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Leselupe.de > Gereimtes
Herbstgedanken
Eingestellt am 05. 10. 2009 19:22


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Walther
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Herbstgedanken


Am Grau des Tags ersp├╝ren: Etwas fehlt,
das hell und jung ist, dieses Wunderbl├╝hen,
Das strotzend fort sich pflanzende Bem├╝hen,
Und diese Welt erst wohnlich macht, beseelt!

Es sind die kalten Stunden, diese fr├╝hen
Momente, wenn der Morgen sich noch qu├Ąlt,
Sich aus der Nebeln├Ąchte Feuchte sch├Ąlt:
Dann zeigt sich, schw├Ąchlich, erstes Sonnengl├╝hen.

Was ist dies Tages Schicksal und sein Enden?
Das Atmen f├Ąllt nicht mehr so sommerleicht.
Die Lockerheit will sich in Schwere wenden,

Weil jeder Horizont dem andren gleicht:
Man m├Âchte G├Âttern Hilferufe senden,
Damit der Tod zur n├Ąchsten T├╝re schleicht!

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 05. 10. 2009 19:22
Version vom 05. 10. 2009 19:42
Version vom 06. 10. 2009 15:43

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Heidrun D.
Guest
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Sehr sch├Ân!

Ein (unerwartet ) zartes & sehr poetisches Werk. Vorschl├Ąge m├Âchte ich folgende unterbreiten:

Am Grau des Tags ersp├╝ren, dass das fehlt,
Was hell und jung ist, dieses Wunderbl├╝hen,
Das strotzend fort sich pflanzende Bem├╝hen,
was diese Welt erst wohnlich macht, beseelt!

Es sind die kalten Stunden, diese fr├╝hen
Momente Augenblicke, wenn der Morgen sich noch qu├Ąlt,
Sich aus der Nebeln├Ąchten Feuchte sch├Ąlt:
Dann zeigt sich, schw├Ąchlich, erstes Sonnengl├╝hen.

Was ist dies Tages Schicksal und sein Enden?
Das Atmen f├Ąllt nicht mehr so sommerleicht.
Die Lockerheit und Lockeres will sich in Schwere wenden,

Weil wenn jeder Horizont dem andern andren gleicht:
Man m├Âchte G├Âttern Hilferufe senden,
Damit der Tod zur n├Ąchsten T├╝re schleicht!



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Walther
Routinierter Autor
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Liebe Heidrun,

danke f├╝r Deinen Eintrag.

Ich mach mal mein Silbenbild, damit die Anwort klar wird:
Deine Version:

quote:
Es sind die kalten Stunden, diese fr├╝hen
xXxXxXxXxXx
Augenblicke, wenn der Morgen sich noch qu├Ąlt,
XxXxXxXxXxX => 6 Hebungen, troch├Ąisch
Sich der Nebeln├Ąchten Feuchte sch├Ąlt:
XxXxXxXx => 4 Hebungen troch├Ąisch
Dann zeigt sich, schw├Ąchlich, erstes Sonnengl├╝hen.
xXxXxXxXxXx
Und hier meine Version:
quote:
Es sind die kalten Stunden, diese fr├╝hen
xXxXxXxXxXx
Momente, wenn der Morgen sich noch qu├Ąlt,
xXxXxXxXxX
Sich aus der Nebeln├Ąchte Feuchte sch├Ąlt:
xXxXxXxXxX
Dann zeigt sich, schw├Ąchlich, erstes Sonnengl├╝hen.
xXxXxXxXxXx
Mehr brauche ich nicht zu sagen, glaube ich.

Nun zu den grammatikalischen Verwirrungen: Es handelt sich um "Feuchte der Nebeln├Ąchte", damit wird klar, da├č ein "n" da aber auch gar nichts zu suchen (brrsch├╝ttelbrr, GENITIV, kein Da- oder Akkusativ) hat.

Zum Wort "andern" oder "andren": Das ist Geschmacksache. Wenn man das eine schreibt, fluchen die einen, das andre kreischen die andern (oder andren). Beides ist korrekt (die Elision kann man so oder so machen, da gibt es keine feste Regel).

LG W.

Liebe Maren,

Auch Dir lieben Dank f├╝r Deinen Eintrag.

Du siehst mir nach, da├č ich Deine ├änderungen aus ├╝brigens sehr guten Gr├╝nden nicht ├╝bernehme. Das Wort "Lockerheit" passt eins zu eins zu dem Begriff Sommer-Sonne-S├╝den. Hinter Lockerheit steckt eine ganze Lebenssicht, was man von "das Lockere" nicht sagen kann. Und genau dieser Aspekt war eben auch bewu├čt thematisiert.

Die Moral von der Geschicht ist bewusst flapsig gehalten. Sie ist ja bereits im S3Z3 angek├╝ndigt, weil hier der Diktus des Gedichts quasi erneut "umschl├Ągt". Aus der Depression wird Ironie.

LG W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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HerbertH
???
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Lieber Walther,

quote:
Am Grau des Tags ersp├╝ren, dass das fehlt,

liest sich f├╝r mich nicht so richtig fl├╝ssig. Wie w├Ąre es mit

quote:
Am Grau des Tags ersp├╝ren, das, was fehlt,

?

Ansonsten ein etwas melancholisches, aber sch├Ânes Sonett, passend zu Morgennebeln.

Herzliche Gr├╝├če

Herbert

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Walther
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Lieber Herbert,

wenn ich den Vers ├Ąndere, mu├č die komplette erste Strophe neu gefa├čt werden.

quote:
Am Grau des Tags ersp├╝ren, das, was fehlt,
Was hell und jung ist, dieses Wunderbl├╝hen,
Das strotzend fort sich pflanzende Bem├╝hen,
Das diese Welt erst wohnlich macht, beseelt!
Wir haben zweimal "was", dreimal "das", alles in Relativs├Ątzen. Ich finde da meine L├Âsung die bessere und auch st├Ąrkere, weil der Nebensatz mit den starken "dass" beginnt und aus ihm die Relativs├Ątze entstehen.

Die einzige Variante, die ich f├╝r noch akzeptabel halte, w├Ąre:
quote:
Am Grau des Tags ersp├╝ren: Etwas fehlt,
das hell und jung ist, dieses Wunderbl├╝hen,
Das strotzend fort sich pflanzende Bem├╝hen,
Und diese Welt erst wohnlich macht, beseelt!
W├Ąre so Deinem Anliegen Rechnung getragen?

Danke und Gru├č W.
__________________
Walther
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HerbertH
???
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Lieber Walther,

leider erst jetzt meine Antwort, da ich ziemlich eingespannt war.

Ja, "etwas fehlt" liest sich auch deutlich besser. Und so umgehst Du auch die Relativs├Ątze in eleganter Weise.

Herzliche Gr├╝├če

Herbert
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Vera-Lena
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Lieber Walther,

diesen Text hatte ich noch gar nicht gesehen bisher.

Du hast wunderbare Formulierungen da drin. Nun sto├če ich mich an dem Inhalt der letzten Zeile.

Es gibt dieses Sprichwort:Gl├╝ck ist, wenn der Pfeil den anderen trifft.

Das f├Ąllt mir hierzu ein.

Ich glaube aber nicht, dass Du es so gemeint hast, denn es w├╝rde zu dem Grundton Deines Textes nicht passen. Deine Sprache ist auf sehr angenehme Weise poetisch.

Man k├Ânnte die letzte Zeile, weil sie sich so pl├Âtzlich von allem Vorangegangenen abhebt sogar als "komisch" empfinden und das hast Du ganz sicher nicht bezweckt.

"Damit der Tod den Eingang nicht erreicht".

Wie w├Ąre es damit?

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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