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Leselupe.de > Kurzprosa
Helga und Jakob
Eingestellt am 17. 07. 2007 07:38


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Isildur
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2005

Werke: 6
Kommentare: 20
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Helga kneift die Augen zusammen, als die Buchstaben zu verschwimmen beginnen.
„Schlafmangel“, denkt sie und reibt sich die Augen. Aber schlafen, das kann sie auch nach drei Tagen und NĂ€chten Wachen noch nicht. Ein Blick auf den Wecker, der auf dem dunklen Eichenholzschreibtisch steht: FĂŒnf Uhr.

„Riech mal die Luft hier draußen!“, hört sie Jakob rufen.
Helga steht auf und schlurft durch das Wohnzimmer Richtung Balkon.
„Die Luft nach einem Sommergewitter ist was Besonderes, nicht wahr?“, meint Jakob.
„Es wird wieder heiß heute“, stellt Helga resigniert fest.
Sie lehnt sich ĂŒber das gusseiserne BalkongelĂ€nder und blickt vier Stockwerke in die Tiefe. Nichts rĂŒhrt sich,
alles schlÀft noch.

Helga lĂ€sst ihren Blick durch die HĂ€userschlucht ĂŒber die Stadt hinweg zum Horizont schweifen. Ein heller Streifen, dort, wo sich Himmel und Erde berĂŒhren, lĂ€sst den herannahenden Tag erahnen. Die mit GrĂŒnspan ĂŒberzogenen KupferdĂ€cher sind mit Feuchtigkeit benetzt. Fast könnte man meinen, es ist taunasses Gras, das sich da bald der Sonne entgegen reckt.

„Wie lange kannst du noch bleiben?“, fragt Helga und blickt in Jakobs wasserblaue Augen.
„Noch ein bisschen“, meint er sanft und streicht mit seiner Hand durch ihr Haar.

Helga holt tief Luft. Es ist kĂŒhler hier draußen, die Luft ist schwer und frisch. All der Staub und die Hitze des Vortages sind weggewaschen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Nacht vertrieben und das Leben wieder in den Strassen, den Adern der Metropole, pulsieren wird. Ein weiterer Tag in einem brodelden Kochtopf.

Es ist still. Nur das Surren des KĂŒhlschranks und des Ventilators ist zu hören.

„Du solltest dich ausruhen. Es wird ein heißer Tag“, klingt Jakobs Stimme in Helgas Ohren. Als ob er weit weg wĂ€re.

Sie glaubt zu spĂŒren, wie er einen Kuss auf ihre Wange haucht, dann kehrt sie der schlafenden Stadt den RĂŒcken und geht zurĂŒck an den Schreibtisch.
Sie nimmt den Zettel, auf dem nur wenige Worte stehen, und schleppt sich langsam zum Sofa.
Helga blickt auf das Blatt Papier, wÀhrend sie sich niederlegt. Sie zieht ihre Knie ganz eng an sich.
Als sie ihre Augen schließt, zerdrĂŒckt sie eine TrĂ€ne.

„Jakob?“
Es bleibt still.
Die Stadt schlÀft. Jakob schlÀft.
„Ich wĂŒnschte du wĂ€rst hier.“
Dann, endlich, schlÀft auch sie.

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Orangekagebo
Guest
Registriert: Not Yet


Hallo Ilsidur,

liebevoller Text, ganz wunderbar geschrieben.

Was mir auffiel:

quote:
was besonderes, nicht war

was Besonderes, nicht wahr

quote:
was sich da bald der Sonne entgegen reckt.

bald - wĂŒrde ich weglassen

Ein paar Kommafehler und Leerzeichen, die hinter Satzzeichen fehlen, ansonsten wirklich passabel.

GefÀllt mir gut.

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OhrenschĂŒtzer
???
Registriert: Oct 2002

Werke: 83
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Hallo Ilsidur,

gefĂ€llt mir auch sehr gut. Vor allem, dass Du dem Leser noch viel Raum zum Weiterdenken lĂ€sst und nichts zerredest (oder "zerschreibst" *g*). BezĂŒglich Kommafehler kann ich vielleicht dienlich sein. Ich markiere die Worte davor und danach blau, wo ich Änderungen zu sehen glaube. In Rot ein paar FlĂŒchtigkeitsfehler.

quote:
Helga kneift die Augen zusammen, als die Buchstaben zu verschwimmen beginnen.
„Schlafmangel“, denkt sich Helga. Sie reibt sich die Augen und blinzelt.
Aber schlafen, das kann sie auch nach drei Tagen Wachen noch nicht. Ein Blick auf den Wecker, der auf dem dunklen Eichenholzschreibtisch steht: FĂŒnf Uhr.
Helga streckt ihre Arme in die Höhe und die FĂŒĂŸe nach vorne. Sie fĂŒhlt sich schwer und mĂŒde.

„Riech mal die Luft hier draußen!“, hört sie Jakob rufen.
Helga steht auf und schlurft durch das Wohnzimmer Richtung Balkon.
„Die Luft nach einem Sommergewitter ist was Besonderes, nicht wahr?“, meint Jakob.
„Es wird wieder heiß heute“, stellt Helga resigniert fest.
Sie lehnt sich ĂŒber das gusseiserne BalkongelĂ€nder und blickt vier Stockwerke in die Tiefe. Nichts rĂŒhrt sich, alles schlĂ€ft noch.

Helga lĂ€sst ihren Blick durch die HĂ€userschlucht ĂŒber die Stadt hinweg zum Horizont schweifen. Ein heller Streifen, dort, wo sich Himmel und Erde berĂŒhren, lĂ€sst den herannahenden Tag erahnen. Die mit GrĂŒnspan ĂŒberzogenen KupferdĂ€cher sind mit Feuchtigkeit benetzt. Fast könnte man meinen, es ist taunasses Gras, das sich da bald der Sonne entgegen reckt.

„Wie lange kannst du noch bleiben?“, fragt Helga und blickt in Jakobs wasserblaue Augen.
„Noch ein bisschen“, meint er sanft und streicht mit seiner Hand durch ihr Haar.

Helga holt tief Luft. Es ist kĂŒhler hier draußen, die Luft ist schwer und frisch. All der Staub und die Hitze des Vortages sind weggewaschen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Nacht vertrieben und das Leben wieder in den Strassen, den Adern der Metropole, pulsieren wird. Ein weiterer Tag in einem brodelden Kochtopf.

Es ist still. Nur das Surren des KĂŒhlschranks und des Ventilators ist zu hören. Die beiden GerĂ€usche vermengen sich zu einer rhythmisch schwingenden Obertonmelodie.

„Du solltest dich ausruhen. Es wird ein heißer Tag“, klingt Jakobs Stimme in Helgas Ohren. Als ob er weit weg wĂ€re.

Sie glaubt zu spĂŒren, wie er einen Kuss auf ihre Wange haucht, dann kehrt sie der schlafenden Stadt den RĂŒcken und geht zurĂŒck an den Schreibtisch.
Sie nimmt den Zettel, auf dem nur wenige Worte stehen, und schleppt sich langsam zum Sofa.
Helga blickt auf das Blatt Papier, wÀhrend sie sich niederlegt. Sie zieht ihre Knie ganz eng an sich.
Als sie ihre Augen schließt, zerdrĂŒckt sie eine TrĂ€ne.
„Jakob?“
Es bleibt still.
Die Stadt schlÀft. Jakob schlÀft.
„Ich wĂŒnschte du wĂ€rst hier.“
Dann schlÀft auch sie.

__________________
Der OhrenschĂŒtzer

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Franka
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Hallo Isildur,

ein trauriger Text, der ganz auf meiner "WellenlĂ€nge" liegt, schreib ich doch auch gern und hĂ€ufig solche Texte, trotzdem denke ich, kann dein Text eine KĂŒrzung noch gut vertragen. FĂŒr mich schweift du zu oft ab, gibst du dem "ZwiegesprĂ€ch" zu wenig Raum.

Helga kneift die Augen zusammen, als die Buchstaben zu verschwimmen beginnen.
„Schlafmangel“, denkt sie und reibt sich die Augen.
Aber schlafen, das kann sie auch nach drei Tagen (NĂ€chten)Wachen noch nicht. Ein Blick auf den Wecker, der auf dem dunklen Eichenholzschreibtisch steht: FĂŒnf Uhr.
Helga streckt ihre Arme in die Höhe und die FĂŒĂŸe nach vorne. Sie fĂŒhlt sich schwer und mĂŒde.

„Riech mal die Luft hier draußen!“, hört sie Jakob rufen.
Helga steht auf und schlurft durch das Wohnzimmer Richtung Balkon.
„Die Luft nach einem Sommergewitter ist was Besonderes, nicht wahr?“, meint Jakob.
„Es wird wieder heiß heute“, stellt Helga resigniert fest.
Sie lehnt sich ĂŒber das gusseiserne BalkongelĂ€nder und blickt vier Stockwerke in die Tiefe. Nichts rĂŒhrt sich, alles schlĂ€ft noch.

Helga lĂ€sst ihren Blick durch die HĂ€userschlucht ĂŒber die Stadt hinweg zum Horizont schweifen. Ein heller Streifen, dort, wo sich Himmel und Erde berĂŒhren, lĂ€sst den herannahenden Tag erahnen. Die mit GrĂŒnspan ĂŒberzogenen KupferdĂ€cher sind mit Feuchtigkeit benetzt. Fast könnte man meinen, es ist taunasses Gras, das sich da bald der Sonne entgegen reckt.

„Wie lange kannst du noch bleiben?“, fragt Helga und blickt in Jakobs wasserblaue Augen.
„Noch ein bisschen“, meint er sanft und streicht mit seiner Hand durch ihr Haar.

Helga holt tief Luft. Es ist kĂŒhler hier draußen, die Luft ist schwer und frisch. All der Staub und die Hitze des Vortages sind weggewaschen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Nacht vertrieben und das Leben wieder in den Strassen, den Adern der Metropole, pulsieren wird. Ein weiterer Tag in einem brodelden Kochtopf.

Es ist still. Nur das Surren des KĂŒhlschranks und des Ventilators ist zu hören. Die beiden GerĂ€usche vermengen sich zu einer rhythmisch schwingenden Obertonmelodie.

„Du solltest dich ausruhen. Es wird ein heißer Tag“, klingt Jakobs Stimme in Helgas Ohren, als ob er weit weg wĂ€re.

Sie glaubt zu spĂŒren, wie er einen Kuss auf ihre Wange haucht, dann kehrt sie der schlafenden Stadt den RĂŒcken und geht zurĂŒck an den Schreibtisch.
Sie nimmt den Zettel, auf dem nur wenige Worte stehen, und schleppt sich langsam zum Sofa.
Helga blickt auf das Blatt Papier, wÀhrend sie sich niederlegt. Sie zieht ihre Knie ganz eng an sich.
Als sie ihre Augen schließt, zerdrĂŒckt sie eine TrĂ€nen.

„Jakob?“
Es bleibt still.
Die Stadt schlÀft. Jakob schlÀft.
„Ich wĂŒnschte du wĂ€rst hier.“
Dann schlÀft endlich auch sie.

Ist natĂŒrlich meine Art zu schreiben, nur eine Idee, aber vielleicht möchtest du ja darĂŒber nachdenken, und ich jetzt darĂŒber schlafen.

Lieben Gruß
Franka

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Isildur
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Registriert: Sep 2005

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Hallo Franka!

Erstmal ein Dankeschön fĂŒrs Lesen und fĂŒr die KorrekturmĂŒhen.
Ich hab ein paar Passagen deinen VorschlÀgen entsprechend geÀndert.

Allerdings sind es nur Kleinigkeiten. Soviel wie du aus dem Text rausoperieren möchtest, kann ich leider nicht rausnehmen.

Ich wollte hier ein Stimmungsbild zeichnen, das tatsĂ€chlich alles andere als fröhlich ist. FĂŒr mich gehört da schon dazu wo und wann sich das Ganze ereignet. Hochsommer und Stadt können schon sehr aufs GemĂŒt drĂŒcken. Aber die Zeit zwischen Nacht und Sonnenaufgang ist selbst in einer Stadt was besonders (zumindest hab ich das so erlebt).

Dies, eingestreut in das GesprĂ€ch, sollte eine gewisse LĂ€nge (natĂŒrlich nicht zu lang, oder gar Langweilig) erzeugen, ein ruhiges Moment, einen Ruhepol sozusagen. Das ist mir ebenso wichtig wie der Dialog selbst.


MfG
Isildur

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