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Leselupe.de > Kurzprosa
Helles Licht
Eingestellt am 11. 02. 2003 19:18


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flammarion
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Was immer auch war, ich sehe und f├╝hle mehr vom Licht

Ich wei├č nicht, woher das Licht kommt. Es flie├čt durch das Blattwerk des Waldes und durch die Dornen. Es blendet mich. Ich sp├╝re Schmerzen in meinen Augen. Tr├Ąnen rinnen ├╝ber meine Wangen. Das Licht sticht Dornen in mein Fleisch. Es scheint mir meine Haut in Fetzen vom K├Ârper herunter zu rei├čen. Wie in Trance sp├╝re ich eine Hand an meiner Kehle. Ich sacke weinend zu Boden. Ist es ein Traum?
Pl├Âtzlich sehe ich die Gestalt einer Person. Sie ruft mich. Ich erkenne sie nicht, das Licht ist zu hell. Kraftlos sacke ich ins Nichts. Die Schmerzen in meinem K├Ârper lassen mich weinen. Ich h├Âre mich weinen. Ich versuche, aufzustehen, mich zu bewegen, aber ich kann nicht. Ich habe keinen Willen. Ich bleibe liegen und versuche, zu schreien, aber es ist nur ein Weinen. Jetzt ist es soweit: mir ist alles egal. Welt, Sorgen, Anstrengung, Raum und Zeit, alles egal. Leblos liege ich im Wald, gefangen und verloren in tiefer Leere, umh├╝llt von hellstem Licht. Ich verliere die Besinnung.
Pl├Âtzlich kommt von oben, weit entfernt, ein Ton herab und er bahnt sich einen Weg n├Ąher zu mir. Gebannt h├Âre ich immer mehr zu. Er umzingelt mich und umarmt mich. Ich lasse mich anziehen und er kommt von ├╝berall. Dann versuche ich, meine Haut vor dem hellen Licht zu sch├╝tzen und schaue, woher der Ton kommt.
Ich fange wieder an, zu leben. Ich sehe wieder die Gestalt. Sie hat Dornen in ihrem Gesicht, daraus kommt das Licht. Benommen ber├╝hre ich die Gestalt, die vor mir kniet, in Licht geh├╝llt. Ich sp├╝re, dass sie spricht. Erschrocken halte ich den Atem an und blicke zur├╝ck. Da war das Licht dann verschwunden. Was ist geschehen? Ein Ende?
Ich bin mit ihr zusammen erwacht. Ich springe auf und sehe: meine Haut wird wieder wei├č. Nie zuvor sp├╝rte ich solche Erleichterung. Ich bin wieder mein, nicht irgendeines anderen Teil. Trotzdem aber versuche ich, das Geschehene nicht dichter werden zu lassen. Ich schaue in das Licht und sehe, wo es sie bewegt. Aber jetzt f├Ąngt sie an, immer in einem anderen Licht kalt, noch heller und durchsichtig zu werden. Sie kann gehen. Keine Helle mehr.
Mehr wird von einer, die demnach noch auf ist, gesagt.

__________________
Old Icke

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Rote Socke
Guest
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Liebe oldicke,

das Werklein hab ich jetzt erst entdeckt. Wunderbar lyrisch verfasst. In solcher Erz├Ąhlsprache solltest Du mehr verfassen. Das liegt Dir.

Gruss
Socke

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Zarathustra
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kompliment,

mir kam es vor, wie die eigene Erfahrung eines Saulus - Paulus Ereignisses. Oder wie Mose vor dem brennenden Dornbusch... er brennt, doch verbrennt er nicht.
War das beabsichtigt?

Die Sprache ist sehr sch├Ân.
__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

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flammarion
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kicher

ach, meine lieben, wenn ihr w├╝├čtet! aber ich kl├Ąre euch gerne auf. obiges machwerk ist aus einer schreibaufgabe erwachsen, die einige berliner lupis sich allmonatlich stellen. im vorliegenden fall wurde ein in der lelu gepostetes werk zerschnippelt in seine einzelnen worte. diese "T├╝te deutsch" bekam dann jeder von uns in die hand gedr├╝ckt, ohne zu wissen, welche geschichte es einmal war und jeder mu├čte sein eigenes ding draus machen. also ein hoch auf den, der damals jene unglaubliche lichtgeschichte in die lupe setzte und sich dann nie wieder blicken lie├č . . . mir f├Ąllt leider im moment weder titel noch autor ein.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Rote Socke
Guest
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Socke lacht!

Oldicke,
dann ist es doch die L├Âsung f├╝r gute Prosa: Wir fangen hier mal an zu schnippeln.
Aber so ganz glaube ich Dir nicht, dass Du alles "nur" zusammen gestoppelt hast. F├╝r mich ergibt der Text Sinn und ist des Lesens wert.

Gr├╝├čeli an die "verr├╝ckten" Berliner

Socke

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flammarion
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ei,

socke, das ist ja ganz toll. nat├╝rlich mu├č man eine idee haben, was man mit den vorgegebenen worten macht. es sollte ja was sinnvolles ergeben. aber noch mal wollen die berliner so eine schnippelei nicht vorgesetzt bekommen, leider. borax hatte auch eine wundersch├Âne geschichte zusammengebastelt, aber leider nicht ver├Âffentlicht.
deine gr├╝├če gebe ich mit freuden weiter.

jedenfalls hie├č die urspr├╝ngliche geschichte "Licht" und der autor hat wirklich nur das eine ver├Âffentlicht.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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