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Leselupe.de > Kurzprosa
Heute wie immer ...
Eingestellt am 23. 08. 2004 00:56


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vicell
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Da ist meine Liebe zu dir...heute wie immer.

Ich wache auf, geweckt von meinem eigenen Lachen, und erblicke die Welt in dir in einem schamlosen GrĂŒn, welches sich lustvoll an meiner Seite rekelt und mich vergnĂŒgt anblinzelt. Ich blinzele zurĂŒck und versinke in die grĂŒne DĂŒsternis deiner Augen, die mich umweben wie ein flirrender Duft aus Weinlaub und unsichtbarem Licht, welches man auf den alten italienischen GemĂ€lden findet.
Warm schimmert mit dein Gesicht entgegen und immer noch nicht kann ich glauben, dass es mir gehört.
Nur ich allein darf es morgens berĂŒhren, nur meine Finger allein dĂŒrfen es erkunden.
Manchmal, so glaube ich, kann ich am Geschmack deiner Lippen die Tiefe deines Selbst wahrnehmen und mit einer Leidenschaft, die mir oft selber noch selber unwirklich und darum umso wahrhaftiger scheint, atme ich tief deine WĂ€rme und lasse sie eindringen in mich.
Jetzt, wo der Himmel hell ist, lieben wir uns inmitten von warm schimmernden WeinblÀttern und NussbÀumen, die du so liebst.
Wie taufeiner Glanz hat sich die Morgenfrische auf deinem Gesicht versammelt und du siehst mich an.
Gemeinsam betrachten wir das GrĂŒn, welches uns umgibt und entdecken die verschiedenen Nuancen.
Einen Blumenstrauss weben wir zusammen, ich bin die Farbe, die uns die Weite zurĂŒckgibt und das Schöne, das Schöne allein bist du.

Wir lauschen dem Regen und betrachten, wie versteckte Regentropfen mĂŒhsam ihren Weg durch das Blattlabyrinth der großen BĂ€ume finden, um dann lautlos ins Nichts zu verschwinden.
Um uns herum PfĂŒtzen, die sich sanft öffnen und nasse BlĂ€tter, die sich im Regen schĂŒtteln und uns, erschöpft von der Schwere der NĂ€sse, leise zulĂ€cheln.

~~~~~

So nehme ich das LĂ€cheln und den Blumenstrauss, der in einem DunkelgrĂŒn ragt, mit einem eigenartigem Schwarz darin, das ich noch nicht begreifen mag, mit zu dir und betrachte das AllerweltsgrĂŒn der LaubbĂ€ume, die nun anstelle der alten vertrauten WeinblĂ€ttern und NussbĂ€ume um mich schimmern und mir den Weg zu dir weisen.

Friedhofsstille umgibt mich, und ich stehe vor dir und versuche, dich zu schauen.
Wie immer hast du auf mich gewartet und behutsam lege ich mich nieder, versuche, dich ganz in mir zu spĂŒren.
Leise streichele ich die warme Erde unter mir und lausche deinem leisen fernen Klang. Ich kann kein GrĂŒn mehr in dir entdecken, nur ein tiefes Schwarz, das man fĂŒhlen kann, so wie ich die grĂŒne DĂŒsternis deiner Augen heute noch fĂŒhle.

Das dĂŒsterne GrĂŒn deiner Augen ĂŒberflutet alle Grenzen, die uns trennen und gibt uns die Weite zurĂŒck, die Weite, die wir dem Weinlaub und den NussbĂ€umen im sanften Sommerregen abgelauscht hatten.

Nimm meinen Blumenstrauss, Geliebter, nimm ihn zurĂŒck.

Das GrĂŒnzeug darin bin ich, das Schöne, Unsagbare jedoch, das bist du.

Heute wie immer ...

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rosste
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Registriert: Jul 2004

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eine schöne ErzĂ€hlung, gefĂŒhlvoll und ehrlich.
Stephan

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vicell
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Danke,

lieber Stephan, fĂŒr das Kompliment und deinen Kommentar. Eine ErzĂ€hlung sollte es eigentlich nicht sein, eher eine Art Momentaufnahme einer gewissen Sinnesanwandlung, die mich eines Abends ĂŒberkam, als ich eigentlich etwas ganz anderes schreiben wollte und auf einmal dieses hier entstand...so ist das eben beim Schreiben...!

Lieben Gruß ins wunderschöne Land der Fjorde,

sendet dir vic

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

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KorrekturvorschlÀge:

Heute wie immer ...
Veröffentlicht von vicell am 23. 08. 2004 00:56
Da ist meine Liebe zu dir...heute wie immer.

Ich wache auf, geweckt von meinem eigenen Lachen, und erblicke die Welt in dir in einem schamlosen GrĂŒn, welches sich lustvoll an meiner Seite rekelt (rĂ€kelt) und mich vergnĂŒgt anblinzelt. Ich blinzele zurĂŒck und versinke in die grĂŒne DĂŒsternis deiner Augen, die mich umweben wie ein flirrender Duft aus Weinlaub und unsichtbarem Licht, welches man auf den alten italienischen GemĂ€lden findet.
Warm schimmert mit (mir) dein Gesicht entgegen und immer noch nicht kann ich glauben, dass es mir gehört.
Nur ich allein darf es morgens berĂŒhren, nur meine Finger allein dĂŒrfen es erkunden.
Manchmal, so glaube ich, kann ich am Geschmack deiner Lippen die Tiefe deines Selbst wahrnehmen und mit einer Leidenschaft, die mir oft selber noch selber unwirklich und darum umso wahrhaftiger scheint, atme ich tief deine WĂ€rme und lasse sie eindringen in mich.
Jetzt, wo der Himmel hell ist, lieben wir uns inmitten von warm schimmernden WeinblÀttern und NussbÀumen, die du so liebst.
Wie taufeiner Glanz hat sich die Morgenfrische auf deinem Gesicht versammelt und du siehst mich an.
Gemeinsam betrachten wir das GrĂŒn, welches uns umgibt und entdecken die verschiedenen Nuancen.
Einen Blumenstrauss (Blumenstrauß) weben wir zusammen, ich bin die Farbe, die uns die Weite zurĂŒckgibt und das Schöne, das Schöne allein bist du.

Wir lauschen dem Regen und betrachten, wie versteckte Regentropfen mĂŒhsam ihren Weg durch das Blattlabyrinth der großen BĂ€ume finden, um dann lautlos ins Nichts zu verschwinden.
Um uns herum PfĂŒtzen, die sich sanft öffnen und nasse BlĂ€tter, die sich im Regen schĂŒtteln und uns, erschöpft von der Schwere der NĂ€sse, leise zulĂ€cheln.

~~~~~

So nehme ich das LĂ€cheln und den Blumenstrauss , der in einem DunkelgrĂŒn ragt, mit einem eigenartigem Schwarz darin, das ich noch nicht begreifen mag, mit zu dir und betrachte das AllerweltsgrĂŒn der LaubbĂ€ume, die nun anstelle (an Stelle) der alten vertrauten WeinblĂ€ttern (WeinblĂ€tter) und NussbĂ€ume um mich schimmern und mir den Weg zu dir weisen.

Friedhofsstille umgibt mich, und ich stehe vor dir und versuche, dich zu schauen.
Wie immer hast du auf mich gewartet und behutsam lege ich mich nieder, versuche, dich ganz in mir zu spĂŒren.
Leise streichele ich die warme Erde unter mir und lausche deinem leisen fernen Klang. Ich kann kein GrĂŒn mehr in dir entdecken, nur ein tiefes Schwarz, das man fĂŒhlen kann, so wie ich die grĂŒne DĂŒsternis deiner Augen heute noch fĂŒhle.

Das dĂŒsterne GrĂŒn deiner Augen ĂŒberflutet alle Grenzen, die uns trennen und gibt uns die Weite zurĂŒck, die Weite, die wir dem Weinlaub und den NussbĂ€umen im sanften Sommerregen abgelauscht hatten.

Nimm meinen Blumenstrauss , Geliebter, nimm ihn zurĂŒck.

Das GrĂŒnzeug darin bin ich, das Schöne, Unsagbare jedoch, das bist du.

Heute wie immer ...
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"...Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?..." (Rilke)
Vic's CelloMania

[url=http://onomatopoetics.20six.de][Vic & Tarts dichten Bilder[/url]
Ein kleines Werk mit gewaltigem Tiefgang. Je öfter man es liest, desto besser gefÀllts.
Ganz lieb grĂŒĂŸt

__________________
Old Icke

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vicell
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Liebe flammi, danke fĂŒr das Lob und das aufmerksame Lesen.
Werd mich nachher mal in Ruhe drĂŒber her machen und die Fehler korrigieren...

Lieber Gruß,
vic

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