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Leselupe.de > Kurzprosa
Herzversagen
Eingestellt am 21. 05. 2006 02:09


Autor
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Franka
Foren-Redakteur
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Registriert: Feb 2006

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Nicht der Tod hat dieses tiefe Loch in mein Herz gerissen. L├╝gen waren es. Deine L├╝gen. Lange schon haben sie vor der T├╝r gekauert. Nun dr├Ąngen sie durch den Schmerz in mein Leben. Kraftvoll. Wildwuchernd. Mit jedem neuen Tag grabe ich weitere aus, zerre sie aus ihren Verstecken. Ins Licht. Unsere Freunde helfen dabei. Selbstgef├Ąllig legen sie jetzt das Geschw├╝r offen.
Vorsichtig bist du zu Werke gegangen. Geschickt. Ein Meister der Verstellung.

Herzversagen, sagte der Arzt. Wodurch? Fragte ich damals. Das gute Essen, der schwere Wein und vor allem die Huren, wei├č ich heute.

Die Wiese ├╝ber dir tr├Ągt sattes Gr├╝n. Ich ├╝berlasse sie dir und greife mir das Leben. ┬ę

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Waldemar Hammel
H├Ąufig gelesener Autor
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Oh je,

eine kurze aber sehr pr├Ągnante Geschichte mit ├╝berdeutlichem Inhalt.
Hier wird ganz knapp ( = "scharf") und real-zutreffend dargestellt, was garantiert hunderttausende von Frauen erlebt haben und noch erleben werden.
Die Desillusionierung der gewesenen Hoffnungen, nicht per Schicksal, nicht per Unfall, sondern durch chronische und vors├Ątzliche, b├Âsartige Krankhaftigkeit des Partners.

Dies ist "Literatur", nicht als Selbstzweck, sondern "Sprache der Aussage wegen".

(Mich trifft der Text besonders, da mein Vater aus denselben Ursachen heraus "einging", und meine Mutter den obigen Text damals praktisch auswendig daher zu sagen wusste.)

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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

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Hallo Franka,

hier wird ein menschlich vielschichtiges Thema in eine platte Opfer/T├Ąter- Schablone gepresst.
Was dem Einen eine L├╝ge ist dem Anderen eine Wahrheit - so ist das leider im Leben - aber das d├╝rfte eigentlich niemanden ├╝berraschen, der schon eine Weile auf diesem Planeten weilt.

Die Frage, die sich mir beim Lesen aufgedr├Ąngt hat: Wieso sollte ein erwachsener Mensch nicht selbst entscheiden d├╝rfen, wo er seine Priorit├Ąten setzt. Schlie├člich hat er ja auch den eigenen Kopf daf├╝r hinhalten m├╝ssen.

Dieses "L├╝gen haben ein Loch in mein Herz gerissen" deutet erstens auf ein recht ungesundes Abh├Ąngigkeitsverh├Ąltnis hin; zweitens wird hier noch posthum eine Schuldzuweisung konstruiert, die f├╝r die Vergangenheitsbew├Ąltigung so unn├Âtig ist wie ein Kropf.
Seelische Schmerzen sind ein ganz normales Lebensrisiko und werden gew├Âhnlich nicht weniger, wenn man Anderen daf├╝r die Schuld in die Schuhe schiebt.

Da hat der Eine gegen die Konventionen versto├čen, die Andere stolpert ├╝ber ihre eigene hohe Anspruchshaltung und badet mit gesellschaftlicher Unterst├╝tzung im Selbstmitleid - gerade der unterschwellige Triumph am Schluss l├Ąsst erahnen, dass die Sache aus psychologischer Sicht komplizierter ist, als der Text weismachen will.
Themen wie diese haben m.E. eine differenziertere Darstellung verdient.

Sch├Âne Gr├╝├če, NDK

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Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

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Ich m├Âchte hier nur folgendes antworten:
Es gibt nat├╝rlich unterschiedliche Versionen ein und derselben Geschichte und dabei f├╝r mich kein "richtig" und "falsch", lediglich verschiedene Arten und Weisen an die gleiche Sache heranzugehen. Ich habe mich nur f├╝r die Seite der Frau entschieden.

LG Franka

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Inu
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

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Tragen 'Huren' wirklich dazu bei, einen unzufriedenen/ungl├╝cklichen Ehemann in den Herztod zu treiben?
oder war es vielleicht eher seine n├Ârglerische bessere H├Ąlfte, die ihm das Leben langsam und schleichend verleidet hat?

Ich mag solche schlicht und einseitig gestrickten Herz-Schmerz-Texte nicht besonders.

Gru├č
Inu

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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hm,

kurz und pr├Ązise, dennoch steckt ein ganzes langes leben zwischen den zeilen. das leben einer frau, die nie wu├čte, was f├╝r einen mann sie an ihrer seite hat. sch├Ân, dass sie sich nicht in schmerz zerfetzt, sondern vorw├Ąrts schaut.
├╝prinx: gew├Âhnlich sagt man Meister der Verstellung, einzahl.
lg
__________________
Old Icke

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