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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Hell leuchtende Abendsonne
Eingestellt am 18. 03. 2012 00:39


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Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

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Hell leuchtende Abendsonne

„Au revoir, Cherie!“ flĂŒstert sie mit tonloser Stimme. TrĂ€nen fließen dabei ĂŒber ihre Wangen, verwischen ihr Make up, das aufzutragen sie niemals versĂ€umt hĂ€tte, ehe sie unter Deine Augen getreten wĂ€re. Ihre TrĂ€nen tropfen auf das Totenbett des Mannes, dem sie auf eine Weise verbunden war, wie nie je einem Liebhaber, eine Freund, einem GefĂ€hrten oder Ehemann, wie nie einem anderen Menschen oder Wesen ĂŒberhaupt außer eben Dir.
Als sie Dich kennengelernt hatte, sprach sie kaum Deutsch. Du sprachst nicht ihre Sprache. Eigentlich gab es gar keine Verbindung, keine Grundlage dafĂŒr, zu einander zu finden. Ihr habt Euch angesehen. Ihr habt Euch „erkannt“, wie das in der metaphorischen Sprache der Bibel genannt wird. In all der HintergrĂŒndigkeit, die damit gemeint wĂ€re. Ihr ward einander verfallen, ohne ĂŒberhaupt zu verstehen, was geschah.
Du sahst eine sphÀrische Erscheinung, die sie gar nicht war. Du glaubtest einen Engel zu erkennen? Sie war eine Socialatrice, sie war einfach eine Hure. Sie war eine kÀufliche Frau und sie war schon unendlich verkauft.
„M'amour!“ hast Du sie irgendwann genannt. Dein Französisch so rudimentĂ€r, dass es nicht einmal fĂŒr einen ganzen Satz gereicht hĂ€tte. Aber sie hat Dich verstanden. Sie hat Deine Botschaft gehört und wollte sie hören.
Sie sah einen grauen Wolf, an dem die KĂ€mpfe seines Lebens lĂ€ngst Spuren hinterlassen hatten, einen Mann in den Jahren, die wohl eher spöttisch „die besten Jahre“ genannt werden.
Du hast sie vom ersten Augenblick an befangen gemacht.
Maria Magdalena: fĂŒhlte sie sich so, oder hast Du sie so gesehen?
Aber Du warst nicht Jesus, nicht einmal der Superstar aus dem Musical.
Du wurdest nichtsdestotrotz oder gerade deshalb ihr Held.




Du hattest sie nur angesehen, und aus diesem Augenblick hatte sie sich nie wieder lösen können. Niemals und bis heute, wo sie Deine Augen ein letztes Mal liebkost.
Was fĂŒr ein besonderer Mensch warst Du fĂŒr sie.
Aber nun bist Du tot!

***

Sie war schon als kleines MĂ€dchen eine strahlende Schönheit gewesen, hatte Zauber versprĂŒht und Sympathie angezogen, ohne sich dafĂŒr auch nur bemĂŒhen zu mĂŒssen. Sie hatte nur allzu bald diesen Charme zu nutzen gelernt. Sie hatte gelĂ€chelt, und das Leben lĂ€chelte zurĂŒck und gewĂ€hrte ihr Gunst.
Dass es immer öfter das LĂ€cheln in den Gesichtern von MĂ€nnern war, bedeutete ihr nichts. Es war so einfach, so nahe, so liegend schließlich 

GĂ€be es MĂŒhsal auf dem Weg der Eroberung von Positionen, dabei, zu definieren, was ihr selbst wichtig wĂ€re im Leben?
Positionen als sexuelle Stellungen ließen sie nur lĂ€cheln. Sie schluckte und nahm es hin, und sie fand es unwichtig.
Bis, ja: bis sie Dich kennengelernt hatte.
Ihren Körper hinzugegeben hatte sie keine Hemmungen gehabt, hatte sie gelebt und so war sie ge­worden, was sie nun war: Eine Frau mit Erfahrungen, mit Erinnerungen und mit der Vertrautheit bei sexuellen Praktiken ohne jede Skrupel.
Bis sie Dich kennengelernt hatte.
„Cherie!“ hatte sie Dich eigentlich nur scherzhaft, nur wie in jugendlicher Herausforderung genannt. Aber es ist dann ihr Name fĂŒr Dich geworden. Unendlich intensiv und persönlich.
Es gab ein Licht und eine andere Wahrheit, in die sie eintauchen konnte. Nicht nur beim ersten Mal, sondern immer und immer wieder, wenn sie nur in Deine NĂ€he kam. Sex war nicht mehr beliebig. Hingabe keine Frage des Preises mehr oder nur ein Spiel ihres lasziven Körpers. Mit Dir und fĂŒr Dich wurde es eine Hingabe, ein Geschenk und etwas Wertvolles.

***

Du alter grauer Wolf hast gewusst, dass sie Dir nicht mit jungfrÀulicher Unschuld begegnete. Du hast sie gevögelt und Du hast gemocht, wie routiniert sie Lust vermitteln konnte.
„Willst Du mich von hinten nehmen?“
Du hast sie genommen 
 Du hast nicht einmal, sondern immer wieder die HĂ€nde auf ihren straffen Hintern gelegt, Dich entscheiden dĂŒrfen und sie genommen nach Deinem Belieben, „von hinten“ und auf jede Weise gustiert.
Sie hat sich Dir geschenkt, wie sie sich niemals zuvor verschenkt hatte. Kein Schmerz konnte sie beirren. Keine Praktiken sie verunsichern. Sie war mit allem ja schließlich lĂ€ngst vertraut.
Dir indes hat sie geschenkt, was sie bis dahin nur verkauft hatte.
Dich hat sie geliebt.

***

Ihre TrÀnen tropfen auf Dein Totenbett.
LĂ€sst Du sie zurĂŒck?
ÜberlĂ€sst Du Erinnerungen, Traurigkeit und Leere? Ist es fair, sie wieder allein zu lassen, nachdem Du ihr Leben verĂ€ndert hast?
Der Tag geht zu Ende.
Das Fenster nach Westen ist offen, ein Lufthauch streicht durch den Raum, und ein Lichtstrahl der am Horizont versinkenden Sonne.
So warm und lebendig erstrahlt ein letztes Mal Erinnerung:

Hell leuchtende Abendsonne ...

__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

Version vom 18. 03. 2012 00:39

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gareth
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Lieber Miro,

wenn sich in der Antwort eines Autors auf vorangegangene Kommentare sowas findet:

Was ist hier in der Leselupe MACHENSCHAFT ??
Ich möchte jedenfalls nicht dafĂŒr instrumentalisiert werden.


ist es dann vielleicht doch gut, noch ein paar SĂ€tze zu formulieren.

Gemeinsam mit vielen anderen Mitgliedern, Miro, fasse ich die Leselupe als ein Forum auf, dass es uns erlaubt, eigene Texte zu veröffentlichen und uns dann ggf. einer ebenso öffentlichen Diskussion und Kritik zu stellen. Die Art und Weise der Diskussion folgt, mit Ausnahme der Regeln des Anstandes, keinen festen Regeln und reicht von "gefĂ€llt mir", "gefĂ€llt mir nicht", ĂŒber die Frage der Motive und GefĂŒhle bis zu intensiven Diskussionen ĂŒber poetische Formen, Versmaße, Rhythmen, semantische Fragen usw.

Dein Text "Hell leuchtende Abendsonne" gefĂ€llt mir nicht. Ich teile vollstĂ€ndig knychens Urteil, der ihn zutreffend als "schwĂŒlstig" charakterisiert, und gehe in meiner Ablehnung darĂŒber hinaus.

UrsprĂŒnglich wollte ich ihn ĂŒberhaupt nicht kommentieren. Als ich aber den Satz von equinox las:

...aber zu dem Text kann ich mich nicht Ă€ußern, ohne von meinem Leben preiszugeben.

habe ich spontan reagiert, weil ich gerne wissen wollte, was ihr an der Geschichte gefÀllt und ich verstand auch nicht, warum man zwingend sein Leben preisgeben muss, wenn man einen Text kommentiert.

Nach dem zweiten Kommentar von equinox hĂ€tte ich diese Frage jetzt, im Nachhinein, lieber nicht gestellt, weil sichtbar wird, dass sie zu nichts fĂŒhrt.

Jetzt aber zu Deinem Text, Miro.

Ich finde, es ist ein ungewöhnlich schwacher Text.

Eigentlich liegt ihm ein interessantes Thema zu Grunde: Eine wunderschöne, junge Hure ist, bzw war, mit einem alten Mann liiert. Da gÀbe es allerhand zu erzÀhlen.

Du machst bedauerlicher Weise daraus eine reine Ansammlung von Klischees:

TrĂ€nen tropfen und die Sonne geht unter, sie flĂŒstert leise "Cherie" und das wird uns dann noch erklĂ€rt, warum sie Cherie flĂŒstert, und dann sagt sie noch „M'amour!“, dann wird rhetorisch gefragt, ob er denn geglaubt habe, in ihr einen Engel (!) zu erkennen und ob sie sich vielleicht als Maria Magdalena (!) gefĂŒhlt hat, aber nein, dann hĂ€tte er, der graue Wolf, ja Jesus (!) sein mĂŒssen, der er aber nicht ist, wie man erfĂ€hrt, nicht mal der Jesus aus Jesus Christ Superstar (!).

SpÀtestens hier hört man, also ich jedenfalls, normalerweise auf, weiterzulesen.

Es kommt aber noch einmal die genaue ErlÀuterung ihrer Jugend und Schönheit und ihrer sexuellen Hemmungs- und Skrupellosigkeit.

Dann gibt es, ganz wichtig, noch einen eigenen Absatz fĂŒr den Analsex und dann tropfen wieder die TrĂ€nen und dann versinkt die, bis dahin hell leuchtende, Abendsonne.

Ich wollte, wie bereits gesagt, diesen Text eigentlich nicht kommentieren, aber soweit ist es noch nicht in der Leselupe, dass wir hier die Autorenkollegen nicht direkt ansprechen, wenn es etwas zu sagen gibt.

Ich gebe zu, dass Dein Kommentar mich etwas Ă€rgerlich gemacht hat, weil ich es anmaßend fand, dass Du dir eine Instrumentalisierung verbeten willst, was immer das auch sein soll. Ich bin jetzt aber wieder ganz freundlich und wĂŒrde Dir empfehlen, mehr ĂŒber Deine Schreibweise und weniger ĂŒber Motive der Kommentatoren nachzudenken.

Es steht Dir aber selbstverstĂ€ndlich völlig frei, genau so weiter zu schreiben, weil ich natĂŒrlich nicht Recht haben muss.

GrĂŒĂŸe
gareth
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Wie hÀsslich ist ein schrÀges Treiben,
da lob ich mir mein trÀges Schreiben.

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equinox
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Hallo gareth,

ich kann Deine AusfĂŒhrung durchaus verstehen, aber die von Miro auch.

Er hat hier eine Liebesgeschichte geschrieben ĂŒber einen "gefallenen Engel" und dem "grauen Wolf" als ihr Retter.
Ihr Sinnbild fĂŒr das Gute im Leben.
Was ist daran verkehrt?

Passiert immer wiedermal im Leben.

Über das Großgeschriebene "Dich" bin ich natĂŒrlich auch gestolpert. Aber ich denke einfach, vielleicht hat er ja die Geschichte fĂŒr jemanden verfasst.

So sehe ich das jedenfalls.

Ich bin ein MĂ€dchen und darf das gutfinden. Mag es Dir - schwĂŒlstig - erscheinen!


Ein frohes Restostern

equinox


ps: bei event. Fragen schreib mir eine Nachricht.

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gareth
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Hallo Miro,

Ich habe frĂŒher unter meinen Kommentaren, noch ausfĂŒhrlicher als ich es bei Dir getan habe, erklĂ€rt, dass ich mit dem, was ich da sage, den/die Autor/in keinesfalls entmutigen will, dass das alles nur meine persönliche Meinung ist und ich im Gegenteil hoffe, dass der Angesprochene das fĂŒr ihn Verwertbare meines Kommentars, soweit vorhanden, erkennt und nutzt.

Deine Erwiderungen habe ich aufmerksam gelesen und werde selbstverstĂ€ndlich in Zukunft keine Deiner Veröffentlichungen mehr kommentieren. Es soll ja irgendwie fĂŒr beide Seiten einen Sinn machen.

Was Du mit Diesem Text machst, ist Deine Sache. Ihn zu löschen, nach dem ersten kritischen Kommentar, weil Du Dich schlecht behandelt fĂŒhlst, ist, das sei Dir noch mit auf den Weg gegeben, die schwĂ€chste aller möglichen Reaktionen.


In diesem Sinn
gareth
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da lob ich mir mein trÀges Schreiben.

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