Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5553
Themen:   95290
Momentan online:
485 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Hinter den Kulissen
Eingestellt am 05. 08. 2015 15:49


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Bunsy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2015

Werke: 8
Kommentare: 7
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bunsy eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hinter den Kulissen

Sam begegnete Sara das erste Mal im Klub. Er machte gerade ein Auslandsemester in Deutschland und absolvierte es an der Universit├Ąt in Kassel. Untergekommen ist er bei Emanuel, einem Klubbesitzer. Sam war gut gebaut und hatte br├Ąunliche Haut, einen Dreitagebart und war immer gut angezogen. Da er bei Emanuel untergekommen war, war er an den meisten Wochenenden im Klub feiern.
Sara arbeitete bei Emanuel. Manchmal an der Theke, aber ├╝blicherweise an der Garderobe. Emanuel sagte immer, dass er froh sei, so jemanden wie Sara zu haben. Jemanden auf den, neben den ganzen anderen Idioten, Verlass sei und jemanden der vern├╝nftig w├Ąre. Sara hatte ein h├╝bsches Gesicht, sch├Âne Beine und war immer gut gekleidet. Das fiel auch Sam auf, besonders ihr sch├Ânes Gesicht. Aber er dachte nicht oft an sie.
Sam gefiel Sara sehr. Sie mochte seine Art, wie er so offen mit allen im Klub sprach und wie er tanzte. Wenn sie an der Garderobe Dienst hatte und die Jacken der Leute entgegennahm, schaute sie in die Schlange, um zu sehen ob Sam vielleicht schon kommt. Manchmal erblickte sie ihn dann und sie wurde ganz nerv├Âs, als er sie entdeckte und ihr ein L├Ącheln zuwarf. Vor Kurzem erst hatte sie einen Leberfleck an seinem Hals entdeckt und gemerkt, dass sie auch den mochte.
Der Klub war nichts Besonderes. Im vorderen Bereich befand sich die Garderobe und direkt gegen├╝ber waren die Toiletten. Dazwischen f├╝hrte ein schmaler Gang zur Tanzfl├Ąche, und wenn man diese ├╝berquerte, kam man direkt zur Bar. Die Front der beleuchteten K├╝hlschr├Ąnke erhellte diesen Bereich des Klubs. Der Rest war eher dunkel.
Die Leute die ├╝blicherweise zum Feiern kamen, wollten lieber nicht erkannt werden. Nur die ├╝blichen Blitzlichter und LEDs leuchteten die Tanzfl├Ąche sp├Ąrlich aus, wenn die Djs auflegten.
In den Ecken um die Tanzfl├Ąche herum gab es zwei oder drei Sitzm├Âglichkeiten mit kleinen Tischchen. Hier war es jedoch sehr dunkel. Sara guckte nie genau hin was die Leute dort taten, aber sie wusste, dass es nichts Legales war. Beim Einsammeln der Flaschen, nach einer Feier, hatte sie am Boden unter dem Tisch schon ├Âfters leere T├╝tchen, abgeschnittene Strohhalme oder ausgedr├╝ckte Joints gefunden.
Sara musste immer ├Âfter an Sam denken. Sie schien ihm jedoch nicht wirklich aufzufallen. Oft, nachdem der Klub in den fr├╝hen Morgenstunden schon geschlossen hatte, sa├čen Sam, Emanuel und einige Angestellte des Klubs noch zusammen im B├╝ro. Das B├╝ro befand sich im zweiten Stock, welchen man ├╝ber ein seitlich gelegenes Treppenhaus erreichen konnte. Sie unterhielten sich ├╝ber alles M├Âgliche, rauchten Joints, machten Scherze und lachten. Manchmal sa├čen auch noch die Djs dabei und legten noch etwas auf.
├ťber die Weihnachtsfeiertage flog Sam nach Hause. Er wollte seine Familie besuchen. Sara hatte davon mitbekommen und wollte ihn mit einem Kuchen ├╝berraschen. Etwas typisch Deutsches. Etwas was ihn an sie erinnert. Als sie aber im Laden stand um die Zutaten zu kaufen bekam sie Angst und traute sich letztendlich doch nicht. Sie bekam schon allein bei der Vorstellung, ihm den Kuchen zu ├╝berreichen weiche Knie. Sie fand das selber etwas l├Ącherlich und kindisch, aber sie blieb bei ihrer Entscheidung.
├ťber die Weihnachtstage, die Sara wie immer bei ihrer Familie verbrachte, dachte sie viel an ihn. Sie stellte sich vor wie Sam wohl Weihnachten feiert. Feiert er ├╝berhaupt Weihnachten? Und sie dachte an seinen Leberfleck am Hals und an sein L├Ącheln. Die Tage vergingen und der Tag, an dem er wieder kommen wollte, r├╝ckte n├Ąher. Sara hatte Emanuel unauff├Ąllig gefragt und wusste somit, dass sein Flug Freitag Nachmittag in Frankfurt ankam. Sie hatte sich darum gek├╝mmert an diesem Abend wieder in der Garderobe eingesetzt zu werden, damit sie ihn gleich sieht, wenn er rein kommt und er sie vielleicht sogar begr├╝├čt. Sie hat sich schon in Gedanken ausgemalt, wie er sie umarmt und ihr ein frohes neues Jahr w├╝nscht.
Als sie dann am Abend an der Garderobe stand, sah sie wie Emanuel in Richtung Ausgang ging und mit jemandem redete.
ÔÇ×Na Digga, wie geht es dir? Alles gut? Ich w├╝nsche dir ein frohes neues Jahr!ÔÇť
ÔÇ×Das w├╝nsche ich dir auch.ÔÇť
Und an seinem sch├Ânen Akzent erkannte sie, dass es Sam war. Er lachte und machte Sp├Ą├če mit Emanuel und sie merkte, wie sie sich innerlich freute.
Als die Party vorbei war und sie ihren Dienst an der Garderobe beendet hatte, ging auch Sara hoch ins B├╝ro. Dort sa├čen die Jungens zusammen und h├Ârten Musik, w├Ąhrend der ein oder andere Joint geraucht wurde.
ÔÇ×Ist noch Koks da? Ich habe viel zu viel getrunken!ÔÇť, fragte Sam in die Runde und Sara bemerkte das leichte Lallen in seiner Stimme.
Emanuel reichte ihm einen Spiegel, welcher auf dem runden, niedrigen Tisch lag und dr├╝ckte ihn Sam in die Hand. Dann verteilte er gro├čz├╝gig eine Menge wei├čes Pulver aus einem dieser transparenten T├╝tchen die Sara schon so oft auf dem Fu├čboden um die Tische in der dunklen Ecke gesehen hatte und holte sein Portemonnaie aus der Tasche. Er verteilte das Pulver mit einer Karte und begann einen Geldschein zu rollen.
Sara musste noch das Geld aus der Garderobe z├Ąhlen und alles notieren, also ging sie noch einmal runter. Das Licht war schon ├╝berall angemacht worden und einige waren am Aufr├Ąumen. Der vordere Bereich war jedoch schon sauber und somit konnte Sara in Ruhe das Geld z├Ąhlen.
Sam f├╝hlte sich wieder besser. Von dem ganzen Alkohol war ihm etwas schlecht gewesen, aber das Kokain brachte ihn zur├╝ck und beides zusammen ergab eine angenehme Mischung. Er konnte den Gespr├Ąchen wieder besser folgen und er f├╝hlte sich ausgelassen und ├╝berm├╝tig.
Sara war eigentlich schon l├Ąngst fertig. Sie hatte das Geld gez├Ąhlt und noch etwas aufr├Ąumen geholfen, wollte aber noch nicht gehen, weil sie hoffte, Sam noch einmal zu sehen. Sei es auch nur beim Rausgehen. Hauptsache sie kann noch einmal seinen Leberfleck sehen und vielleicht ein bisschen aufmerksam machen auf sich. Alle anderen Mitarbeiter waren schon gegangen oder sa├čen auch im B├╝ro. Sara hatte sich noch eine Fanta aus dem K├╝hlschrank genommen und sa├č auf einem der Barhocker. Sie tat so als w├╝rde sie etwas auf ihrem Handy lesen, dachte aber eigentlich nur an Sam.
Dann ging die T├╝r zum Treppenhaus auf und sie erkannte Sam im Augenwinkel. Er kam in ihrer Richtung gelaufen und stellte sich direkt neben sie. Er kam zu ihr. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Er war zu ihr gekommen. Endlich.
Ihre Gedanken ├╝berschlugen sich und sie merkte, wie er seine Hand auf ihr rechtes Bein legte und sie streichelte. Sie wusste, wenn sie sich jetzt zu ihm wendet, wird er sie k├╝ssen. Ihr ganzer K├Ârper kribbelte.
Dann packte er sie mit beiden Armen und dr├╝ckte sie gegen sich. Er k├╝sste zu erst ihr Ohrl├Ąppchen und ging dann weiter nach unten, um ihren Hals zu k├╝ssen. So etwas hat noch niemand bei ihr getan. Sie war erstarrt und lie├č es sich gefallen. Sie wollte sich zu ihm drehen, doch er dr├╝cke sie noch fester an sich und sie sp├╝rte ihn direkt an ihrem Oberschenkel. Sie war vollkommen ├╝berfordert und wusste nicht, was sie sagen oder tun sollte. Was tut man in solch einer Situation? Und sie war froh, als er endlich etwas sagte,
ÔÇ×Wollen wir vielleicht hochgehen?ÔÇť
Sie nahm ihr Handy vom Tresen und ergriff seine Hand. Er ging einen Schritt schneller als sie und zog sie schon fast hinter sich her. So konnte sie ihn von der Seite betrachten und freute sich ├╝ber seinen Bart und den Leberfleck an seinem Hals. Sie war gl├╝cklich und alles in ihr str├Âmte.
Sie gingen an der B├╝rot├╝r vorbei, wo Sara die anderen reden h├Ârte und gingen noch eine Etage weiter die Treppe hinauf. Dort setze er sich auf den Treppenabsatz und sie setzte sich neben ihn.
Erst wollte sie etwas sagen, aber da begann er auch schon wieder ihren Hals zu k├╝ssen, mit seinen weichen Lippen und sie bemerkte seinen Bart, der sie etwas kratzte. Und sie roch seinen Atem, der nach viel Alkohol roch.
Er legte seinen Arm um ihre Taille und zwei seiner Finger rutschten unter ihre Bluse, sodass sie ihn direkt auf ihrer Haut sp├╝rte. Ihr wurde ganz warm und immer noch str├Âmte alles in ihr. Durch das gekippte Fenster vor ihnen im Treppenhaus konnte sie den Mond erkennen und ein paar Wolken, wie sie seinen Schein durchzogen. Die Wipfel der B├Ąume gegen├╝ber bewegten sich hin und her. Es schien windig zu sein.
Dann glitt seine ganze Hand unter ihre Bluse. Sogar unter ihren BH. Sara erschrak kurz, doch merkte, dass es ihr gefiel. Sam lag schon halb auf ihr und dr├╝ckte ihren ganzen Oberk├Ârper auf die kalten Fliesen des Treppenhauses.
Seine linke Hand bewegte sich jetzt langsam immer weiter ihr Bein hinauf.
ÔÇ×Sam, neinÔÇŽÔÇť, sagte sie, aber da hatte er seinen Mund schon auf ihren gepresst und sie sp├╝rte seine Zunge und roch den Alkohol.
Die Fliesen waren eiskalt an ihrem R├╝cken und sie hatte Schmerzen.
Sam hatte ihr wehgetan. Ihr Hals tat besonders weh, aber auch der Rest ihres K├Ârpers. Seine Beine lagen noch schwer auf ihren und sie musste sie mit einiger Anstrengung von sich heben. Sara setzte sich auf die Treppenstufe und zog ihre Bluse zurecht. Sie konnte sie nicht mehr zu machen, da die Kn├Âpfe abgesprungen sind, als Sam sie aufgerissen hatte. Als sie ihre Hose wieder angezogen hatte und die Jacke zumachte, regte sich Sam kurz und drehte sich auf die andere Seite. Er schlief.
Sie b├╝ckte sich noch einmal zu ihm hinunter, um ihn zu riechen und seinen Leberfleck noch einmal zu sehen. Dann ging sie raus, um nach Hause zu gehen. Es war noch dunkel und durch das ge├Âffnete Fenster h├Ârte sie die anderen auch drau├čen noch lachen. Es begann zu regnen.
__________________
Kein Signatur

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


DocSchneider
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Jan 2011

Werke: 137
Kommentare: 2459
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um DocSchneider eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Bunsy, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Sch├Ân, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Ma├če an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

Ganz besonders wollen wir Dir auch die Seite mit den h├Ąufig gestellten Fragen ans Herz legen. Hier klicken


Der Schluss Deiner Geschichte ist ein bisschen abrupt. Vielleicht ├╝berdenkst Du ihn nocheinmal.


Viele Gr├╝├če von DocSchneider

Redakteur in diesem Forum

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Werbung