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Leselupe.de > Feste Formen
Herbstgewitter (2 Haikus)
Eingestellt am 12. 10. 2011 11:47


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K├╝hn-Schierholz
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Donner br├╝llt w├╝tend
Regen prasselt hernieder
nasses Herz zittert

Wind sch├╝ttelt B├Ąume
treibt alte Bl├Ątter hinweg
Herzenskummer bleibt


Version vom 12. 10. 2011 11:47

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Duisburger
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Hallo,

das hier

quote:
Donner br├╝llt w├╝tend
erschl├Ągt mich f├Ârmlich und macht einen Haiku, der eigentlich leise daherkommen soll, zu einem Gekreische, dem ich nichts abgewinnen kann.

Der zweite Heiku ist kryptisch, was er per Definition nicht sein soll (kann hier kein Bild erkennen).
Das doppelte "blasen" st├Ârt.

lg
Uwe
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige K├Ânig (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Bernd
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Ich denke, dass bei "Donner br├╝llt w├╝tend" nicht "br├╝llt" sondern "w├╝tend" das kritische Wort ist.
Wenn man "w├╝tend br├╝llen" als Metapher betrachtet, geht es so nicht. Wenn "w├╝tend br├╝llen" eine "tote" Metapher ist, also lediglich "mit gro├čer Lautst├Ąrke" bedeutet, wobei das zugrunde liegende "Wut" vergessen ist, k├Ânnte es funktionieren.
Das nasse Herz ist zum Beispiel ein Bl├╝tenherz (oder ein nasses Tr├Ąnendes Herz?).


Beim zweiten Haiku ist es aber tats├Ąchlich so, dass selbst ich es nicht mehr mit linguistischen Tricks bereinigen kann.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Walther
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Lb. Bernd,

wir "Westler" machen immer den Fehler, einer Beschreibung eine Wertung beizugeben, wie man diese zu verstehen bzw. zu lesen hat. Haikus und Senryus beschreiben, was gesehen wird, OHNE diese (zer)st├Ârenden Wertungen.

In beiden Texten wird gegen diese aus der ZEN Tradition gespeiste Formvorgaben und methodischen Herangehensweisen geradezu sch├Ąrfstens versto├čen. Das macht diese Texte so angreifbar und damit schlecht geschrieben. Die von Duisburger angemerkte Dopplung "blasen" ist ebenso unverzeihlich. Gerade wegen der notwendigen Verknappung ist alles ├ťberfl├╝ssige v├Âllig inakzeptabel.

Im ├ťbrigen "br├╝llt" der Donner nicht "w├╝tend" sondern allenfalls "laut", aber auch das ist eine Dopplung, weil Br├╝llen selbst bereits das Lautsein beinhaltet.

Der zweite Text ist schon wegen seines letztes Verses "stete Mi├čachtung" kein Haiku sondern allenfalls ein Senryu. Im ├ťbrigen ist im ZEN die Natur nicht personal beseelt.

Es ist ein wahrer und unrettbar verlorener Graus, was hier steht, v├Âllig irreparabel. Leider.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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K├╝hn-Schierholz
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Form und Inhalt

Nach all der heftigen Kritik m├Âchte ich mich selbst zu meinen Haikus ├Ąu├čern. Ich m├Âchte anmerken, dass es seit mehr als zwanzig Jahren eine lebhafte Diskussion ├╝ber diese Gedichtform gibt. Es wird infrage gestellt, ob die Anzahl der Silben, die Naturbezogenheit und die heitere Pointe bzw. der Nachhall zwingend notwendig sind. Es gibt sogar Menschen, die free-style Haikus bef├╝rworten.

Nun zum Gedicht selbst: Einem in seinen Gef├╝hlen verletzten Menschen mag ein lauter Donner als w├╝tendes Gebr├╝ll erscheinen. Heftiger Regen mag ihn seinen Schmerz noch st├Ąrker sp├╝ren lassen.

Wind, der die Bl├Ątter wegbl├Ąst, kann als eine Metapher verstanden werden daf├╝r, dass das Alte, das Verwesende verschwindet. So mag sich der verletzte Mensch w├╝nschen, dass der Grund seines Kummers vom Winde verweht werden m├Âge.

Vielleicht sind meine Haikus nicht besonders gut, aber sie sind auch nicht v├Âlliger Bl├Âdsinn.

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Duisburger
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quote:
Vielleicht sind meine Haikus nicht besonders gut
Es sind keine Haikus, egal nach welcher Definition.
Sog. "Freie Haikus" sollte man tunlichst anders benennen, es gibt auch keine freien Sonette, oder?
Selbst wenn man die Haiku-Vorgaben mal beiseite l├Ąsst, so sind die Einlassungen (zu laut, doppeltes blasen) immer noch im Raum.
Daran andert die Benennung nichts.
Keiner hat geschrieben, das deine Werke Bl├Âdsinn sind.

lg
Uwe
__________________
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