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Leselupe.de > Ungereimtes
Hinter Schlafes Mauern
Eingestellt am 06. 01. 2004 20:51


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Mara Krovecs
Routinierter Autor
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Hinter Schlafes Mauern

Auf d├╝sterem See liegt ein Spinnenweb Mondenschein – meine Schritte schwimmen in den aufkommenden Nebel, auf den D├Ąchern meiner Stadt ruht wie ausgeatmet ein Guss aus weichem Milchlicht – filigrane Wei├čsichel lugt aus dem Meer vor├╝berziehender Wolken, jene Wellen schaukeln sch├Ąumend an meine Seele, wecken was tief in mir schlafen sollte.

– meine Sehnsucht ist ein Fl├╝gelwesen - auf ihren gl├Ąnzenden Schwingen tr├Ągt sie mich zu dir, schlingt sich mit dem Nachtwind wie ein Hauch in dein Zimmer, dreht an meinem Herzen bis sich Brennesseln in mein Rot trinken;
aus deinem schlafenden Gesicht fliehen Tr├Ąume wie Roseneulen - zu schnell f├╝r meine Lippen, ich seufze in den wilden Duft nach Schnittlauch der aus deinen Achseln str├Âmt, lege mich still neben dich, die Reise deines Atems sp├╝rend, k├╝sse deine Wimpern, sinke zu den Nachtfaltern in meinem Leib.

Die Kirchturmuhr schl├Ągt Zw├Âlf.
Aus verbotenen Fernen schrecke ich hoch, dunkler Kirschensaft an meinen Lippen und auf meiner wei├čen Haut verr├Ąt mich, mein Fl├╝gelwesen klirrt silbern unter meinem Schwung, k├╝hlt meine gl├╝henden H├Ąnde und mein einziges Schwert f├Ąllt in die Tiefe, auf meiner rasenden Flucht durch scharfkantige Schluchten - der Schorf auf meinem Herzen kaum verheilt.

Mein Denken entflammt ihren Rachen; Sch├Ânes rundet zum prallen Apfel, Z├Ąrtliches gr├╝nt zur Rapunzel, alles wird ihr zum Mahl, sie will wachsen - ins Unermessliche, mich tragen an Orte in denen sie meine Tr├Ąume aus lodernden Scheiterhaufen rettet;
mit Tantalusdornen rankt sich neue Hoffnung in meine Brust.

Ich darf den Lippen meiner Sehnsucht keine Speise reichen;
neckend lockt sie mich zu ihrem Ohr: „versuch es doch“, ruft sie sanft, „sing mir das Schlaflied“.





Anmerkung: "Roseneulen" sind Nachtfalter.

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Mara K.
Guest
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liebe Mara Krovecs ...

es ist atemberaubend dich zu begleiten, atemberaubend
und bedrohlich, denn man m├Âchte nicht aufh├Âren zu lesen,
es macht in gewisser weise s├╝chtig dir und deinen tr├Ąumen, deinen gedanken, deiner flucht und deiner sehnsucht zu folgen ...
wenn die kirchturmuhr zw├Âlf schl├Ągt ist geisterstunde, die zeit zwischen den tagen, in der man fliehen kann in die welt seiner sehnsucht ...
verheilt er jemals, der schorf auf den narben des herzens,
ich glaube es fast nicht, egal wie sehr man sich bem├╝ht, er wird mitunter ├Âfter wieder aufgerissen, als einem bewusst ist ...
und man bekommt die sehnsucht nicht zum schlafen, sie sitzt nicht direkt im herzen sie sitzt ein kleines st├╝ckchen tiefer, zwischen bauchnabel und drei fingerbreit
weg vom brustbein ... dort wispert sie und grummelt, dort zieht sie alles zusammen und hangelt sich hoch zum herzen... ja ...

nun dann, es hat mich in seinen bann gezogen und ich werde es noch ├Âfter lesen m├╝ssen, es ist wunderbar und ...
macht mich ein wenig sprachlos, was sicher nicht sehr schlimm ist ...
danke sehr f├╝r's lesend├╝rfen, es geht mir sehr nahe.
ich w├╝nsche dir eine gute zeit, gesundheit ...
herzlich Mara K.

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wondering
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Liebe Mara,
ein wirklich einnehmender Text, der einen in eine nachvollziehbare Fabelwelt entf├╝hrt.
Gef├Ąllt mir sehr gut.

Womit ich ein wenig Schwierigkeiten hatte, geht von diesem Satz hier aus:

"ÔÇô meine Sehnsucht ist ein Fl├╝gelwesen - auf ihren gl├Ąnzenden Schwingen tr├Ągt sie mich zu dir, [...]

das "ihren" bezieht sich klar auf Sehnsucht, soch macht es mir Leseprobleme, weil ich das Fl├╝gelwesen schon im Kopf habe. Also h├Ątte ich bei "seinen gl├Ąnzenden Schwingen" weniger gestutzt.
Weiter unten ist das Fl├╝gelwesen Subjekt:
"[...}verr├Ąt mich, mein Fl├╝gelwesen klirrt silbern unter meinem Schwung, k├╝hlt meine gl├╝henden H├Ąnde [...}

aber schon im n├Ąchsten Satz steht wieder "Mein Denken entflammt ihren (ihrem) Rachen"...

Die Sehnsucht zu einem Fl├╝gelwesen zu machen, finde ich toll, jedoch w├╝rde ich mich im Text entweder f├╝r DIE Sehnsucht oder DAS Fl├╝gelwesen entscheiden...

Vielleicht habe ich auch etwas falsch verstanden.
Es bleibt ein intensiver Text, der mcih einf├Ąngt.

Viele Gr├╝├če
wondering

__________________
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
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Liebe Mara,


ich habe mich ├╝ber Deinen lebendigen Kommentar sehr gefreut
und ├╝ber Deine Begleitung sowieso.

Interessant was Dir zu "zw├Âlf Uhr" einfiel, die Geisterstunde.Stimmt auch in gewisser Hinsicht, wobei ich hier eher an "Aschenputtel"dachte, die ihren Herzensball um Punkt Mitternacht verlassen mu├čte und aller Zauber l├Âste sich auf...............in meinem Fall also wird der Sehnsuchtsflug beendet.Was aber ganz bestimmt auch von mir emfpunden wird, ist die Zeit zwischen den Zeiten, Aufbruch, Umbruch in der Geisterstunde.

Deine Sehnsuchtsgef├╝hle wandern also, so ist es bei mir auch, sie zerren ins Hoch und st├╝rzen mit mir ins Tief,sie t├Ąnzeln und ziehen, knuffen und dr├╝cken und haben eine ganze Welt sich auszudr├╝cken.

Ich danke Dir liebe Mara und schicke eine Handvoll
Traumteebl├╝ten und Gr├╝├če nat├╝rlich Mara

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
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Liebe Wondering,


herzlichen Dank f├╝r Deinen Kommentar, ich finde es toll,dass Du Dich mit meinem Gedicht auseinander gesetzt hast.
Du hast alles richtig verstanden,in der Tat verwende ich beide Bezeichnungen f├╝r meine Sehnsucht.
Ich kann aber auch Deinen Einwand verstehen............schon w├Ąhrend des Schreibens ahnte ich, dass es nicht leicht sein w├╝rde beides zu verbinden, ich dachte allerdings es w├╝rde so gehen; ja, diese beiden Bezeichnungen k├Ânnen verwirrend wirken.
Nur was tun; ich lasse das Gedicht noch ein wenig wirken und vor allem Deinen Einwand dazu.

Es sollte ├╝brigens hei├čen : Mein Denken entflammt ihren Rachen.
Es k├Ânnte aber durchaus auch "ihrem Rachen" hei├čen, das g├Ąbe dem Ganzen noch einen anderen interessanten Aspekt...........

Mal schauen, was vielleicht noch f├╝r Antworten kommen, bez├╝glich "Der Sehnsucht" und des "Fl├╝gelwesens"

Ganz liebe Gr├╝├če schicke ich Dir Mara

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