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Leselupe.de > Ungereimtes
Herbst
Eingestellt am 21. 10. 2008 18:03


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OlafMietender
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2008

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Auch ich bin ein Schweigen

Herbstliche Dunkelstunden
fĂŒhren mich
auf die kleineren Pfade.
Im schwindenden Licht

setz' ich bedachtsam
Schritt vor Schritt.
Feucht ist das Laub
unter meinen Schuhen.

Allein zu gehen bin ich gewohnt.
Mich schreckt nicht die große Stille
zwischen den BĂ€umen.
Auch ich bin ein Schweigen.





Version vom 21. 10. 2008 18:03

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Epkachan
???
Registriert: Jun 2006

Werke: 5
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hallo olaf,
ich denke, dass dein gedicht gute gedanken hat, die man lyrisch verpacken könnte. vielleicht kannst du mit meinem kommentar etwas anfangen, ĂŒbernehmen oder auch lassen, ich habe nur deine worte aus dem gedicht genommen und sie anders zusammengesetzt.


1. strophe: wenn man schon im dunkeln ist, dann kann danach kein licht mehr schwinden, es ist ja keines mehr da,
mein vorschlag:


es schwindet
das licht
auf kleinen pfaden

geh' ich alleine

schritt fĂŒr schritt
auf feuchtem laub

dunkle stunden

zwischen den bÀumen
stille
auch mein schweigen



ich bin ein schweigen
kann ich mir schwer vorstellen.
und große stille ist eher nur eine theorie, ein vertrautes gerĂ€usch wird es immer geben.

lieber gruß, epkachan



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OlafMietender
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2008

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hallo epkachan,

zunĂ€chst einmal: vielen dank fĂŒr deine ĂŒberlegungen zu meinem kleinen einstandstext. deine argumente sind nicht von der hand zu weisen, und ich verstehe wohl, was du sagst.
insbesondere bei der "großen stille" muss ich dir recht geben - das ist eine außerordentlich abgegriffene wendung, wenn ich ehrlich bin, eine leerformel. auf die "dunkelstunden" allerdings wĂŒrde ich ungern verzichten, die scheinen mir doch eine gewisse originalitĂ€t zu haben. ebenso verhĂ€lt es sich mit "ich bin ein schweigen" - damit gebe ich dem gedicht einen gewissen kick richtung 'moderne romantische ironie und metapoesie', wenn du verstehst, was ich meine ...
ich lasse den text zunÀchst einmal so stehen wie er ist, denn ich denke, so kann die diskussion dazu nachvollzogen werden. falls mir eine passend verÀnderte version gelingen sollte, kann ich sie ja hier unten noch anhÀngen.

dankend grĂŒĂŸt

OM

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Beba
Guest
Registriert: Not Yet

Ich habe nichts zu meckern, wie ich in der Bewertung klargestellt habe. Ich finde den Text sehr gelungen und wĂŒrde nichts Ă€ndern wollen. Besonders den letzten Absatz finde ich (herbstlich) gelungen. Auch ich bin ein Schweigen muss so stehen bleiben! Ich stelle mir z.B. eine Parkallee im Herbst vor. Jeder Baum ein Schweigen, und auch ich ...

Ciao,
Bernd

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10343
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Hallo Olaf,

ich schließe mich Epkachan an. Er hat seinen Vorschlag ĂŒberzeugend begrĂŒndet.

Nur seine letzte Zeile wĂŒrde ich noch schlichter formuliern

zwischen den BĂ€umen
stille
und mein Schweigen.

Ich habe die Vermutung, dass Du nicht weißt, was es bedeutet, ein Schweigen zu sein. Das gibt es tatsĂ€chlich, aber um das zu verwirklichen muss man viele Jahre seines Lebens daran gearbeitet haben. Ein Schweigen geworden sein, fĂŒr anfangs eine Minute spĂ€ter vielleicht 10 minuten, bedeutet, alle Empfindungen und Gedanken in sich selbst zu absoluter Ruhe gebracht zu haben.

Auf andere Weise kann man kein Schweigen sein.

Epkachans Zeilen haben eine sichere ruhige Dynamik, die ich in Deinem Text vermisse. Sein Spannungsbogen lĂ€uft gleichmĂ€ĂŸig auf ein Ziel zu, wĂ€hrend Du Dich in Deinem Text verzettelst.

Bei Epkachan kann man die Dinge tiefer miterleben. Da ist die DĂ€mmerung, die Enge, man riecht das feuchte Laub, schließlich gelangt man in Dunkelheit, und da offensichtlich nicht einmal mehr ein Vogellaut zu hören ist, auch in eine Stille.

Was dann kommt, ist sensationell: Es wird etwas vom lyrischen Ich abgelöst, hinweggetragen, es nistet sich ein zwischen den BaumstĂ€mmen und fĂŒhrt dort ein Eigenleben, nĂ€mlich das Schweigen des Lyri.

Dort befindet es sich nun und selbst Hase und Igel könnten es wahrnehmen das Schweigen des Lyri, weil es nÀmlich etwas Einmaliges, Individuelles ist mit keinem Schweigen eines anderen Menschen verwechselbar.

Siehst Du, die Schlichtheit schenkt dem Text die Tiefe und nicht der kleine "gewollte Schlenker" in die irgendwo abgeguckte Moderne.

Habe einfach mehr Mut, Du selbst zu sein, wenn Du schreibst und schau Dir mal an, wie man einen Spannungsbogen aufbaut.

Dein Potential ist nicht schlecht, und ich denke die LL ist ein Ort, der Dir helfen könnte, Deine Schreibe zu verbessern.

Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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OlafMietender
Festzeitungsschreiber
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liebe/r epkachan, Beba, HerbertH, Heidrun D., Vera-Lena und NDK,

danke euch allen fĂŒr das lesen und die beschĂ€ftigung mit diesem herbst-text. ich notierte ihn aus einer spontanen impression heraus, Heidrun hat das sehr unmittelbar aufgegriffen. weiter oben erwĂ€hnte ich ja bereits, dass ich epkachans argumente sehr gut nachvollziehen kann (und damit auch die deinen, Vera-Lena). in diesem zusammenhang bedanke ich mich besonders bei NDK, der (die? ich weiß es leider nicht) mir eine besondere freude machte, indem er/sie die "dunkelstunden" enttarnte: vielleicht ist ja nun klar, dass sie nicht ganz zufĂ€llig auftauchen, sondern so etwas wie ein kleiner schnörkel sind, eine art verweis ... deshalb möchte ich sie eben auch gerne "behalten" (stichwort noch einmal: metapoetik).

prinzipiell bin ich aber, wie gesagt, auch ganz einverstanden mit einer weiterbearbeitung im sinne von Vera-Lena oder epkachan, lasse dennoch die obige version stehen, die diskussion spricht ja fĂŒr sich.
was die letzte zeile angeht, könnte ich mir gut vorstellen, auch das und noch zu streichen:

zwischen den BĂ€umen
stille
mein Schweigen

_____________

dann noch folgendes:

quote:
Ich habe die Vermutung, dass Du nicht weißt, was es bedeutet, ein Schweigen zu sein. Das gibt es tatsĂ€chlich, aber um das zu verwirklichen muss man viele Jahre seines Lebens daran gearbeitet haben. Ein Schweigen geworden sein, fĂŒr anfangs eine Minute spĂ€ter vielleicht 10 minuten, bedeutet, alle Empfindungen und Gedanken in sich selbst zu absoluter Ruhe gebracht zu haben.

dies, Vera-Lena, lĂ€ĂŸt mich an dĂŒrckheim, exist-rĂŒtte, eventuell auch tich nathan, willigis jĂ€ger oder ilse middendorf/hertha richter denken - vielleicht unterschĂ€tzest du mich ... aber vielleicht ist es besser, unter- als ĂŒberschĂ€tzt zu werden

nĂ€chtliche grĂŒĂŸe, OM.




__________________
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