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Leselupe.de > Humor und Satire
Herr Achselscheuer.
Eingestellt am 22. 04. 2003 14:06


Autor
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pleistoneun
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Herr Achselscheuer ist - und da schwanken die Angaben - zwischen 57 und 63 Jahre alt. Er wurde als Sohn einer arbeitslosen Holzf√§llerin und eines arbeitslosen Seidenmalers in Strauchlingen geboren. Als gro√üer Anh√§nger der 2.-Weltkriegs-K√ľche meldete er sich in den 60er-Jahren freiwillig als K√∂chin zum Wehrdienst und verbrachte deshalb viele Jahre in unz√§hligen Kasernen. Der auch heute noch leidenschaftliche Verehrer der deutsch-√∂sterreichischen Feldk√ľche ist zwar unverheiratet, aber trotzdem kinderlos geblieben und mittlerweile schwer atemgest√∂rt, weil das Einatmen der Bio-Essensd√§mpfe seinen Bronchius nachhaltig gesch√§digt hatte. Herr Achselscheuer besucht in seiner Freizeit Milit√§rausstellungen und Schie√üst√§nde. W√§hrend seiner ganzen Dienstzeit beim Bundesheer hatte Achselscheuer es zu keiner einzigen Bef√∂rderung gebracht. K√∂che werden nie bef√∂rdert, wohin auch? Zum Vorkocher, zum √úberwachungskocher, zum Kontrollkoch, zum Oberkoch, zum Stabskoch, zum obersten Kochmeister? So erschwindelte er sich damals im Jahre 1967 in der Offiziersmesse von Herrn Major Maximilian Pflug ein Verdienstkreuz, leider nur ein Imitat. Herr Achselscheuer tr√§gt aus Selbstschutz immer eine Waffe oder einen Kochl√∂ffel bei sich, aus Sicherheitsgr√ľnden aber nie beides. Der alte, gem√ľtliche Achselscheuer ist als ehemaliger Kasernenkoch noch ein viel begehrter und gern geh√∂rter Radiogast, wenn es um Zeitzeugenberichte von Menschen geht, die beim Bund wei√ü Gott alles erlebt haben. Herr Achselscheuer geht heute das letzte Mal zu Bett, denn das frisch zubereitete Mittel gegen seine Atemnot wird t√∂dlich sein. In seiner lebensgef√§hrlichen Kurzsichtigkeit hatte er im Laden zum falschen Mittel gegriffen. Er wird sein Asthmager√§t mit Strichnin f√ľllen und mit einem letzten, ordentlichen Schub die Feldk√ľche, das falsche Verdienstkreuz, die Radiosendungen und sogar sein Asthma mit einem Mal vergessen. Herrn Achselscheuers Leben war nichts Besonderes. Wir werden ihn deshalb bald vergessen haben.

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La Luna
Fast-Bestseller-Autor
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Hallo Pleistoneun,

diese Geschichte gef√§llt mir. Sie erinnert mich in ihrer Ausf√ľhrung ein bissl an Karl Valentin, zumindest was den Ernst in der Absurdit√§t angeht.
So auf den ersten Blick entdeckte ich zwei kleine Fehlerchen: Strychnin m√ľsste es hei√üen und Herr Achselscheuers Leben....
Aber sonst bin ich mehr als zufrieden.


Lieber Gruß
Julia




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blaustrumpf
???
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oha

Hallo, pleistoneun

Ich finde, das ist ein ganz schrecklicher Text. Und am allerschlimmsten ist, dass ich ihn so gerne und mit st√§ndig wachsendem Vergn√ľgen gelesen habe...

Sch√∂ne Gr√ľ√üe vom blaustrumpf
__________________
Daf√ľr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

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Oh, ja

Danke, ja. In meinem Kopf war "Strychnin" immer falsch geschrieben. Danke La Luna. Ich lerne ja noch...

Schade, dass man täglich immer nur 1 Geschichte reinstellen kann. Das Ganze hier ist eigentlich eine Trilogie, in der die Schicksale alle drei Geschwister aufgezeigt werden sollen. Ja, da muss man halt jetzt bis morgen warten (ist ja beinah so spannend wie Herr der Ringe.....*g).

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

ich werde herrn achselscheuer nie vergessen *schluchzt* ins handgeklöppelte taschentuch

die k.

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