Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
308 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Herr Achselscheuer II
Eingestellt am 23. 04. 2003 07:36


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 173
Kommentare: 57
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um pleistoneun eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Herr Achselscheuer, der Bruder einer blinden WĂ€scherin und eines leidenschaftlichen Feldkochs ist - und da schwanken die Angaben - zwischen 61 und 67 Jahre alt. Er wuchs nach eigenem Wunsch getrennt von seinen Geschwistern auf einem einsamen Bauernhof in Russland auf. Sein Leben war geprĂ€gt von Einsamkeit und Nutzlosigkeit, obwohl er ein verstecktes Talent zu unnĂŒtzen TĂ€tigkeiten witterte. Wie alle seiner Altersgenossen wurde er im gebĂ€rfĂ€higen Alter zum orthodoxen Ministrantismus gezwungen und kam spĂ€ter - als weitere Station eines streng kommunistisch geregelten Lebens - zur Landesverteidigung und spĂ€ter zur russischen Armee. Da es dort Pflicht war, sich um gute soziale Kontakte außerhalb der Armee zu kĂŒmmern, damit man nach einem möglichen Kriegseinsatz sofort wieder gesellschaftlich eingegliedert werden konnte, bemĂŒhte sich Herr Achselscheuer um brieflichen Kontakt mit seiner Schwester, die aber nie den Hörer abhob. Der bequeme und gesellschaftsfremde Achselscheuer war ein schlechter Soldat und war bei zahlreichen Ehrungen und Beförderungen immer nur derjenige, der das OrdenskĂ€stchen hinhalten durfte. Aber als OrdenskĂ€stchentrĂ€ger kann man keine Beförderung erhoffen, nicht in Russland. Nach seiner Zeit beim russischen Bund schickte man ihn zur freiwilligen Feuerwehr Breslowsk, ein Ă€rmliches Nest mit HolzhĂŒtten und StrohdĂ€chern. Ein Unfreiweilliger also bei der freiwilligen Feuerwehr. Kaum stiegen die Temperaturen im ansonsten recht kĂŒhlen Breslowsk ĂŒber 5 Grad, brannten die DĂ€cher lichterloh und Herr Achselscheuer hatte seinen Einsatz. Seine TĂ€tigkeit lag im Halten des Schlauches, nicht gerade sehr verantwortungsvoll, aber gerade dafĂŒr wurde er ja regelmĂ€ĂŸig entlohnt. Sein unspektakulĂ€res Leben wird heute ein jĂ€hes Ende finden, wenn er um 14:11 Uhr auf offener Straße Opfer eines Attentates wird. Achselscheuer wird zufĂ€llig in die Schusslinie eines vorbeifahrenden Fahrzeuges mit den SchĂŒtzen geraten, die einen Anschlag auf den russischen PrĂ€sidenten verĂŒben wollen. Er wird einen schnellen, heldenhaften Tod finden. Wie bei solchen AnlĂ€ssen ĂŒblich, wird man Herrn Achselscheuer mit vielen Orden als Grabbeigabe in eine Grube versenken. Und bald wird sich niemand mehr an ihn erinnern, weil man den Vorgang wie ĂŒblich vertuscht.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂŒck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!