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Leselupe.de > Gereimtes
Herbst
Eingestellt am 08. 09. 2003 21:23


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Dietrich Stahlbaum
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

Werke: 23
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Herbst

Jetzt hast du so viele Jahre
gelebt, so viele Jahre hast du
gelebt: partout.
Schatten im Gesicht. Die ersten grauen Haare.
Bald fallen dir auch die Augen zu.
An den BĂ€umen verbrennt das Laub.
Und die Beeren glĂŒhn. Pflugschare
schÀlen die Erde.
Und die Pferde
schÀumen an der Kandare.
Wie Staub
hÀngen die BlÀtter. Und die Stare
versammeln sich auch - zur Flucht,
an den FlammenrÀndern.
Über den GĂ€rten, LĂ€ndern
und ĂŒber der Schlucht:
Wolkenreste,
wie Asche, als ob alles schwebe.
Spinnen spannen ihre Gewebe
zwischen die schwarzen Äste.
Aus den BÀumen fÀllt die Frucht.

(1960)



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Monfou Nouveau
???
Registriert: Aug 2003

Werke: 2
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Hallo Mr. Stahlbaum,

ein großartig herbes Gedicht. Die ersten drei Zeilen haben es mir angetan. Gibt die Jahreszahl in Klammern tatsĂ€chlich die Entstehungszeit an? Es erinnert mich - ohne dass ich Nachahmung sĂ€he - an manche Lyriker, die um diese Zeit schrieben. Ich habe ein wenig an Huchel, Bobrowski, Eich ect. gedacht.

Beste GrĂŒĂŸe
__________________
Monfou

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Dietrich Stahlbaum
HĂ€ufig gelesener Autor
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Das Gedicht und anderes

Mon-cher-fou!

Nachdem ich mir Ihr/Dein Profil angesehen habe, weiß ich noch immer nicht, wem ich hier antworte.

Das Gedicht ist tatsĂ€chlich 1960 entstanden. Meine Frau hatte es jetzt wiederentdeckt. Sie meint, ich mĂŒsste mich damals wohl geirrt haben, denn inzwischen sind die LETZTEN Haare weiß.

Ich habe damals (den ganzen) Rilke und Benn gelesen, einiges auch von Eich und anderen. In den Sechzigern waren wir noch ziemlich sinnlich-emotional und zeigten auch unsere GefĂŒhle.

Übrigens, mon cher Fou, als am 30. November 1953 die ersten Fallschirmspringer meines Bataillons in Dien Bien Phu (Nordvietnam) gelandet waren und ihnen bewusst wurde, wo sie sich befanden, sagte einer von ihnen: "Tiens, bien fou!"

Mehr dazu auf meiner Homepage.

Herzliche GrĂŒĂŸe vom Stahlbaum




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