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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Hidschab
Eingestellt am 28. 11. 2015 20:19


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TaugeniX
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Ihre Schuhe hat dieses junge Weib ausgezogen. Die FĂŒĂŸe sind schmal und seidig wie exotische teefarbene BlĂŒten. Ein unkleidsamer Verschnitt aus Teeniklamotten und anatolischer Dorftracht verhĂŒllt ihren Körper, das frische Gesichtchen ist im eng gebundenen Kopftuch eingerahmt. Was sucht sie in der Wohnung des prominenten Störenfrieds der Wiener Kunstszene? Da bringen sie schon seine Bilder in Ă€rgste Verlegenheit: es sind schlimme Bilder, die auch manchen abgebrĂŒhten Kritiker in die Betroffenheitsfalle gelockt haben. Als Schmerzschamane und LeidenskĂŒnstler hat sich Kurt Weiß verfluchen und feiern lassen von Kollegen und Ausstellungsbesuchern, von AnhĂ€ngern der Psychoanalyse, von der Kirche, von gelber und andersfarbiger Presse, von Damen, die „Les Infortunes de la vertu“ im Original gelesen haben, und denen, die es nur auf „FĂŒnfzig Schatten des Grauen“ schaffen.

Unser MĂ€dchen sitzt ganz gerade und klammert sich am Ärmel der etwas Ă€lteren durchaus westeuropĂ€ischen Frau, die sie mitgebracht hat und wohl ihre Freundin ist.

„Nu, denn, meine Liebe, so weit hast du dich ĂŒberwunden, dass du hierhergekommen bist. Habe jetzt nur noch ein bisschen Mut! Du kriegst deine erste Schmerzweihe, wenn du davon kosten willst. Aber dafĂŒr musst du ein StĂŒck Haut freimachen. – Man schlĂ€gt nicht auf die Kleider.“

Warum soll man eigentlich nicht auf die Kleider schlagen? Kann sein, dass der gute SM-Apostel das hĂŒbsche junge Ding nur zu gerne nackt sehen möchte. Sie glĂŒht auf vor Scham und verbirgt das Gesicht am Busen ihrer Begleiterin. Dann zieht sie die Knie an, dreht sich ein wenig um und streckt ihm die nackten Fußsohlen her.

„Du willst also wirklich Falaka bekommen? Das ist aber sehr schmerzhaft, meine Liebe. Sollen wir nicht einen milderen Einstieg fĂŒr dich wĂ€hlen? Aber gut, bei dir zu Lande hat die Sache ja Tradition.“ Maitre Weiß lacht.

„Es ist schrecklich, das zu wollen, nicht wahr? – Gerade, wenn ich es will. FĂŒr euch ist es alles so fern, euer Mittelalter, Gras ist darĂŒber gewachsen. In meinem Land aber
 Da sind die Wunden frisch, - mein Großvater: als kleines Kind musste er zusehen und es war grausam. Was bin ich bloß fĂŒr ein Mensch, dass ich so etwas wollen muss? Was bin ich bloß fĂŒr ein Mensch?“





Maitre muss kurz daran denken, dass „so etwas“ auch bei uns viel jĂŒnger als das Mittelalter ist, doch ein Exkurs in Geschichte und Ethik ist ihm gerade gar nicht recht. Er fixiert die zarten FĂŒĂŸchen mit einem gierigen spitzen Blick, seine Augen werden schmal wie Schießscharten. Er will nun endlich anfangen.

„Was dein Großvater gesehen hat, willst du bestimmt nicht. Das ist nur ein Bild, das in deinem Kopf auftaucht. Hab keine Angst davor! Lass dir einfach wehtun. Sag mir nur: willst du schon beim ersten Mal weinen?“ Sie seufzt leise und ruhig auf und flĂŒstert ein kleines „Ja.“

Er nimmt einen leichten dĂŒnnen Stock und klopft gleichmĂ€ĂŸig und sachte. Am Anfang sind die FĂŒĂŸchen nervös und Ă€ngstlich, - sie zucken, krampfen und ziehen die Zehen an; bald gewinnen sie aber Vertrauen in den sanften Schmerz und werden ruhig. Der alte Sadist lĂ€chelt verschmilzt und in sich gekehrt, er saugt die kostbaren Schmerzfluide ein und weiß, dass daraus Bilder entstehen werden, viele wunderbare Bilder, die schon da sind, die auf seine Arbeit warten.

Er schlĂ€gt ein wenig heftiger zu und siehe da, - er darf, - sein Opfer ruht wie schlafend in den Armen ihrer Freundin. Sie jammert leise vor sich hin als wĂŒrde sie ein Klagelied in ihrer Sprache singen, dann weint sie auch; aber ihr Körper nimmt den Schmerz gelassen und dankbar auf.

„Welch eine begnadete Masochistin! Es ist ihr allererstes Mal und sie fliegt mir regelrecht davon, - da muss ich doch zusehen, wie ich sie irgendwie ganz
“

Er will nicht die Hoffnung aufgeben, doch etwas mehr an ihrem Körper tun zu dĂŒrfen als die Falaka. Die SchlĂ€ge werden wieder leichter, nur noch zarte rhythmische BerĂŒhrungen sind es, die ihre Flughöhe aufrechterhalten. Nun spricht der Schmerzschamane: seine Stimme ist samtig und warm, schmeichelnd und eindringlich zugleich. Er erzĂ€hlt ihr von Freiheit und Macht des Weibes. Er erzĂ€hlt von GroßzĂŒgigkeit und Hingabe, von krĂ€ftigen jungen Körpern, die in Lust und Schmerzen aufgehen, die in Wunden aufgehen und bluten, wie GranatĂ€pfel unter gleißender Mittagssonne. Seine Phantasien sind grausam, fern jeglicher RealitĂ€t, und doch scheinen sie das MĂ€dchen zu berĂŒhren. Sie dreht ihm das verweinte Gesicht lauschend zu.

Plötzlich löst sie sich aus der schĂŒtzenden Umarmung ihrer Freundin und steht auf. Sie macht eine ungelenke breite Bewegung mit den Armen, als wĂŒrde sie etwas wegwerfen, sie sieht dem Sadisten fest und gerade ins Gesicht, wie ein Mensch, der zu allem entschlossen ist. Dann greift sie zu ihrem Hidschab. - Irgendwo im Unterleib des alten Mannes flackert die Hoffnung auf. – Sie nimmt das Kopftuch ab, löst hastig mehrere KĂ€mme und Spangen, - wie eine ganze Rolle Rohseide schwer, fallen ihre knöchellangen Haare. „Du darfst sie berĂŒhren“, sagt sie. Ihre Stimme zittert vor Stolz ob des gebrachten hohen Opfers.

Armer Maitre! Mehr Lohn kannst du fĂŒr deine KĂŒnste nicht erwarten. Nicht jetzt, nicht heute. Es wird nicht schneller Sommer, wenn man am wachsenden Gras zupft. Wir wĂŒnschen dir noch sehr viel Geduld.

__________________
Was uns obliegt, ist nicht die Lust des Lebens, auch nicht einmal die Liebe, die wirkliche, sondern lediglich die Pflicht. Th. Fontane

Version vom 28. 11. 2015 20:19
Version vom 29. 11. 2015 15:48

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FrankK
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Hallo TaugeniX

Eine interessante Szene, er, der Saddist, sie, die UnterwĂŒrfige. Vom ersten Moment an scheint klar, wie die Rollenverteilung aussieht, wer das sagen hat.

So scheint es.
Er möchte mehr, sie gibt es ihm - nicht. Plastisch in Szene gesetzt, durch die direkte Ansprache des Lesers wird selbiger fast zu einem Bestandteil der Szene.
FĂŒr den Leser verschwindet die Begleitung der jungen Frau zur Statistenrolle. Die diffuse Darstellung des Raumes verleitet den Leser, ihn mit seinen eigenen Fantasien (auch den schmutzigen) auszufĂŒllen.
Die Leserin findet ihren Platz an der Seite der jungen Frau, sie fĂŒllt den Raum der Begleiterin aus, mag zum Schluß sogar mit Stolz auf das "MĂ€dchen" blicken können. Sie hat dem drĂ€ngen des Mannes nicht nachgegeben, sie hat sogar das Spiel gewendet.
Die "Sub" hat die Macht.


Winzige Stolperstellen sind mir aufgefallen:

quote:
('Die' oder 'Ihre'?)Schuhe hat dieses junge Weib ausgezogen.

quote:
die auch manchen abgebrĂŒhten Kritiker in ('die' oder 'eine'?) Betroffenheitsfalle gelockt haben.


Hat mir gefallen (Und jetzt bitte keine hintergrĂŒndigen Gedanken mir unterstellen ).


GrĂŒĂŸe aus Westfalen
Frank
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TaugeniX
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Weißt Du, Frank, ich bin gar nicht so sicher, ob sie nachgegeben hat oder nicht. Aus der Sicht des alten LĂŒstlings ist das Angebot, ihre "entblĂ¶ĂŸten" Haare zu berĂŒhren natĂŒrlich sehr mager. Aber aus ihrer Sicht ist es sehr viel. Gerade zu dem, was sie gegeben hat, musste sie sich ĂŒberwinden.

Es ist schon witzig, wenn man das eigene StĂŒck nachtrĂ€glich zu interpretieren versucht.
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FrankK
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Aus meiner Sicht hat sie nicht nachgegeben.

Auch aus der Sichtweise Dom-Sub hat sie nicht nachgegeben.
Sie hat ihm ihre FĂŒĂŸe "geschenkt" (oder auch dargeboten). FĂŒr einen "Erstkontakt" ist das schon ein enormer Vertrauensvorschuß. Hiebe auf die FĂŒĂŸe (insbesondere die Fußsohlen) sind eine recht spezielle Spielart, die ein gewaltiges Maß an Kontrolle erfordern.
"Er" hat anschließend indirekt mehr verlangt, "sie" hat die Grenze bei ihren Haaren gezogen.
FĂŒr "Ihn" eindeutig zu wenig (westlicher Kulturkreis, Haare sind nicht von außergewöhnlicher Bedeutung).
FĂŒr "Sie" ein enormer Akt von "EntblĂ¶ĂŸung". Ob ihm ĂŒberhaupt bewusst wurde, welches Geschenk er von ihr erhalten hatte?


Dieses "nicht nachgegeben" erscheint auch schlĂŒssig in Deinem eigenen ResĂŒmee:

quote:
Es wird nicht schneller Sommer, wenn man am wachsenden Gras zupft.
Das kannte ich ĂŒbrigens noch nicht.
Ist das ein "Russizismus"?


GrĂŒĂŸend aus Westfalen
Frank

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TaugeniX
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Nö, Frank, das ist kein Russizismus, das ist "Selbstgebackenes" Ich habe mich sehr ĂŒber diesen Einfall gefreut, als ich den Text schrieb, und freue mich wieder, da Du auf den Satz aufmerksam wurdest.

Ich hoffe, dass der alte Maler dieses schwere knöchellange Haar zu schĂ€tzen weiß. So entblĂ¶ĂŸt wie sie sich ohne Kopftuch fĂŒhlt, fĂŒhle ich mich nicht mal ganz nackt. Ich fĂŒrchte, wir haben uns dieses GefĂŒhl mit Saunas und "Pro Forma Bikinis" irgendwie abtrainiert.

Aber so wie Du es meinst, hast Du natĂŒrlich recht: das MĂ€dchen ist es selbst geblieben, hat sich nicht rauszupfen lassen aus ihren Wurzeln, aus ihrem Wesen.
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Jo Phantasie
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Liebe TaugeniX,

deine Geschichte mag fĂŒr diese Seite etwas exotisch anmuten, trotzdem bin ich der Meinung, dass sie hier einen guten Platz gefunden hat. Ist es bereits SM, wenn ein junges MĂ€dchen diese hier auch mit dem Versuch einer ErklĂ€rung unerklĂ€rt bleibende Sehnsucht nach Schmerzen hat? War es fĂŒr sie lediglich ein Experiment oder tatsĂ€chlich ein Anfang? Schmerzweihe, ein treffender Begriff. Ob er ausschließlich Sadist ist, sehe ich auch nicht, denn dafĂŒr vibriert die Luft zu sehr nach erfĂŒllter und nicht erfĂŒllbarer Erotik und sie gibt ihm ja auch alles, was möglich ist. Nennen wir ihn einfach einen KĂŒnstler mit einem breiten Spektrum und sie eine Erwachende, das trifft es eher. Es ist schön, dass deine Geschichten oft solche Gedanken aufkommen lassen.
LG Jo

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Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

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TaugeniX
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Danke, Jo!

Genau das habe ich versucht zu skizzieren: zaghaft ausgestreckte FĂŒhler eines jungen Menschen nach neuem Erleben. Schmerzweihe ist noch kein SM und muss kein SM daraus werden, - vielleicht etwas anderes.

Und der Maitre... Naja, so ganz ohne sadistische ZĂŒge wird er schon nicht sein. Aber wer ist schon ganz ohne?

Vom ganzen "SM" interessieren mich eigentlich nur die Ă€ußersten RĂ€nder und die fließenden Grenzen. Sobald man im "Kernbereich" landet, kann ich darĂŒber nicht schreiben.
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