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Leselupe.de > Ungereimtes
Herbst
Eingestellt am 30. 10. 2009 21:00


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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2003

Werke: 25
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Ein grĂŒnes, zartes Blatt
sah viele, viele Sonnen.
Jeden Tag
eine andere.

Aber die erste,
die es gesehen hatte,
war die schönste gewesen.

Und so sehr sehnte
das grĂŒne Blatt sich nach der ersten Sonne,
dass es darĂŒber
zu trinken vergaß.
Und braun wurde.

Und dann fiel es vom Baum.

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Lieber Sekers,

die Idee finde ich gut, das Blatt als Metapher zu benutzen fĂŒr eine unstillbare Sehsucht, eine Treue, die geradewegs in den Tod fĂŒhrt.

Der Titel "Herbst" will mir nicht so recht dazu passen, denn das wĂŒrde ja bedeuten, dass es allen BlĂ€ttern so ergeht und ich glaube nicht, dass Du es so gemeint hast.

Ich möchte Dir einen verkĂŒrzten Vorschlag unterbreiten. Etwas komprimiert wirkt der Text attraktiver, finde ich.


Ein grĂŒnes, zartes Blatt
sah viele Sonnen,
jeden Tag eine andere.

Die erste war die Schönste.

Es sehnte sich so sehr
nach der ersten Sonne,
dass es zu trinken
vergaß.

Es wurde braun
und fiel vom Baum
an einem Herbsttag.



Der Text klingt ein bisschen wie aus einem MĂ€rchenbuch, als ob eine Elfe beispielsweise einem Kind erklĂ€ren wĂŒrde, warum BlĂ€tter von den BĂ€umen fallen.

Ich warte mal noch mit meiner Bewertung, bis ich eine Antwort von Dir habe, denn vielleicht habe ich Dich ja ganz falsch verstanden. Auf jeden Fall verstehe ich die niedrigen kommentarlosen Bewertungen hier nicht.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2003

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es war ein Mal

Hallo Vera Lena,

Danke dass du Dich mit den Herbstzeilen auseinandersetzt.

und obwohl auseinander-setzen so distanziert klingt, ist es in Wahrheit doch mehr das Gegenteil, mehr ein zusammen-Sitzen und brĂŒten und herauskitzeln versuchen, was denn der Text wieder bedeuten könnte.

schreiben ist ja, wie man hier auf der LL sieht, nicht schwer. sich verstÀndlich machen hingegen eine Kunst

ich möchte Dir gerne also sagen versuchen,
was ich vermeintlich meinte:


"... viele, viele ...", "... jeden Tag eine andere [Sonne sehen]..."
also der Text sollte nicht ganz wie aus einem MĂ€rchenbuch klingen, sondern so anheben, wie ein Kind vielleicht ein MĂ€rchen erzĂ€hlen wĂŒrde.

"aber die erste ... die schönste"
typisch MĂ€rchen, jetzt beginnt die eigentliche Handlung.

das Kind, das auf diesen grĂŒnen Seiten so technokratisch und oft das Lyrich genannt wird, erklĂ€rt einem anderen (jetzt also dem Lyrdu), was es mit dem braunen Blatt, das da am Boden liegt, fĂŒr eine Bewandtnis hat.

und Kinder gebrauchen ja, Ralf Langer wĂŒrde sagen VersatzstĂŒcke, Floskeln aus den MĂ€rchenbĂŒchern, wenn sie selbst einmal zu erzĂ€hlen beginnen.

dieses Kind hat irgendwo, Funk, Fernsehen oder Mutter, aufgeschnappt, dass nicht trinken nicht gut ist. (Ich meine diese 2 l FlĂŒssigkeit pro Tag Geschichte habe ich mindestens schon 2000 Mal gehört, aber das ist eine Abschweifung)

und dann ist zu so einer kindlichen ErklÀrungsgeschichte kein allzu weiter Weg mehr.

"Und braun wurde."
jetzt ist das MĂ€rchen, die ErklĂ€rung und beides vorĂŒber.

was es nicht weiß, aber der Verfasser der Zeilen, und das ist ihm bewusst auch erst geworden, nachdem V.-L. fragte, ist, dass es dabei ist zu lernen/zu erzĂ€hlen, dass mit dieser altklugen Geschichte auch seine eigene Kindheit vorbei ist.

daher dann noch das zugegebenermaßen mehrdeutige(, aber wir sind ja in der Lyrecke):

"und dann fiel es vom Baum."

dass Du, liebe Vera Lena, gewiefte Leserin und Versteherin, unstillbare Sehnsucht, Treue, die geradewegs in den Tod fĂŒhrt, liest, sagt mir wiederum, oder macht mich erkennen, dass diese Begriffe mehr mit dem Kindsein zu tun haben - mĂŒssen, als unsereins, der so viel schreibt und unverstĂ€ndlicht, eigentlich fĂŒr möglich hielte.

Liebe GrĂŒĂŸe

G.

PS: hÀtte ich fast vergessen. der Herbst. ja, es war Oktober und ich ging gerade mit einer Freundin spazieren. Herr, es ist Zeit ...

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber sekers

danke fĂŒr Deine Antwort! Ja, das Sich- binden-können stammt ganz gwiss aus der Kindheit, denn hier wird alles im Unterbewusstsein gespeichert, was das Kind in dieser Hinsicht durch die Erwachsenen positiv oder negativ erfĂ€hrt. NatĂŒrlich spielt auch noch eine Rolle, was es dann spĂ€ter erlebt, wenn es schon alt genug ist, um sich an diese Erfahrungen erinnern zu können.

Na, das freut mich, dass ich die NĂ€he zum MĂ€rchen, welche Du auch teilweise beabsichtigt hattest, herauslesen konnte.

Das Herabfallen vom Baum möchtest Du auch noch interpretiert haben, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe.

Nun ja, es mĂŒsste sich um den Abnabelungsprozess handeln. Jetzt muss das Blatt durch Vergehen und Neuwerden seinen eigenen Weg aufnehmen.

Du hast hier viel hineingepackt in eine derart alltĂ€gliche Angelegenheit des Herbstes, dass man sich gar nicht bemĂŒht, etwas dahinter erschauen zu wollen, sondern man sagt sich:"Was soll denn hieran Besonders sein, verstehe ich nicht; und schon prangt eine 2 unter diesem Text.

Das konnte ich mir aber dann doch nicht denken, dass Du Dir hier nichts gedacht hattest.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


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