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Leselupe.de > Kindergeschichten
Herr B und die Kotzgurke
Eingestellt am 11. 09. 2014 20:08


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guenni
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2014

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Herr B. und die Kotzgurke

Herr B. saĂź, wie so oft, an seinem Notebook
und arbeitete. Er musste noch einige Arbeitsblätter für sein 2. Schuljahr vorbereiten und ausdrucken.
Als er damit fertig war, dachte er:
„Ich schau noch mal ein bisschen bei Antolin rein, dem Leseprojekt für die Schule im Internet.
Mal sehen, ob meine kleinen Leseteufel fleißig waren.“
Gesagt, getan. Herr B. lieĂź seinen Cursor ĂĽber die Schul-Homepage gleiten und klickte zweimal auf das Icon von Antolin.
Er musste nicht lange warten und die Wunderwelt der Bücher öffnete sich vor ihm.

Herr B. loggte sich mit seinem Benutzernamen und seinem Kennwort ein und hatte sofort mit einem weiteren Klick Zugriff auf die Lesegewohnheiten seiner Klasse 2.
Da waren alle Namen der Kinder seiner Klasse aufgelistet. Herr B. konnte mit einem Blick erkennen, welche Kinder fleiĂźige Leser waren und welche nicht.
Mit ein paar Blicken erkannte Herr B., dass sich anscheinend auf dieser Seite nicht viel getan hatte.
Sollte die Lesefreudigkeit seiner Schülerinnen und Schüler etwa nachgelassen haben? Er selbst hatte doch immer versucht, seinen Schülern ein Vorbild beim Lesen zu sein. Regelmäßig las er ihnen vor und hatte auch selbst Geschichten für Kinder geschrieben.
Etwas enttäuscht klickte er auf den Schriftzug „Lesetätigkeit nach letztem Login“. Das hätte er besser nicht tun sollen, denn jetzt war er vollends enttäuscht. Nicht ein Kind hatte seit nunmehr drei Wochen ein Buch gelesen und bei Antolin die Fragen dazu beantwortet.
Was hatte er falsch gemacht? War seine Methode verkehrt, oder war Lesen doch nicht mehr in Mode?
Na, ja – das Computer-Zeitalter! Aber man könnte doch beides so gut miteinander verbinden! Siehe Antolin!
Herr B. war enttäuscht! Das würde er mit seinen Schülern besprechen müssen! Natürlich ohne sie zu drängen. Er müsste sie neu motivieren, das Lesenwollen musste von den Schülern selbst kommen.

Etwas mürrisch klickte er sich zu der persönlichen Startseite von Antolin zurück und stöberte etwas unlustig in den 40 neuesten Büchern herum. Als er auch dort nicht sofort etwas passendes für seine kleinen Lesemuffel fand, suchte er ziellos in dem riesigen Buchangebot von Antolin herum.
Plötzlich stieß Herr B. ganz zufällig auf das Buch „Sophiechen und der Riese“,
aus dem er seinen SchĂĽlern jeden Montag und Freitag vorlas.

Es kamen ihm viele schöne Vorlesestunden in Erinnerung. Die Schüler waren von diesem Buch gefesselt! Es machte Herrn B. auch riesigen Spaß ihnen daraus vorzulesen.

Er sah sich die Titelseite des Buches genauer an. Da war sie - Sophiechen, wie sie auf der Hand des Riesen Guri stand und mit den Händen fuchtelte.
Sie schaute direkt in das freundliche Gesicht des Riesen mit seinen planschbeckengroĂźen Ohren.
Herr B. musste seufzen. Er ging näher mit seinem Gesicht an den Bildschirm seines Notebooks heran, um auch die Landschaft im Hintergrund besser erkennen zu können.
Und da geschah etwas Unvorstellbares – Sophiechen und der Guri drehten ihre Köpfe in seine Richtung und lächelten ihn an. Herr B. konnte nichts sagen, sein Mund stand vor ungläubigem Staunen offen.
Das gab es doch gar nicht! Sollte er zu lange am Bildschirm gearbeitet haben? Er knibbelte mehrere Male mit den Augen – doch die Beiden lächelten ihn immer noch an. Gerade, als Herr B. den Mund schließen wollte, streckte der Guri seinen langen Arm in seine Richtung. Seine Hand durchbrach wie in einem Film die Oberfläche seines Bildschirms und schob Herrn B. in Windeseile etwas Langes, Grünes in den Mund.
Herrn B.’s Zähne gruben sich in etwas Schleimiges. Ein fürchterlicher Geschmack breitete sich in seiner Mundhöhle aus. Unwillkürlich musste Herr B. schlucken – doch das war zu viel des Guten!
Die Nerven in seinem Magen streikten, sie wollten den Geschmack nicht akzeptieren. Sie meldeten der Magenwand, sich krampfartig zusammen zu ziehen und das schleimige Etwas schleunigst wieder auf dem gleichen Wege zurück zu schicken – Herr B. musste sich übergeben.
Schlagartig wurde ihm klar, was der Guri ihm da in den Mund geschoben hatte – eine Kotzgurke!
Er schaffte es gerade noch bis zur Toilette, dann brach ihm der Schweiß aus – und ihm wurde schwarz vor Augen.

An den nächsten beiden Tagen konnte Herr B. nicht zur Schule gehen.
Aber – würde ihm das mit der Kotzgurke jemand abnehmen? Er bezweifelte es. Aber, was soll’s!

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eisblume
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo guenni,

ich muss gestehen, dass ich mit deiner Geschichte jetzt nicht so warm werde. Ich empfinde sie als nichts Halbes und nichts Ganzes. Die erste Hälfte ist zu erwachsen. Die eigentliche Kindergeschichte geht für mich erst in der zweiten Hälfte mit dem Blick in das Buch los, die aber letztlich nicht wirklich zu Ende erzählt wird und einigermaßen abrupt endet.
Ich für meinen Teil bin jetzt skeptisch, dass diese Geschichte hilfreich ist, wenn man Kids zum Lesen animieren möchte. Im ersten Teil geht es nur um die Belange von Herrn B. (warum hat der eigentlichen keinen „richtigen“ Namen?). Warum sollten sich die Kids dafür interessieren? Wäre es nicht viel spannender zu erfahren, was ein Kind, das dieses Buch gelesen hat, erlebt hat? Dass eben ein Kind mit der Kotzgurke in Berührung kommt, davon seinen Freunden erzählt, die es natürlich nicht glauben können, es aber trotzdem versuchen und die Geschichte auch lesen. Dann lesen sie vielleicht andere Geschichten und erleben damit wieder etwas anderes. Na, so ungefähr halt

Lieben GruĂź
eisblume

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guenni
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2014

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Kotzgurke

Hallo, Eisblume,

vielleicht kommt bei dir ein besseres Verständnis für diese Geschichte auf, wenn du weißt, dass es sich hierbei (wie auch bei meinen Geschichten „Die Wii“ und „Der Räuber“) gewissermaßen um eine Auftragsgeschichte handelt. Die Kinder der ehemaligen 2. Klasse baten mich (bei den anderen erwähnten Geschichten wurde ich ebenfalls darum gebeten, natürlich in kürzester Zeit!), eine Geschichte zu schreiben.

Mit anderen Worten sind die Geschichten genau auf die mir bekannten Kinder (Zielgruppe) zugeschnitten. Weiterhin verfolge ich relativ konsequent, genĂĽgend Freiraum fĂĽr die Fantasie der Kinder zu lassen - ich kenne die Kinder und die Kinder kennen mich (siehe Auftragsgeschichte!). Ăśbrigens war auch meine Krankheit echt!

Ich teile deine Skepsis, dass diese Geschichte genügend Lese-Motivation für außenstehende Kinder birgt, meine damalige Zielgruppe und auch deren Eltern (Rückmeldungen) waren auf jeden Fall begeistert. Mein angestrebtes Ziel bei der damaligen Aufsatzerziehung (Geschichten schreiben) hatte ich damit vollständig erreicht!

lg guenni

ps: Der Name „B“ sollte damals nur der Zielgruppe bekannt sein!

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