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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Hoffnung
Eingestellt am 09. 03. 2006 22:45


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LADYHELLENA
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Hoffnung

Wie ein knorriger Baum
ist meine Seele.
Der Stamm voller Furchen
von den Wurzeln
hin zur Krone.
An erstarrten Zweigen
zerrissene Bl├Ątter,
durchweht von mancher Zeit,
kraftlos und matt
an dürstenden Ästen.
Wenn die Sonne bricht
durch das Ge├Ąst
str├Âmt zaghaft Hoffnung,
geht warmer Atem
durch den erzitternden Stamm.
Die Zweige, die Bl├Ątter
strecken sich verlangend
der W├Ąrme entgegen,
hoffend auf die Kraft
einer heilenden Sonne.

ladyhellena

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Svalin
???
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Hallo LADYHELLENA,

Dieses Forum Experimentelles scheint mitunter so verstanden zu werden, dass es weniger darum geht, etwas mit Sprache als vielmehr etwas f├╝r sich selbst ausprobiert zu haben: eine pers├Ânliche Versuchung also oder ein Wagnis vor dem Hintergrund eigener M├Âglichkeiten und Bed├╝rfnisse. Dagegen ist nichts zu sagen. Als Leser w├╝nscht man sich dann nur, dass einem dieses auch deutlich vor Augen gef├╝hrt werden w├╝rde. Ehrlich gesagt erkenne ich hier aber nichts weiter als ein konventionelles Gedicht, das mit einer Baum-Seelen-Metapher arbeitet, die sich durch eine seltsame Einseitigkeit in der Betrachtung auszeichnet. Es ist eine ausgesprochene Sonnenhuldigung: "hoffend auf die Kraft einer heilenden Sonne". Diese Hoffnung aber verdr├Ąngt/verkennt zuletzt andere Ursachen des eigenen Zerfalls, wie "kraftlos und matt an d├╝rstenden ├ästen".
Wenn auch nicht sprachlich, so scheint sich dadurch zumindest bildlich so etwas wie ein Spannungsfeld aufzubauen, das sich durchaus experimentell hervorheben/beleben lie├če: z.B. in der Visualisierung des Ausgeblendeten


Wie
ein
knor-
riger
Baum
ist meine
Seele. Der
Stamm voller
Furchen von den
Wurzeln hin zur Krone.
An erstarrten Zweigen zer-
rissene Bl├Ątter, durchweht von
mancher Zeit, kraftlos und matt an
dürstenden Ästen. Wenn die Sonne
bricht durch das Ge├Ąst str├Âmt zaghaft
Hoffnung, geht warmer Atem durch den
erzitternden Stamm. Die Zweige, die
Bl├Ątter strecken sich verlangend
der W├Ąrme entgegen, hoffend
auf die Kraft einer hei-
lenden Sonne.



Viele Gr├╝├če
Martin

__________________
Lyrik ist Logop├Ądie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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LADYHELLENA
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Hoffnung

            

Hallo, Svalin!

Vielen Dank f├╝r Deine Ausf├╝hrungen und das
sch├Âne Bild. Kein gelungenes Gedicht!
- ich wollte damit das Experiment wagen, mich
so darzustellen, wie ich mich manchmal f├╝hle.
Zerzaust und m├╝de zwar, aber offen f├╝r Sonne (Freude,
Liebe), voller Hoffnung eben.
Danke f├╝r den freundlichen Kommentar!
lg
ladyhellena

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Svalin
???
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Hallo LADYHELLENA,

quote:
Kein gelungenes Gedicht!
Etwas deplaziert hei├čt noch lange nicht v├Âllig misslungen Gut m├Âglich, dass dein Gedicht z.B. in <Tagebuch> auf entsprechende Leser trifft: dort geht es vorrangig um die Abbildung eigener Befindlichkeiten. Vielleicht solltest du es dahin "umtopfen" lassen.
Eine kleine Anmerkung noch: Metaphern ben├Âtigen meistens keine breite Ausw├Ąlzung von Details. Sie funktionieren oft schon im Anklingen und dadurch, dass sich jeder Leser einen Teil/den Rest dazu denken kann (und m├Âchte!). Wenn ich dich richtig verstehe, ging es dir ma├čgeblich darum, Erm├╝dungserscheinungen mit einer positiven Perspektive zu verbinden. Passives Hoffen w├Ąre da meiner Meinung nach nur der Anfang:

Manchmal f├╝hle ich mich
zerzaust und m├╝de
wie ein knorriger Baum.

Dann bl├Ąttere ich ein paar
meiner gr├╝nen Scheine dahin
und sage zur Sonne:
Einmal auftanken bitte!

Viele Gr├╝├če
Martin
__________________
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LADYHELLENA
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Hoffnung

            

Hallo Martin,

Deine Ausf├╝hrungen habe ich mit Freude und Interesse
zur Kenntnis genommen.
Allerdings haben sie mich auch in meiner Annahme
best├Ąrkt, dass
mein Gedicht misslungen ist.
Wenn man sieht, wie Du mit ein paar Zeilen viel mehr
aussagen kannst!
Danke, ich muss noch viel dazulernen, das meint,
mit freundlichem Gru├č
ladyhellena

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Svalin
???
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Hallo LADYHELLENA,

Runterziehen wollte ich dich damit keinesfalls: Wichtig ist doch eigentlich nur, einen eigenen Stil zu finden und ihm treu zu bleiben. Fremde Sichtweisen und Meinungen bleiben auf dem Weg dahin allenfalls Schuhe: man muss sich nicht jeden anziehen - aber wenn, kann man schauen, wie es sich darin l├Ąuft Was sie einem aber alle nicht verraten k├Ânnen: wohin man gehen muss. Lass dich also nicht verunsichern: alle literarischen Bezugspunkte in der Leselupe dienen lediglich der Orientierung, nicht zur Abschreckung.

Viele Gr├╝├če
Martin
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LADYHELLENA
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Hoffnung

        

Hallo Martin,

Danke f├╝r Deine interessanten Hinweise. Runtergezogen
f├╝hlte ich mich nicht; es ist schon richtig,
das mit den Schuhen. Solange man nicht den eigenen,
m├Âglichst guten Weg gefunden hat, tut man sich eben
schwer. Siehe Hoffnung!
freundliche Gr├╝├če
ladyhellena


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