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Leselupe.de > Feste Formen
Helsinki (Limerick)
Eingestellt am 21. 12. 2011 21:23


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w├╝stenrose
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Auf 'ner klapprigen Barke in Helsinki
fragt ein bildsch├Ânes M├Ądchen: ÔÇ×Wie schnell sinkt sie?ÔÇť
Ihr Liebster, der Friede-
mann, ├Ąu├čert: ÔÇ×Rapide!
Denn mich kitzeln die Flossen des Wels' im Knie!ÔÇť

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Bernd
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Sch├Âne, wenn auch leicht unsaubere Doppelreime und eine sehr sch├Âne Pointe.
Und wunderbar skurril mit einem Schuss schwarzem Humor.

Ich denke, der Limerick funktioniert gut.
Trage ihn vor, wenn Du kannst.
Du wirst sehen.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Bernd
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Noch zwei kleine Bemerkungen: Vortragen ist eine sehr gute Methode zum Pr├╝fen, laut lesen auch ohne Publikum zeigt schnell St├Ârungen an.
Identische Reime in der 1. und 5. Zeile kommen vor allem bei Lear vor. Diese Form ist seltener geworden. Sie ist in gewisser Hinsicht auch viel schwieriger als "echte" Reime, weil der Limerick ja wirken soll. Lear verwendete in dem Fall meist sehr skurrile Bilder.

Was die Strenge betrifft: Ich bin dabei, ein Buch von Umberto Eco zu lesen, es geht eigentlich ├╝ber das ├ťbersetzen.
Er f├╝hrte dort aus, dass das Wesentliche beim ├ťbersetzen die Werktreue ist.

In ├ťbertragung auf die Form w├╝rde ich formulieren, dass es nicht auf die Strenge ankommt, sondern auf die Treue. Formtreue erscheint mir wichtiger, als Strenge, insbesondere, wenn die Form Freiheiten erlaubt.
Einerseits gibt das mehr Freiheiten, andererseits schr├Ąnkt es Freiheiten ein.

So erlaubt der Limerick unsaubere Reime, sofern sie ein bestimmtes Ma├č nicht ├╝bersteigen. Insbesondere muss der Reim m├╝ndlich m├Âglichst sauber sein. Schriftlich spielt es keine Rolle (manche spielen damit). Das erm├Âglicht es, dass manche Limericks "regional" sind, wegen der unterschiedlichen Sprechweise.
Wenn ein Limerick nicht komisch ist, dann verletzt er die Formtreue.
Bei den meisten Limericks wird die Pointe im letzten Vers die Komik erzeugen. Bei Lear sind es aber auch durchgehende skurrile Bilder, die letzte Zeile enth├Ąlt dann keine besondere Pointe, sondern wiederholt den Namen oder den Ort oder beides.

Der Limerick muss aber im wesentlichen die Rhythmik einhalten.
Der Auftakt und der Schluss eines Verses kann aber jeweils unterschiedlich viele Silben haben, ohne die Form zu verletzen. (Beim Schluss ist das wegen des Reimes nicht innerhalb eines Gedichtes m├Âglich.)


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HerbertH
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Hallo W├╝stenrose,

inhaltlich super, aber das Metrum funzt h├Âchstens, wenn man Helsinki Xxx betont.... Ich kenne es als xXx. - Aha, die Finnen betonen alles auf der ersten Silbe ... Dann passt es ja. Allerdings sind zwei unbetonte Silben am Ende der 1.,2. und 5. Zeile ungew├Âhnlich, zumindest f├╝r mein - begrenztes - Limerick-Verst├Ąndnis


Die Reime st├Âren mich nicht

LG

Herbert
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Bernd
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Zwei unbetonte Silben am Ende sind nicht h├Ąufig, versto├čen aber nicht gegen die Form. Im Gegensatz zum Zeilenanfang ziehen sie sich aber an den entsprechenden Stellen durch - wegen der Reime.
Am Versanfang k├Ânnen null, eine oder zwei unbetonte Silben stehen, der Auftakt kann also unterschiedlich sein. (In englischen und deutschen Gedichten gibt es h├Ąufig solche M├Âglichkeiten, sie sind taktgebunden (taktz├Ąhlend, w├Ągend), dagegen w├Ąre es wohl in franz├Âsichen oder italienischen Versen ein Versto├č, da sie meist silbenz├Ąhlend sind.
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w├╝stenrose
Routinierter Autor
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Hallo Herbert,
besten Dank f├╝r deinen Kommentar!
Habe - passend zum Thema - noch folgenden netten Limerick (Verfasser unbekannt) gefunden:

There was a young lady of Tottenham,
Her manners - she's wholly forgottenham.
While at tea at the Vicar's
She took off her knickers,
Explaining she felt much too hottenham.


guten Rutsch! w├╝stenrose

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