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Leselupe.de > Ungereimtes
Himmelfahrt
Eingestellt am 20. 01. 2011 15:55


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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

Werke: 304
Kommentare: 2919
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Himmelfahrt

Nicht mehr wie frĂŒher
zĂŒrnen uns die Götter,
es scheint, als hÀtte sie
die Zeit geeint.
Und was uns dann
von ihrem Geist geblieben
haben wir zum Schluss
verneint.

So sind wir endlich,
und auch ganz - allein,
wenn wir nach alter Sitte,
hier und dort noch LĂ€mmer
auf die Schlachtbank fĂŒhren,
steigt der besÀnftigende Duft
von totem Fleisch
- nicht mehr olympisch-
nur noch in ein höheres Nichts hinein.

__________________
RL

Version vom 20. 01. 2011 15:55
Version vom 20. 01. 2011 16:37
Version vom 21. 01. 2011 01:13

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Mmmh, lieber Ralf,
diesmal geht dein Gedicht nicht so richtig an mich ...

Die Himmelfahrt (etwas unglĂŒckliche Formulierung) könntest du m. E. ganz streichen. - Im Folgenden noch ein paar weitere Gedankenspiele mit dem Text:

quote:
Nicht mehr wie frĂŒher (neue Überschrift)

zĂŒrnen uns die Götter,
es scheint, als hÀtte sie
die Zeit geeint.
Und was uns dann
Was ist
von ihrem Geist geblieben?
Wir haben das am Schluss
verneint.


[So sind wir endlich ganz allein,]
fĂŒr mich verzichtbar

wenn wir nach alter Sitte,
hier und dort noch LĂ€mmer
auf die Schlachtbank fĂŒhren,
steigt uns der Duft des Opfers
von totem Fleisch
nicht mehr olympisch
nur noch in ein höheres Nichts hinein.
BegrĂŒndung: Dem Gedicht fehlt es in meinen Augen ein wenig an Schwung. Es ist natĂŒrlich nicht einfach, ein antikes Thema modern und leichtfĂŒĂŸig zu verpacken und dennoch dem antiken Vorbild in etwa zu folgen. - Ein wenig KĂŒrzung wĂ€re vielleicht auch dienlich.

Inhaltlich habe ich rein gar nichts zu meckern. Das ist alles wieder klug durchdacht.

Hoffentlich kannst du mit meinen VorschlÀgen etwas anfangen oder wirst durch sie inspiriert.

Insgesamt sĂ€he die gekĂŒrzte Version dann so aus:

quote:
Nicht mehr wie frĂŒher

zĂŒrnen uns die Götter,
es scheint, als hÀtte sie
die Zeit geeint.
Was ist
von deren Geist geblieben?
Wir haben es am Schluss
verneint,

wenn wir nach alter Sitte
noch LĂ€mmer
auf die Schlachtbank fĂŒhren,
steigt uns der Duft des Opfers
nicht mehr olympisch

in ein höheres Nichts hinein.

Herzliche GrĂŒĂŸe
Heidrun

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Ralf Langer
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hallo heidrun,

hab dank fĂŒr deine gedanken.

ich selbst habe den gedanken dieses stĂŒckes schon ein wenig umgesponnen, und arbeite gerade an einer anderen fassung,
in der die götter und das moderne wesen "mensch"
direkter aufeinander prallen.

hier in diesem stĂŒck, dachte ich eigentlcih daran auch
den krieg als blaupause zu hinterlegen.
deswegen:
schlachtbank und totes fleisch
als bild fĂŒr gefallene soldaten,
deswegen auch der ursprungliche titel
"himmelfahrtskommando"


die zeile:
"so sind wir endlich
und auch ganz - allein"

ist eigentlich ein zentraler gedanke in meiner( des autoren )welt.
die endlichkeit, das endlich so sein, das ganz sein,als teil des allein seins.

vielleicht eher was essayistisches?

hm, ich bin kein freund davon gedichte zu löschen,
und sehe hier das die entscheidung richtig war.

also , hab dank fĂŒr deine hinweise

lg
ralf

ach so,
ich finde deine verkĂŒrzung gelungen...


__________________
RL

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Ralf,

ich finde nicht, dass du dein Gedicht löschen solltest. Im Gegenteil.
Wenn:

quote:
schlachtbank und totes fleisch
als bild fĂŒr gefallene soldaten,
deswegen auch der ursprungliche titel
"himmelfahrtskommando
gelten sollen (der Gedanke ist doch vortrefflich), könntest du das doch einfach mehr in den Vordergrund schieben und die Götter eher nebenbei agieren lassen. Denn zwei Ziel- (Schwer-)punkte nehmen jedem Text die Kraft.

Was meinst du?

Heidrun

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Ralf,
so gefÀllt es mir deutlich besser.

Abschließend könntest du noch ĂŒberlegen, ob du nicht das Wort "besĂ€nftigenden" durch etwas Kurzsilbigeres ersetzen solltest ...

Ich kann mir denken, dass diese erneute MÀkelei etwas bizzelt, oder schlimmer noch, nervt, doch klanglich gibt es einfach zu viele Silben. Jedenfalls nach meinem Hören.
Eine Möglichkeit wĂ€re "dĂ€mpfenden", wenn es vielleicht auch nicht ganz ausdrĂŒckt, was du meinst ...

Herzliche GrĂŒĂŸe
Heidrun

Ich verstĂ€nde allerdings auch, wenn dir nun die Lust an einer erneuten Änderung vergangen ist.

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Ralf Langer
Routinierter Autor
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ach oli,
der dichter zerklÀrt sein werk

zu allererst: ich bin gerade in einem altgriechischem gemĂŒt,
wie du unschwer an meinem vorherigen ouevre " epigonen"
feststellen kannst.

" himmelfahrt" also,

hier muß du wissen, das der text erst den titel "himmelfahrtskommando"
trug

strophe eins ist eine art treppe
vom polytheismus ( die götter)
ĂŒber monotheismus ( es scheint sie haben sich geeint
zun atheismus (... verneint)

soweit die fahrt durch einen leerer werdenden himmel

strophe 2
blickt auf die menschen

die nun auch vereinzelt sind
dann kommen die opfer, heißt der mensch opfert nach wie vor
z.b. im kriege die soldaten, dem geld etc.
nur da ist oben niemand mehr, der zu besÀnftigen wÀre,
der duft, ist nur bote toten fleisches( hier gewollte anklÀnge an krieg und seine opfer- stichwort: schlachtbank)

so steigt der duft des verbrannten fleisches nach oben
( ALSO HIMMELFAHRT)

der himmel enthÀlt aber nichts tranzendentes mehr,
er ist ein " höheres nichts":

also haben wir in strophe eins
die fahrt durch einen leeren himmel
und in strophe zwei
die himmelfahrt von totem fleisch ĂŒber den duft
in einen sÀkularisierten ort....

soweit meine theoreme...

lg
ralf


__________________
RL

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