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Leselupe.de > Kurzprosa
Herbst
Eingestellt am 20. 10. 2006 15:22


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JMG
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Oct 2006

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HERBST


Und so stehe ich nun da, mit nichts als einem unbestimmten Gef├╝hl tief in mir, welches mich, wie es scheint, innerlich zerrei├čt. Ich sp├╝re, dass dieses Gef├╝hl ein Durcheinander von Emotionen ist, Trauer, Wut, Verzweiflung.

Die Schwachen werden nicht ├╝berleben.

Meine Nase nimmt den schwachen Duft des Herbstes auf, doch es ist nur ein Gef├╝hl, dass es so ist, denn ich rieche nichts.
Meine Haut sp├╝rt einen zarten Herbstwind, doch auch das kann ich nicht genau sagen, denn ich f├╝hle nichts.
Meine Augen sollten einen d├╝steren Friedhof sehen, dennoch kann ich nicht mit Gewissheit sagen, dass ich mich auch auf einem solchen befinde, denn ich sehe nichts.
Meine Ohren nehmen den zarten Laut einer der letzten, noch nicht in den S├╝den gezogenen V├Âgel auf, dennoch bin ich gefangen in einem Meer der Stille, denn ich h├Âre nichts.

Die Schwachen werden nicht ├╝berleben.

Zarte Nebel steigen auf, und mit ihnen ein Gef├╝hl von Einsamkeit, dem ich mich nicht entziehen kann. Auch eisige K├Ąlte kommt auf, jedoch ist es nur mein eigenes Wesen, mein Innerstes, das zu erfrieren scheint. Als w├Ąre ich gefangen in meinem eigenen K├Ârper, nicht wissend, was ich tun kann, um mich zu befreien.

Die Schwachen werden nicht ├╝berleben.

Ob ich schwach bin? Mein Herz sagt mir, dass es bald Zeit ist, zu gehen, anderen zu folgen, in eine unbekannte Zukunft, weit weg von all den Sorgen, Schmerzen und Ängsten. Doch auf ein Wiedersehen zu hoffen, dem man nur entgegenkommen kann, indem man weggeht, ist kein Trost, keine Insel aus Hoffnung im Meer der Verzweiflung.

Die Schwachen werden nicht ├╝berleben.

Der Sommer kam und ging, geblieben ist nichts au├čer Erinnerungen, die langsam verstreichen, vergehen. Nun ist es Herbst, ruhig und friedlich, und doch kann ich keinen Frieden finden, ich werde auf dieser Welt nur wandeln, wie eine formlose Gestalt, die auf einen Retter hofft, auf jemanden, der sie zu einem Ort der Sicherheit f├╝hrt. Erdr├╝ckende Gedanken, beschwerende Gef├╝hle, ohne Raum und Zeit, und, wie es scheint, ohne Ende.

Die Schwachen werden nicht ├╝berleben.

Herbst, die Natur stirbt, verendet, gefangen im Kreislauf des Lebens, genau wissend, dass das Ende bevorsteht. Ende...wenn doch nur ein Ende auch f├╝r mich zu sehen w├Ąre, ein Ende...mein gr├Â├čter Wunsch.

Die Schwachen werden nicht ├╝berleben.

Je l├Ąnger ich dar├╝ber nachdenke, merke ich, dass ich auch eine der Schwachen bin, und nicht ├╝berleben kann. Es ist nicht m├Âglich, es kann einfach nicht sein. Die einzige M├Âglichkeit ist ein Ende. Doch niemand kann mir helfen. Doch, da ist jemand. Ich kann mir selbst helfen. Ich MUSS mir selbst helfen. Jedoch kann ich nicht mehr l├Ąnger warten, jetzt ist die einzige Chance dazu.
Wohin tragen mich meine F├╝├če? Ich kann sie nicht mehr kontrollieren. Ich bin machtlos. Vielleicht helfen sie mir, mir zu helfen? Ich muss blo├č warten, denn das Einzige, was ich tun kann, ist doch, mir selbst zu helfen. Ich muss blo├č abwarten.
Was ist das f├╝r ein Gef├╝hl? Ein Gef├╝hl der Leichtigkeit, der Schwerelosigkeit, erf├╝llt mich, mir ist, als ob ich falle...Jetzt wei├č ich es! Genau, das ist es!
Es ist das Ende...


(JMG)

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inken
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Julia, willkommen hier in der LL.

Mach dir nichts aus miesen anonymen Bewertungen.
Manche Leute sind hier einfach so drauf.

Ich denke, mit 14, wie du es in deinem Profil angibst,
ist es schon mutig, einen solchen Text zu ver├Âffentlichen,
aber du k├Ânntest ruhig noch etwas genauer werden, ich meine, man erf├Ąhrt so gar nichts ├╝ber den Ausl├Âser dieser Stimmung und das ist irgendwie schade. Vielleicht machst du es noch etwas genauer?

Liebe Gr├╝├če inken

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