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Leselupe.de > Erzählungen
Herbstgedanken (gelöscht)
Eingestellt am 01. 10. 2007 11:13


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maerchenhexe
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maerchenhexe
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Herbstgedanken II


Herbstgedanken II

Immer, wenn ich ‚Allerheiligen’ bunte Lichter auf dem Grab meiner Großeltern anzünde, fallen mir die kleinen Weisheiten ein, die sie in mein Leben hinein getragen haben. Omas Ratschlag ’Hilf, wo du kannst, dann bist du nie allein’ und Opas Lieblingsspruch ’Achte die Menschen, aber respektiere auch alles Leben um dich herum’, den er jedem versuchte, ins Herz zu schreiben. Als wäre es erst gestern gewesen sehe ich, wie seine schmale Gestalt dem hoch gewachsenen Nachbarn furchtlos droht die Polizei zu rufen, falls dieser noch einmal mit seinem Luftgewehr auf Katzen oder Hunde schießt. Währenddessen stand unser Kurzhaardackel neben ihm und unterstützte knurrend die Worte seines Herrchens.

Seiner Lieblingsweisheit zum Trotz verschwand Opa regelmäßig mit einem unserer Stallkaninchen im Keller, um es eine Weile später bratfertig bei seiner Frau in der Küche abzuliefern. Die einzige Möglichkeit regelmäßig Fleisch auf den Tisch zu bringen. Aber das verstand ich erst viele Jahre später. Damals sank er in meiner Bewunderungsskala regelmäßig auf die unterste Stufe, wenn er rief: „Anna, halt Spätzchen bei dir, ich gehe schlachten!“ Tränen voller Wut und Schmerz heulte ich dann, stampfte in Omas Küche mit den Füßen auf, so fest ich nur konnte und schrie: „Du bist nicht mehr mein Opafreund!“ Das war die heftigste Bestrafung, die ich zu vergeben hatte. Zu meiner Schande sei’s gesagt, dass ich am folgenden Tag den duftenden Braten genussvoll mit verspeiste.
An einem Tag im September kam Opa von einer Kaninchenausstellung zurück. Er hatte einen neuen Bock geholt. „’Belgischer Riese’, die Zucht braucht frisches Blut“, erklärte er mir. Neugierig schaute ich auf eine zweite mitgebrachte Kiste. "Und was ist da drin?", fragte ich. „Ja, das ist ein Geschenk für mein Helferlein, das mir immer so fleißig beim Füttern hilft“, tat er geheimnisvoll. „Schau nach, ist wirklich für dich.“
Als ich den Deckel hob, blickte mich ein schneeweißes Kaninchen mit blauen Augen an. Opa hatte es bei der Verlosung gewonnen. Es bekam einen eigenen Stall, erhielt den Namen Flöckchen und lief mir nach ein paar Monaten wie ein Hund hinterher.
Es war ein Samstagmorgen, als ich Opa hörte: „Anna, ich schlachte heute Mittag. Hol Spätzchen zu dir in die Küche.“ Mein Flöckchen hatte auch Schlachtgewicht! Panik stieg in mir auf. Ich musste mein Langohr aus der Gefahrenzone schaffen, aber wohin? Es kam nur ein Ort in Frage, an dem niemand ein Kaninchen vermutete. Mein Bett! Das war es! Wer sucht schon ein Kaninchen in einem Bett? Flöckchen bekam also sein Versteck unter der Zudecke mit der Aufforderung, sich nicht zu mucken. Großmutter war arg verwundert, dass ich mich freiwillig ohne Stampfen und Toben zu ihr an den Küchentisch setzte.
Als Opa am späten Nachmittag hereinkam, schaute er mich nur an und fragte: „Wo ist es?“ Er war ganz ruhig, aber er lächelte nicht. Zunächst wand ich mich, wie ein Aal. „Du sagst doch immer, man muss alles Leben respektieren, und mein Flöckchen soll das auch haben.“ Ein dicker Kloß im Hals hinderte mich, weiter zu sprechen. „Wo, Gabi, wo ist das Tier?“ Wenn Großvater mich beim Namen nannte, wusste ich, was die Uhr geschlagen hatte. Tieftraurig führte ich ihn zum Versteck und hob die Bettdecke an. Wortlos nahm er das Kaninchen auf den Arm und bedeutete mir mit einem Kopfnicken, ihm zu folgen. Klein fühlte ich mich in dem Moment, und hilflos.
Er setzte Flöckchen in den Stall und ich landete mit Schwung neben ihm auf der Gartenbank. „Hör zu Kind“, sagte er dann, und seine Stimme hatte einen merkwürdig weichen Klang. „Ohne unsere Gänse, Hühner und Kaninchen hätten wir kein Fleisch zu essen, das musst du verstehen. Aber, dass du gedacht hast, dein Opafreund würde dein Tierchen schlachten, das macht mich traurig. Ich habe dir Flöckchen doch geschenkt.“
Lange haben wir auf der Bank gesessen. Großvater waren wohl ein paar Mücken ins Auge geflogen und ich half, sie herauszuwischen.






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heike von glockenklang
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liebe maerchenhexe

eine sehr schöne erzählung, mit angenehmer leichtigkeit rübergebracht. mir fällt auf das du einen ganz neuen stil gewählt hast. eine liebevolle, weiche sprache. dennoch erlaube ich mir diesem teil hier noch mal besondere aufmerksamkeit zu schenken. ich meine das hier dein schreibstil etwas kippt, der ausdruck umständlich wirkt, zu anfang ging ich vonb einem sehr jungen kind aus dann aber kommen diese ausführlichen, umständlichen erklärungen, man könnte denken das es sich schonbeinahe um eine pupertierende handelt, doch zum schluß sprechen die erwachsenen anscheinend wieder mit einem kleinen kind.


Zitat:
Jetzt galt es wohl, Farbe zu bekennen, ehe die Beiden sich noch ernsthaft in die Haare gerieten.( schön) „Ähem… ich glaube ich muss euch was sagen.“( hier würde ein junges kind stottern...aber nicht soo erklären. besser wäre wenn die großeltern durch auffälliges verhalten den verdacht schöpfen) Ein blaues und ein braunes Augenpaar blickten( verdacht schöpfend!!?) mich auffordernd an, wobei Omas Rehaugen gar nicht mehr so sanft schienen. „ als ich neulich Kartoffeln holen musste, dachte ich, dass alle Zwiebeln für die Küche sind. Die in den Körben waren schon ganz ausgetrocket, deshalb habe ich sie in die große Zwiebelkiste zu den anderen gelegt. Und dann habe ich sie extra gut untergemischt. Aber die schönen, großen obendrauf gelassen damit Oma sie zum Kochen ganz schnell findet."
Damals erfuhr ich zum ersten Mal, wie flink Omas sein können
schöner satz Mit wehender Kittelschürze rannte sie auf mich zu. Was sie wirklich wollte? Keine Ahnung! völlig daneben. diese beiden sätze bremsen das tempo, obwohl tempo hier angebracht ist und auch spaßig wirkt.
Ich sah die nur eine weg damit drohende Gefahr für mein Leib und Leben voraus, rannte blitzschnell davon und schloss mich im Badezimmer meiner Großeltern ein, Es lag hinter der ebenerdigen Küche. den schlüssel drehte ich so oft um bis das schloß blockierte. Vom Fenster aus konnte ich den Hof und den Garten gut überblicken. Hier war ich sicher. ich kauerte schon eine ganze weile unter dem fenster als ich mitbekam das sich alle, das heißt, meine Großeltern, meine Tante und meine Eltern unter dem geöffneten Fenster versammelt hatten und versuchten mich aus dem selbstgewählten kerker zu locken. „Spätzchen, komm doch wieder heraus, ich weiß doch, du hast es nicht böse gemeint“, beschwichtigte Oma. „Mein Vater versprach mir völlige Straffreiheit. doch auch da skonnte mich nicht bewegen.
Opa behauptete später, ich hätte über eine Stunde durchgehalten, ehe man mit mir verhandeln konnte.
„Am Feuer erzähle ich dir heute eine besonders lange Gruselgeschichte.

dies hier selbstverständlich nur als anregung. bei all den guten bewertungen ist es sicherlich sehr schwer sich auf meine kritik einzulassen.
gern gelesen und dran gearbeitet.
herzlichst heike

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Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, kühle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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Thys
Guest
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Hi maerchenhexe,

eine nette Geschichte. Mir sind noch einige Kleinigkeiten aufgefallen.

die dicken rotbäckigen Früchte vorsichtig
abdreht. Keine Faullstelle dürfen sie haben, sie werden
eingelagert für den Winter.


Sie sprechen nicht viel miteinander. Sie sind ein eingespieltes
Team, verbunden durch mehr als fünfzig Ehejahre, sie verstehen
sich wortlos.


Vorschlag um die vielen "Sie" zu entfernen.

Sie sprechen nicht viel miteinander. Ein eingespieltes Team über
mehr als 50 Ehejahren, das sich wortlos versteht.



‚Aber nicht harken’, sagt Oma dann jedes Mal zu mir,
„die Scholle muss durchfrieren.“


Hier verwendest Du unterschiedliche Zeichen für die wörtliche Rede.

Opa war ein lustiger Kerl bis ins hohe Alter hinein, und
spielte seiner Anna gerne mal einen Streich.


Das Komma empfinde ich als überflüssig.

Großmutters Erregung wuchs.

Das hat sich verirrt ;-)

„Ja, also, ich dachte, dass alle
Zwiebeln für die Küche sind.


Überleg mal, ob Du nicht hier auf das eine oder andere Komma verzichten kannst.

Gruß

Thys

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maerchenhexe
???
Registriert: Nov 2006

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hallo Thys,

mein Dank für dein Späherauge. Mit den vielen 'sie' hast du eindeutig Recht. Habe die Stelle geändert. Aus der Fallstelle ist eine Faulstelle geworden. Aber beim Ändern der Redezeichen hat es mich jetzt erwischt. Bekomme die Redezeichen zu Beginn nicht mehr nach unten, warum auhc immer. Die Redezeichen vor Großmutter beenden die wörtiche Rede des Großvaters. Bei ...bis ins hohe Alter hinein habe ichdeinem Vorschlag entsprechend das Komma entsorgt. Musste vom Lesefluss her nicht wirklich dahin. Und auch dem ...Ja, also... Satz habe ich jetzt erst Mal ein Komma geklaut. Vielleicht könntest du dein Späherauge auch noch einmal über den zweiten Text gleiten lassen, der unter dem ersten angehängt ist? Die beiden Texte waren nach dem Verschieben leider nicht mehr zu trennen.

lieber Gruß
maerchenhexe
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Thys
Guest
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So, Teil 2

Achte die Menschen, aber respektiere auch alles Leben um dich herum’,
:
:
Scheinbar seiner Lieblingsweisheit zum Trotz, verschwand Opa regelmäßig mit einem unserer Stallkaninchen im Keller, um es eine Weile später bratfertig bei seiner Frau in der Küche abzuliefern.

Das "scheinbar" halte ich für besser, weil er schließlich einen guten Grund hatte, das zu tun. Du hast es in dem Moment nur noch nicht verstanden.

„’Belgischer Riese’! Die Zucht braucht frisches Blut“

Das ist nur ein Vorschlag.


„Wo, Gabi, wo ist das Tier?“

Wo Gabi, wo ist das Tier -> Auch nur ein Vorschlag, weil ich nicht weiß, wie er das gefragt hatte.

Aber, dass du gedacht hast, dein Opafreund würde dein Tierchen schlachten, das macht mich traurig.

Der Satz auch wieder als Vorschlag zur Kommaentschärfung.
Wie, das bleibt Dir überlassen. Ist Dein Text und er klingt in Deinem Kopf.

Gruß

Thys

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