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Leselupe.de > Kurzprosa
Hinterher müde
Eingestellt am 21. 06. 2007 09:28


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JACkaffee
???
Registriert: Jan 2007

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Hinterher müde

Sie fragt mich, ob ich denn beim Sex nie die Brille abnehmen würde, ich hätte doch so schöne, große Augen. Ich sage ihr, dann würde ich nichts sehen. Sie sagt, erst vor zwei Jahren habe sie sich die Augen Lasern lassen, sei bis dahin blind wie ein Fisch gewesen. Ich überlege mir woher diese blödsinnige Redensweise kommt, weiß doch jeder, Fische haben Augen im Kopf, und muß es nicht blind wie ein Maulwurf oder stumm wie ein Fisch heißen.
    Ich stecke mir eine Zigarette an. Nach dem ich das Feuerzeug auf den Nachtisch abgelegt habe, nehme ich ihr Bäuchlein in die Hand. Ich mag den kleinen Bauchansatz bei Frauen, sie nicht.
    Sie erzählt mir, noch vor einem halben Jahr sei sie regelmäßig ins Fitneßstudio gegangen, und hätte einen Waschbrettbauch gehabt.
    Ich drehe mich auf den Rücken, schiebe mir mein Kissen in den Nacken. Ich blase den Rauch in das Haar auf meiner rippendürren Brust. Ich erzähle ihr, vor einem Monat hätte ich noch einen Körper wie Arnold Schwarzenegger gehabt. Sie fängt zu weinen an.
    Sie sagt, die Wahrheit sei, schon in der Schule wäre sie, ihrer Leistungen wegen ein Außenseiter, schon immer das häßliche Entlein gewesen.
    Ich frage sie, wann sich das geändert hätte. Sie weint noch heftiger.
    Ich überlege mir, wie ich sie aus meinem Bett bekomme. Ich war schon immer ein Einzelgänger! Ich muß sehr früh raus! Auf der Kommode liegt Geld für dein Taxi! Es sind Klischees, aber sie funktionieren.
    Sie schluchzt, fragt, ob sie bleiben könne, im Wohnheim sei sie so allein. Stumm streichle ich ihr Haar. Ich überlege mir, wie ich hier wegkomme.
    Als ich ihr wieder zuhöre, sagt sie, es hätte ihr wirklich Spaß gemacht, der Sex. Ich denke, mir auch, und der Rest ist mir egal.
    Mein Telefon vibriert auf dem Parkettboden neben dem Bett. Ich nehme es auf. Eine Nachricht ist eingegangen: meine Mutter erkundigt sich, wie es mir geht und macht mir den Vorwurf, ich würde mich so selten bei ihr melden.
    Tut mir leid, sage ich dem Mädchen, ich muß das mal schnell beantworten, meine Mutter, du weißt. Ich zeige ihr die Nachricht. Sie lächelt, sie weiß.
    Ich tippe: In zehn Minuten in der Kneipe?
    Eine Zeitlang war es schwierig gewesen sich mit meinem besten Kumpel zu verabreden, seine neue Freundin nahm in ganz und gar in Anspruch.
    Eine weitere Nachricht geht ein: Bin schon da!
    Ich beuge mich bäuchlings aus dem Bett und leere die Packung Zigaretten unter dem Bett aus, auf ihren Slip. Ich komme wieder hoch, öffne die Packung und sage, die Zigaretten sind alle, ich gehe kurz zur Tankstelle neue holen.
    Sie schaut mich fragend an. Ich drehe mich weg, ziehe mich an, sage über die Schulter hinweg, fühl dich wie zu Hause.
    Müde gehe ich die Stufen herab, müde überquere ich die Straße, drehe mich um, das Licht in meiner Wohnung geht an. Zwei, drei Bier und ich kann wieder zurück. Ich war schon immer ein Einzelgänger.

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no-name
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo JACkaffee,

das ist ein guter Text, den ich mit Interesse und ein wenig "perversem Amusement" gelesen habe, denn dein Protagonist kommt für mich aus Frauensicht natürlich nicht besonders sympatisch 'rüber. Die Frau allerdings auch nicht, das muss ich zugeben. ;-)

Deinen Titel finde ich seltsam. Müsste es nicht "Müde hinterher" heißen? Nach meinem Empfinden wäre das die logischere Variante.

Hinsichtlich der Rechtschreibung solltest du noch einmal über deine Zeilen gucken, da sind mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen - "dass" schreibt man nach der neuen Rechtschreibung z.B. mit "ss" - oder verweigerst du dich dieser?

Grüße von no-name.

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maerchenhexe
???
Registriert: Nov 2006

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hallo JACkaffee,

Du hast das Thema gedanklich gut nachvollziehbar gestaltet, er sucht Sex, sie gehört zu den Frauen, die sich darauf einlassen, hoffend, dass sie irgendwann dabei auch auf Liebe trifft. Das typische dieser Situation kommt an. Sprachlich und formal benötigt dein Text aber noch Feintuning. Auf die Rechtschreibung hat no-name dich ja schon hingewiesen. Sprachlich stören die "ichS" und "sieS" schon arg. Selbst, wenn du versucht hast, sie als Stilmittel einzusetzen, kommt das so beim Leser nicht rüber. Dein Text hat Potenzial, vielleicht versuchst du es ja noch mit ein bisschen Feinarbeit?

fragt mit liebem Gruß
maerchenhexe
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Tend the garden, that you seeded,
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JACkaffee
???
Registriert: Jan 2007

Werke: 4
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Vielen Dank für Euer Lob!
Für etwaige Feinarbeit brauche ich noch ein wenig Abstand, der Text ist zu frisch. Ich werde mich wohl erst einmal um den Text Grundriß/Mäuse kümmern, der auf einmal aus der Versenkung aufgetaucht ist.
Liebe Grüße aus dem fernen Ausland
JACkaffee

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JACkaffee
???
Registriert: Jan 2007

Werke: 4
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Hallo!
Mit ein wenig Abstand habe ich nun am Text herum gefeilt. Unter anderem habe ich die „daß“ Sätze ersetzt (allerdings nicht um der neuen Rechtschreibung zu entgehen, es ging mir mehr um den Lesefluß). Außerdem leert er nun die Zigaretten auf ihren und nicht mehr neben ihren Slip aus.
Liebe Grüße JACkaffee

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