Nach Beratung mit Beisswenger, und nachdem ich mir die Selbstzensur wieder aus dem Kopf gerissen habe --- stelle ich das folgende Beispiel von Heine wieder direkt zur Verf√ľgung. (Ich hatte es gel√∂scht, weil gerade mein Gedicht "D√ľl√ľ, oder Die Liebe zwischen den V√∂geln" aus der Leselupe entfernt worden war. Hier klicken)

Es h√§tte wie eine Retour-Kutsche ausgesehen, dabei war die zeitliche √úbereinstimmung blanker Zufall. Ich wollte schon lange √ľber Heine schreiben, habe das Essey aber erst k√ľrzlich wieder gefunden.

Also, hier ist es wieder.

Heine zu lesen lohnt sich.

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Heinrich Heine: aus dem Buch Le Grand.


Kapitel XII


Die deutschen Zensoren -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- Dummköpfe -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --


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beisswenger
???
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Werter Kollege!

Genial, dieser HH aus D, begraben in P!
Zeit - und schmerzlos!

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Bernd
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Mich scherzt es, wenn ich meine Tippfehler hier sehe, und sie nicht korrigieren kann.

Essey ---> Essay
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beisswenger
???
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"Essey" klingt nicht schlecht,
indes "Essay" ist wohl recht!

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