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Leselupe.de > Humor und Satire
Herr Gerner will in die Leselupe
Eingestellt am 23. 07. 2002 18:09


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Frieda
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2002

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Herr Gerner will in die Leselupe

Herr Gerner hatte beschlossen, schriftstellerisch t├Ątig zu werden. Von Bekannten hatte er den Link auf die Leselupe, einem gro├čen Online-Literaturforum, bekommen. Von Bekannten hatte er den Link auf ein gro├čes Online-Literaturforum namens Leselupe bekommen. Das kann ich auch, dachte er bei sich, und dann ver├Âffentliche ich es in der Lupe und werde ber├╝hmt. Aber was soll ich schreiben? F├╝r den Anfang nehme ich am besten eine Kurzgeschichte, ├╝berlegte Herr Gerner, die ist sch├Ân kurz, und Geschichten erz├Ąhlen konnte ich schon immer gut.
Er kramte Papier und Bleistift hervor und nahm sich vor, alles aufzuschreiben, was er den Tag ├╝ber erz├Ąhlen w├╝rde.

Nur leider war im Moment niemand da, der ihm zugeh├Ârt h├Ątte. H├Âchstens Schnappi, sein Hund, aber der h├Ârte ja nie zu. Doch, eine M├Âglichkeit gab es, Schnappis Aufmerksamkeit zu erregen: „Schnappi, wie w├Ąre es mit Mittagessen?“, fragte Herr Gerner und kritzelte die Frage gleichzeitig auf seinen Zettel. „Wuff“, sagte Schnappi, das sollte hei├čen: Immer f├╝r ein Fresschen zu haben. Auch das wurde von Herrn Gerner gewissenhaft notiert. „Also dann, auf geht’s“. Schnappi lief ihm voraus in die K├╝che und ├Âffnete ihm die T├╝ren. Er war ein sehr kluger Hund, der prima T├╝ren ├Âffnen konnte. Am liebsten ├Âffnete er die K├╝chent├╝r, nur am K├╝hlschrank war er bisher immer gescheitert. „Was haben wir denn hier drin? Kalbsschnitzel. Schnappi, wollen wir Kalbsschnitzel essen?“ „Jaaauu!“, winselte Schnappi w├Ąhrend er versuchte, seinen dicken Kopf in Herrn Gerners Hosenbein zu stecken. Damit war dieser nun gar nicht einverstanden: „Jetzt benimm dich mal, sei nicht so gierig! Und h├Âr auf, meine Hose vollzusabbern!“, schimpfte er. „ ... und h├Âr auf meine Hose vollzusabbern“, notierte er sorgf├Ąltig. Da habe ich schon eine Menge mitgeschrieben, dachte Herr Gerner w├Ąhrend er zufrieden auf seinen Zettel sah.

Schnappi war, trotz seiner adliger Herkunft, an Literatur nicht interessiert. „Gero vom und zum Stiftswingert“ war sein eigentlicher Name. Als reinrassiger Rauhaardackel konnte er auf eine lange Reihe reinrassiger Rauhaardackel-Vorfahren zur├╝ckblicken . Aber h├Âren tat er nur auf seinen Spitznamen „Schnappi“, nach seinem Lieblings-Hundefutter. Falls er ├╝berhaupt auf irgendetwas h├Ârte, versteht sich. „Reffreff", bellte er ungeduldig. Das sollte hei├čen: Bleib bei der Sache. H├Âr auf zu schreiben und gib mir lieber das Schnitzel!

In diesem Moment klingelte es an der Haust├╝r. „Es klingelt, h├Ârst du? Wer mag das sein? Hoffentlich ist es nicht wieder die olle Frau Riechk├Âlbchen, hach, immer diese Nachbarn!“ Auch das schrieb Herr Gerner eilig auf, bevor er mit Schnappi um die Wette zur T├╝r rannte. Frau Riechk├Âlbchen hie├č nat├╝rlich nicht Frau Riechk├Âlbchen, er nannte sie nur so, denn sie trug, zur Erheiterung ihrer Mitmenschen, einen ├╝berdimensionalen Riechkolben spazieren. „Guten Tag Frau Riech..., ├Ąh Frau Hansen, sch├Ân dass Sie mal reinschauen“, heuchelte Herr Gerner, die T├╝r ├Âffnend und eifrig mitschreibend. „Guten Tag Herr Gerner. Was schreiben Sie denn da? Darf ich mal sehen?“ Neugierig ist die wohl gar nicht, dachte Herr Gerner. Aber es war ihm nicht unangenehm, dass sie nach seiner Geschichte fragte. „Meine erste Kurzgeschichte, ich werde sie in der Leselupe ver├Âffentlichen. Hier, bitte sehr.“ Frau Riechk├Âlbchen war skeptisch. „Was Sie wieder f├╝r fixe Ideen haben. Na dann lassen Sie mal sehen.“ Sie nahm den Zettel und las:

- Schnappi, wie w├Ąre es mit Mittagessen?
- Wuff (immer f├╝r ein Fresschen zu haben)
- Also dann, auf geht’s
- Was haben wir denn hier drin? Kalbsschnitzel. Schnappi, wollen wir Kalbsschnitzel essen?
- Jaaauu!
- Jetzt benimm dich mal, sei nicht so gierig! Und h├Âr auf, meine Hose vollzusabbern!
- Reffreff (Bleib bei der Sache. H├Âr auf zu schreiben und gib mir lieber das Schnitzel!)
- Es klingelt, h├Ârst du? Wer mag das sein? Hoffentlich ist es nicht wieder die olle Frau Riechk├Âlbchen, hach, immer diese Nachbarn!
- Guten Tag Frau Riech..., ├Ąh Frau Hansen, sch├Ân dass Sie mal reinschauen.

„Unversch├Ąmtheit!“, schrie Frau Riechk├Âlbchen. „Jetzt sehe ich mal, was Sie von mir halten. Das muss ich mir wirklich nicht bieten lassen!“
„Aber so lesen Sie doch weiter, es ist ja noch gar nicht zu Ende. Nein! Bitte nicht zerrei├čen, meine sch├Âne Geschichte!“
Ratlos schaute Herr Gerner seiner Nachbarin hinterher, wie sie emp├Ârt davonrauschte, das Gartentor laut hinter sich zuschmetternd. Meine Kurzgeschichte ist bei der Leserschaft wohl nicht so gut angekommen, dachte er bei sich. Vielleicht versuche ich es mal mit einem Gedicht.

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soleil
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Hallo Frieda,

eine am├╝sante Geschichte mit einer gelungenen Pointe. Es war ein vergn├╝glicher Lesegenu├č.

Viele Gr├╝├če
Soleil

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GabiSils
???
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Liebe Frieda,

ein kleiner Mangel:

Von Bekannten hatte er den Link auf die Leselupe,einem gro├čen ein gro├čes Online-Literaturforum, bekommen.

Ansonsten: Siehe Soleil

Gru├č
Gabi

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Frieda
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Hallo soleil,

danke f├╝r Deine netten Worte, freut mich, da├č es Dir gefallen hat. ├ťbrigens: Ich bin wie Du eine Schlangen-Geborene, und eine Menge Autoren aus Deiner Liste stehen auch bei mir im B├╝cherschrank (nat├╝rlich nicht h├Âchstpers├Ânlich, sondern vertreten durch ihre B├╝cher).

Liebe Gr├╝├če
von Frieda

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Frieda
Routinierter Autor
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Neee Gabi

Hallo Gabi,

ich halte wirklich sehr viel von Deinen Hinweisen, und habe schon oft genug davon profitiert. Aber diesmal irrst Du Dich. H├Âr Dir Deinen Vorschlag nochmal an: "Von Bekannten hatte er den Link auf die Leselupe, ein gro├čes Online-Literaturforum, bekommen." Das ist doch falsch, oder nicht?
Im Moment bin ich etwas verunsichert, vielleicht hilft noch ein anderer Lupianer. Auf jeden Fall werde ich morgen mal im Kollegenkreis ein paar Meinungen einholen. Trotzdem danke f├╝r Deine R├╝ckmeldung.

Liebe Gr├╝├če
von Frieda


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GabiSils
???
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Liebe Frieda,

ich habe mich hier wie einst in der Schule gefragt: Auf wen oder was hat er den Link bekommen? Auf die Leselupe, ein gro├čes Onlineforum. Bei Unsicherheiten im Bezug hilft mir das meist. Der Dativ kann hier jedenfalls nicht stehen.

Mal sehen, was die Kollegen meinen

Gru├č,
Gabi


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