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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Hinter Glas
Eingestellt am 24. 09. 2014 18:38


Autor
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Pablo Sanchez
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2014

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oder: Die Unerreichbarkeit des anderen Ich


In falten gelegt ist sein todernstes Gesicht. Zielstrebig verfolgt er sein Ziel; geradlinig geht er seinen geraden Weg. Ich horche, lausche, doch h├Âre ihn nicht. Wie in Zeitlupe folgen meine m├╝den Augen ihm; sehen ihn vorbei schreiten und vergehen. Ich bin abgeschnitten, kann ihn weder h├Âren noch f├╝hlen, nur zuschauen. Eine andere Welt als die Meine ist nun Seine.

Die stets heiteren Worte von tr├Ąllernden Damen bohren sich in mein Gehirn, wie messerscharfe Pfeile in eine l├Âchrige Zielscheibe. Ich kenne die Wahrheit, sp├╝re sie in meinem tiefsten Innern. Ich werde ihm niemals folgen k├Ânnen.
Das Glas dieser Welt, die belanglosen freundlichen Worte, die offenen Tore halten mich fest, nehmen mich gefangen; gefangen in einem endlosen Kreis voller Unverst├Ąndnis und Leere.
Ein sich drehender Kreisel, der mit jedem Schlag des Pendels ein wenig langsamer wird, h├Ąlt mich fest auf seinen Bahnen. Mit aller Kraft versuche ich gerade zu stehen, gerade voran zu gehen. Aber meine Unvollkommenheit unterliegt ihr vollkommen.
Die Worte der Damen sind endlos, bilden eine Konstante in dieser Welt hinter Glas. Ihre Worte bilden die Mauern dieser tr├╝ben Uendlichkeit.

Was ist wohl aus unserem Helden geworden? Auch wenn unsere Welten sich nur f├╝r Momente ber├╝hrten, wurde mein Interesse an ihm geweckt. Doch vielmehr ist sein Weg der wahre Grund meiner Neugier. F├╝r den Bruchteil meines endlos kurzen Lebens will ich ihm folgen: dem Impuls aufzustehen und diesen, seinen Weg zu gehen.
Ich l├Ąchele, sehe mich schon selbst an mir vorbei gehen. Aufgeregt rufe ich nach mir, scherie mir die richtigen Worte entgegen. Doch sie erreichen mich nicht. Ihr klang verhallt leblos in dieser Welt hinter Glas, einer Welt in der nur das freundlich furchtbare Summen ihrer Worte gewiss ist.

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