Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5651
Themen:   97824
Momentan online:
510 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Hoffnung schöpfen, Hoffnung hegen und guter Hoffnung sein
Eingestellt am 25. 05. 2012 19:05


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

Werke: 289
Kommentare: 118
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Winfried Stanzick eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Rezension zu:

Stephan Marks, Die Kunst nicht abzustumpfen. Hoffnung in Zeiten der Katastrophe, Gütersloher Verlagshaus 2012, ISBN 978-3-579-06696-7

Über die Psychologie des Nationalsozialismus, über die Scham als eine tabuisierte Emotion und über die grundlegende Würde des Menschen hat der Sozialwissenschaftler, Fortbildner und Supervisor Stephan Marks in den letzten Jahren bemerkenswerte Bücher veröffentlicht. Es sind die Themen, die sich aus seiner Tätigkeit mit Menschen ergeben, die ihn zu immer neuen Büchern motivieren. Dabei „wildert“ er nicht selten in anderen Fachbereichen, wohl aber auch deshalb, wie zu dem jeweiligen Thema von dort nicht für ihn Befriedigendes und Überzeugendes kam.

So hätte das nun vorliegende Buch mit dem Titel „Die Kunst nicht abzustumpfen. Hoffnung in Zieten der Katastrophe“ jedem christlichen Theologen gut angestanden, doch die schreiben seit langem in ihrem eigenen Sprech, der außer der Zielgruppe derer, die sich als Christen verstehen, kaum noch jemand außerhalb ansprechen kann.

Marks gelingt dies in einer bewundernswerten Weise. Er beschreibt zunächst den Zustand der Lähmung, in dem sich viele Menschen befinden angesichts eine medialen Überschüttung von Berichten über Krisen, Katastrophen negativen Meldungen. Die einen macht es zu Pessimisten, die andern (vor allem Menschen in der Politik) flüchten in einen Zweckoptimismus, der schon lange keinen mehr überzeugt.

Beide können so zu der dringend nötigen Lösung unsere gesellschaftlichen und globalen Problemen kaum etwas Sinnvolles beitragen. Wie kann man mit bedrückenden Nachrichten konstruktiv umgehen? Wie schafft man es, weder zu verharmlosen und den Kopf in den Sand zu stecken, noch in einem Pessmismus stecken zu bleiben, hinter dem ich persönlich eine der Hauptursachen des rasant um sich greifenden Burnout bei immer mehr jungen Menschen sehe?

Marks schreibt: „Auch in der Gesellschaft sehen wir überall Chaos. Wir können uns darüber beklagen und selbst entmutigen. Oder wir betrachten das Chaos als äußeres Symptom dafür, ‚dass die alte Ordnung im Zusammenruch begriffen ist und darauf wartet, auf eine höhere Ebene der Komplexität und der Ordnung gehoben zu werden.’ Auf diese Weise könnte gesellschaftlicher Wandel geschehen: als Metamorphose.“

Es ist ein Prozess der Hoffnung , den er da anstoßen will, und den am Beispiel von Moses, Jeremia, Deuterojesaja und Martin Luther King beschreibt.
Hoffnung schöpfen, Hoffnung hegen und guter Hoffnung sein – so poetisch hat er seine drei Hauptteile überschrieben, und wie er sie ausführt, das möchte ich nennen eine psychotherapeutisch-theologische Poesie der Hoffnung.

Wer wenig Zeit zum Lesen hat und sich dennoch schnell einen Überblick verschaffen möchte, dem sei das etwa dreißigseitige Schlusskapitel empfohlen, wo es um die drei Denkblockaden „Kausalitätsbrille, mathematische Brille und die Brille linearen Denkens geht, um das Vorbereiten, das Merken und das Bereitsein für den Kairos und darum wie die Ideen des Downshifting und der Occupybewegung als mögliche Auslöser und Indikatoren einer Metamorphose beschrieben werden, von der wir irgendwann einmal sagen werden, sie habe 2012 schon längst begonnen gehabt.

Das große Verdienst dieses Buches ist es, zu zeigen und nachvollziehbar zu machen, wie jeder einzelne Mensch die Hoffnung aufbringen und hegen kann, die nötig ist, wenn man selbst an dieser Metamorphose teilhaben möchte.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6436
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

… ungewöhnlich viele Tippfehler diesmal …

Klingt mir recht blauäugig. "Hoffet und die Welt wird besser!" – ? Der Einzelne mag sich besser fühlen, ok. Vorausgesetzt, er hofft das "Richtige", also Sachen, die zumindest ab und zu wahr werden.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Essays, Rezensionen, Kolumnen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung