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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Hoffnungslos
Eingestellt am 24. 04. 2006 20:33


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AndreLinke
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2006

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An meinem Tische sitze ich ganz verkrampft, wippe nerv├Âs vor mich hin, den Kopf auf die geballte Faust gest├╝tzt, mein verst├Ârter Blick versinkt im Unfixierten. Mein ganzer K├Ârper vibriert sanft vor sich hin. Nichts ich h├Âre oder vernehme. Ich bin in Gedanken versunken, denke an dich, und daran, dass du mich nicht liebst. Nie habe ich dich danach gefragt, nie sah ich eine andere Frau an deiner Seite, und dennoch wei├č ich es wohl genau: Du, du Elender, liebst mich nicht. Liebst mich nicht! Was... ├Ąhh... soll das blo├č? Bin ich dir nicht gut genug? Nicht dein Typ? Warum nicht? Was w├Ąre, wenn? Ich... ich verstehe es nicht. Ich akzeptiere es. Ich wei├č, dass du mich nicht liebst. Hoffnungslos! Mein Gott, ich bin... bin verletzt! Ich wei├č, du magst mich. Magst mich sehr. Aber... warum nur, warum liebst du mich nicht? Bitte... ich... Ich springe auf und schreite z├╝gig hin und her in meinem kleinen Zimmer hier. Was m├╝sste anders sein? Oder kam mir einfach nur jemand zuvor? Was w├Ąre, wenn? Hoffnungslos! Bitte... Ich darf mir nicht w├╝nschen, dass du mich lieben lernst, denn dann w├Ąre dein F├╝hlen nicht echt. Hoffnungslos! Sag' mir doch bitte einer, was ich tun soll! Jeder, nur nicht du! Du wei├čt ja gar nichts davon. Ach... h├Ątte ich es dir sagen sollen? Sagen, dass ich dich liebe? Schon damals? H├Ątte ich? Ob ich dann nun in deinen Armen liegen w├╝rde? Ob es unsere Freundschaft zerr├╝ttet h├Ątte? Was w├Ąre, wenn? Nein, das Risiko war mir zu hoch, verstehst du, wo ich doch vermute, dass du mich nicht liebst. Ich sehe es dir an. Du liebst mich nicht. Hoffnungslos! Vielleicht liebst du eine andere. Vielleicht liebst du niemanden. Irgendwen musst du doch lieben. Wie ist diese Person? K├Ânnte ich wie sie sein? Und doch will ich es nicht! Ich will, ach, ich w├╝nschte, meine Gef├╝hle gingen ├╝ber Bord! Doch das geht nicht. Hastig stampfe ich hin und her. Der Schmerz sitzt tief. Das tut weh. Tut es. Meine Liebe zu dir sitzt noch tiefer. Nie w├Ąre ich in der Lage, sie abzulegen. Auch in zehn Jahren nicht. Verstehst du? Ich... ich w├╝rde dich so gerne umarmen. Aber anders als du es meinst. Ich... ach! Wehe mir! Was ist das? Was soll das nur? Ich bin verwirrt, bin schwach und unterlegen. Ich w├╝nschte , es w├Ąre anders. Ich w├╝nschte mir, dass du mich lieben w├╝rdest. Noch mehr w├╝nschte ich mir, du w├Ąrst nie in mein Leben getaucht. Oh, verfluchter Elender! Was du hier mit mir treibst, ist schwerstes Verbrechen! Ein Verbrechen, von dem du nichts wei├čt. W├╝sstest du es, so w├Ąre es dein Gift und mein Tod. Mein endg├╝ltiger Tod. Bin ich denn nicht schon tot? Wahrlich! Denn du liebst mich nicht. Was soll ich machen? Hoffnungslos! Soll ich es dir nicht vielleicht doch sagen? Nein, es geht nicht! Ich kann nicht! Verdammt! Alles um mich herum scheint sich zu drehen, ist f├╝r mich jedoch nicht mehr da. Ich sitze da und denke nur an dich. Denke daran, dass du mich nicht liebst. Ich wei├č, dass es so ist. Ich wei├č, dass ich dich ├╝ber alles liebe! Ich wei├č es einfach! Du bist etwas Besonderes, etwas Hohes und Bestes! F├╝r mich. Vielleicht auch f├╝r viele andere. Das ist egal. Nein, eigentlich nicht! Also... was w├Ąre denn nun, wenn? M├╝sste ich anders sein? M├╝sstest du anders sein? Aber das ginge ja gar nicht. Keines von beiden. Sonst w├Ąre es keine bedingungslose Liebe mehr. Also, sag' mir bitte, was ich tun soll, verdammt! Ja, verdammt seist du, Elender, der mich verzaubert hat beim dritten Mal! Und verflucht und verurteilt sei ich, diejenige, die all das mit sich machen l├Ąsst und dich damit im Stillen nervt. Und was war ich doch dumm! Dachte anfangs, du liebst mich! Dachte dann, ich k├Ânnte dich vergessen! Dachte dann irgendwas! Ich sollte aufh├Âren zu denken, wenn ich schon nicht aufh├Âren zu f├╝hlen kann, und lieber weilen. Weilen - zehntausend Jahrhunderte lang - bis meine Liebe zu dir endlich ein geringes Ma├č verlieren kann. Ein kleingeringes Ma├č. Und dann? Dann komme ich ├╝bers Feuer in den Himmel, um mir dort vorgaukeln zu d├╝rfen, gl├╝cklich zu sein. Nie wieder werde ich wahrhaftig gl├╝cklich sein. Du Elender! Hoffnungslos. Unerreichbar wie der Weltfrieden, der erst kommt, wenn alles Leben verwelkt und dann nicht mehr Frieden genannt werden kann, so steht es mit meiner unendlich gro├čen Liebe zu dir, wenn ich einmal nicht mehr bin.
Wie gut, dass es so ist, wie es ist. W├Ąre es anders, w├Ąre es nicht mehr dasselbe. Und was w├Ąre dann? Was w├Ąre, wenn? Ich Elende! Du bist mir zur Last. Jetzt h├Âr' doch gef├Ąlligst weg, wenn ich verk├╝nde: Ich liebe dich. Oh, bitte, sag' du es auch zur mir! Jetzt! Ich liebe dich. So sag' es doch! Nein? Nein? Nahezu hoffnungslos. Vollkommen hoffnungslos. Absolut hoffnunglos! Mein Leben ist zum Leid f├╝r dich bestimmt.
Gut, gut, es ist, wie es ist. Also lass mich aus meinem erfahrenen Bilde lernen, wenn es darum geht, stumm und einsam damit zu weilen. Dich vergessen kann ich nicht. Dich in Ruhe lassen werde ich nicht. So habe ich also weiter vor mich hinzuschweigen. Dann sei es eben so. Oh, wie es schmerzt! Ich will dich umarmen! Ich werde es. Zum Schein f├╝r dich aus lauter Freundschaftsfreue. Was bin ich doch elend! Was bin ich doch verletzt, weil du so bist, dass ich dich liebe, und weil du so bist, dass du mich nicht liebst! Ich wei├č es einfach. Verstehst du? Ich sage dir nichts und ich frage dich nichts.
Nur eins muss ich mir noch ganz fest merken, nachdem ich es endlich verstanden habe: Nicht nur du bist besonders, sondern auch ich. Auch ich! H├Ârst du, du sch├Ânes Selbst?
Wie gut, dass es so ist, wie es ist. W├Ąre es anders, w├Ąre es nicht mehr dasselbe.
__________________
Der Stift ist die sch├Ânste Waffe der Welt.

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Registriert: Apr 2006

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Hallo AndreLinke,

beim lesen war deine verzweiflung f├╝r mich sehr sp├╝rbar - wodurch mich dein text ber├╝hrt hat. Dennoch war es etwas ├Âde, f├╝r meinen geschmack etwas zu lange, zu viele wiederholungen, zu viele totgeschriebene, abgenutzte worte.
Der letzte satz hat mich ├╝berrascht - und gl├╝cklich gemacht - irgendwie, wof├╝r ich dir danken m├Âchte.

Liebe gr├╝sse

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Guest
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Im Kreis

Die Protagonistin des Gedichtes dreht sich im Kreis - in einem gleichm├Ą├čigen Kreis, der sich dennoch st├Ąndig ├Ąndert. Genau diese Gedankenwelt hast Du gut verwortlicht, dieses sich im Kreis drehen, denn man bei├čt sich im Verliebtsein fest, kann garnicht anders als sich die immer gleichen Fragen in immer anderen Variationen zu stellen.

Gerad weil es diese vielen Wiederholungen mit vielen Zwischent├Ânen gibt finde ich es eine hohe Kunst, eine solche festgefahrene Gedankenwelt ad├Ąquat wiederzugeben. Man mag sagen, das Gedicht sei trivial. Genau das ist Verliebtsein, trivial aber doch g├Âttlich zugleich.


LG Heri

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