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Leselupe.de > Kindergeschichten
Herr Pilz
Eingestellt am 08. 11. 2001 21:29


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JulYana
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Oct 2001

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Herr Pilz
Es war recht windig heute und der leuchtend rote Hut von Herrn Pilz schwankte leicht hin und her. Herr Pilz gab sich gro├če M├╝he, nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, doch gerade wurde er wieder ein St├╝ckchen nach vorne gedr├╝ckt und st├Âhnte dann vor Entsetzen auf: er sp├╝rte, wie ihm einer seiner Punkte vom Hut glitt und wegrutschte.
"Aua!" schrie ein kleiner Pilz emp├Ârt. Der Punkt hatte ihn beim Herunterfallen gestreift. "Bestimmt bekomme ich jetzt einen blauen Fleck!" jammerte er und schaute leicht ├Ąrgerlich zu Herrn Pilz. Der aber sah so verzweifelt aus, da├č der kleine Pilz sofort Mitleid bekam. "Mein Punkt! Einer von meinen Punkten ist heruntergefallen!" rief Herr Pilz, als ob der Kleine das nicht w├╝├čte. "Bitte...! Kannst du ihn mir zur├╝ck geben?" Nein, der Kleine konnte das nicht.
"Aber ich brauchte doch meinen sch├Ânen wei├čen Punkt! Wie sehe ich blo├č ohne ihn aus! Was soll ich nur machen...?" Die anderen Pilze, die in der N├Ąhe standen und die Situation mitbekommen hatten, wu├čten das auch nicht. Ratlos sch├╝ttelten sie den Kopf. Sie sch├╝ttelten ganz vorsichtig, damit ihnen nicht auch so ein Malheur geschieht.
Herr Pilz wurde immer aufgeregter: "Mein Punkt kann doch nicht dort liegen bleiben!" "Nein", dachte sich auch Herr Amsel, der auf einem Baum sa├č und zusah, "es sieht recht unordentlich aus, wenn dort etwas rumliegt." Daf├╝r ist die Ordnungspolizei zust├Ąndig, wu├čte der Vogel und beschlo├č, dorthin zu fliegen, um Meldung zu machen. "Aha", stellte Herr Oberodnungspolizist Ameise fest, nachdem er sich alles angeh├Ârt hatte. "Das ist doch nicht sooo schrecklich". Er deutete auf seine Mitarbeiter: "Paulchen! Fredy! Ihr beide marschiert los und transportiert den Punkt dann erstmal hierher!" Paulchen und Fredy marschierten los.
Herr Pilz stand inzwischen v├Âllig starr und hilflos rum und versuchte nachzudenken. So bemerkte er die Ameisen erst, als er Fredys feines Stimmchen h├Ârte: "Wenn wir beide gemeinsam den Punkt wegtragen, treten wir uns auf die F├╝├če. Trag du ihn allein, ich passe auf!" "Nein!!!" schrie Herr Pilz. Vor lauter Schreck ├╝ber den unerwarteten Schrei lie├č Paulchen den Punkt fallen. Der Punkt zerbrach in zwei Teile und Herr Pilz brach in Tr├Ąnen aus.
"Vielleicht kann man ihn zusammenn├Ąhen?" ├╝berlegte Fredy, der sich ein bi├čchen schuldig f├╝hlte. Hoffnungsvoll erkundigte sich Herr Pilz: "Kannst du n├Ąhen?" Nein. Das konnte Fredy nicht. Er konnte sich erinnern, da├č man daf├╝r eine Nadel und einen Faden ben├Âtigt. Einen Faden! Ihm kam sogleich eine neue Idee. "Ich wei├č, ich wei├č! Frau Spinne hat F├Ąden! Sicherlich kann sie auch n├Ąhen! Ich frage sie sofort!" Fredy eilte los.
"Nein, n├Ąhen kann auch ich nicht" gab Frau Spinne zu, als Herr Pilz sie neugierig anstarrte. "Aber ich k├Ânnte die beiden H├Ąlften miteinander verspinnen." Herr Pilz stellte sich vor, da├č sein sch├Âner wei├čer Punkt danach wie ein kleiner verwebter Teppich aussehen w├╝rde und lehnte dankend ab. "Vielleicht, liebe Frau Spinne, k├Ânnen Sie aber einen Faden um eine H├Ąlfte schlingen und diese damit zur├╝ck auf meinen Hut ziehen? Und die zweite H├Ąlfte auch..?" setzte er mutig hinterher. Efrig boten Fredy und Paulchen ihre Hilfe an.
Gesagt, getan, Frau Spinne verknotete einen ihrer F├Ąden um das St├╝ckchen Punkt und kletterte auf den Hut von Herrn Pilz, wo die zwei Ameisen schon ungeduldig warteten. Herr Pilz kicherte. "Ich dachte, dies sei eine ernste Sache!" wunderte sich Herr Amsel, der wieder gespannt zusah. "Was gibt es dabei zu kichern?" "Es kitzelt!" prustete Herr Pilz heraus, "die vielen F├╝├čchen auf meinem Hut kitzeln mich!" Aber er ri├č sich nun zusammen, als er das Gest├Âhne und Ge├Ąchze der ziehenden Helfer vernahm. "Wie gut, da├č er in zwei Teile zerbrach. Sonst w├Ąre er zum Hochziehen viel zu schwer gewesen", verriet Fredy.
"Und wenn nun ein Windsto├č kommt?" 'Was will der kleine Pilz denn nun?' wunderte sich Herr Pilz, der gerade merkte, wie die erste H├Ąlfte vom Punkt ├╝ber seine Hutkrampe gezogen wurde. "Es klappt!" freute er sich und "was meintest du?" fragte er den Kleinen. Aber sogleich fiel es ihm selber siedendhei├č ein. Zwar w├╝rde sein sch├Âner wei├čer Punkt gleich wieder auf seinem Platz liegen..., aber wie lange? "Er mu├č angeklebt werden!"
Paulchen wu├čte, was klebt. Aber er dachte auch sofort an die schlimme Erfahrung, die er gemacht hatte, als er einmal ein St├╝ckchen Harz transportieren wollte. Harz klebt wirklich und Paulchen sa├č tagelang in der Badewanne, bis sich auch die letzten klebrigen Reste von seinen H├Ąndchen gel├Âst hatten. Nein, soetwas w├╝rde er nie wieder anfassen und so sagte Paulchen lieber nichts. Au├čerdem f├╝hlte er sich sehr m├╝de und wollte endlich nach Hause gehen. 'Ich werde einen Becher Milch mit Honig trinken, ich werde gen├╝├člich den restlichen klebrigen Honig vom L├Âffel lutschen, das beruhigt und dann kann ich auch gut schlafen', nahm er sich vor, er sah es schon in seinen Gedanken.... "Honig! Das ist die L├Âsung! Honig klebt!"
"Juhuuh!" klatschte Fr├Ąulein Fliege Beifall. Niemand hatte sie bisher bemerkt, weil sie sich- vorsichtshalber, unter einem Blatt vor Herrn Amsel versteckt hatte. "Ich suche sofort meine Freundin, Elsa Biene, und frage sie, ob sie uns ein Eimerchen voll herbringt!" Vor Aufregung bekam Fr├Ąulen Fliege rote Wangen und sauste los, als sie die freudigen Gesichter der anderen sah. "Elsaaaa..!" summte sie, so laut sie konnte. "Hieeeer..." h├Ârte sie ein leisen S├╝mmseln aus den Tiefen einer gelben Blume. Aber Elsa Biene hatte keine Zeit. Leider! "Ich mu├č heute noch sieben gelbe Blumen besuchen, bevor sie ihre Kelche schlie├čen. Ich bin wirklich in Eile. Aber selbstverst├Ąndlich helfe ich dir. Roll ein kleines Blatt auf..." Else deutete auf den Boden, "....ich f├╝lle dir diese T├╝te mit Honig.!" ├ťbergl├╝cklich hielt Fr├Ąulein Fliege die H├╝lle mit der Klebemasse in ihren ├ärmchen, nahm Schwung und flatterte, so schnell es mit der Last eben ging, zu Herrn Pilz zur├╝ck.
Herr Pilz atmete vor Erleichterung auf. Dankbar sp├╝rte er, wie der Honig auf seinen Hut tropfte und der Punkt nun an seinen rechten Platz geschoben wurde. Herr Pilz richtete sich ganz grade auf und schaute fr├Âhlich in die Runde. 'Jetzt f├╝hle ich mich wieder gut. Ich f├╝hle mich fast wie ein neuer Pilz. Ich sollte nach einer Frau Ausschau halten', ├╝berlegte er sich. "Und unser Kind", sagte er und dachte schon weiter in die Zukunft, "wird dir zu Ehren, liebes Fr├Ąulein, -Fliege- hei├čen!"
Alle jubelten. "Ja, sch├Ân", fand auch Paulchen. "Und du bist dann Papa 'Fliegenpilz'!"

┬ęJulYana

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Josef
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Nov 2001

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Ein sprechender Pilz!

Hallo JulYana!
Eine wirklich nette und lustige Geschichte. Es gef├Ąllt mir, wenn Tiere und Pflanzen oder auch Dinge in "Kindergeschichten" sprechen k├Ânnen. Dazu ein Pilz, der eine Frau sucht - k├Âstlich.
Viele Gr├╝├če
Josef

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JulYana
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Oct 2001

Werke: 1
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Herr Pilz

Hallo Josef,
sch├Ân, da├č dir mein 'Herr Pilz' gefallen hat. Ja, vielleicht sollte ich ihn tats├Ąchlich verheiraten und eine Geschichte ├╝ber das, hoffentlich erscheinende, Pilzkind schreiben.(Ich wei├č noch nicht genau, ob es so kleine Klapperst├Ârche gibt!) Wir werden sehen....
Lieben Gru├č von JulYana

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