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Leselupe.de > Gereimtes
Hofgang
Eingestellt am 29. 06. 2009 14:50


Autor
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Grand
Hobbydichter
Registriert: Jun 2009

Werke: 8
Kommentare: 14
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Schwere Schritte, sie scharren,
Wachsame Augen, sie starren,
In unseren Seelen hausen D├Ąmonen,
Trostlose Mauern wir blo├č bewohnen.

Lange Schritte, sie marschieren,
Zerzauste Gedanken, sie rebellieren,
Voran, voran!, Warten bedeutet sichren Tod,
Aus dem Gewehrlauf springt der Schrot.

Ruhelose Schritte, sie wandeln,
Gebundene H├Ąnde, sie misshandeln,
Die Rose reift mit Stacheldorn,
Bald schon, bald ruft der enge Born.

Ersch├Âpfte Schritte, sie harren,
Zwischen Gittern bewegungslos starren,
Warten und Tr├Ąumen, Stunde um Stunde,
Befreinde Fu├čtapfen verbleichen in der Runde.

__________________
Marschiere oder stirb

Version vom 29. 06. 2009 14:50

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DerKleinePrinz
Guest
Registriert: Not Yet

Guten Abend Grand,

nachdem wir uns nun ausgiebig ├╝ber sein und dessen unterhalten haben, m├Âchte ich nat├╝rlich wissen was einer schreibt, der es mit einem Prinzen aufnehmen will :-P

Spa├č bei Seite und ran ans Werk:

Thematisch gibt es f├╝r mich zwei Deutungvarianten. Die erste w├Ąre die beschriebene, ohne diese als Metapher einordnen zu wollen. Also ein Hofgang im Gef├Ąngnis.
Die zweite w├Ąre, das Gef├Ąngnis als Metapher zu sehen f├╝r unsere Seelen, unsere Gedanken, vielleicht sogar unsere Gesellschaft, ich denke aber du hattest die erst beschriebene Intention.

Ich finde du hast einige treffende Bilder kreiert wie z.B.:

quote:
Schwere Schritte, sie scharren,
Wachsame Augen, sie starren

Allerdings habe ich sprachlich einige Probleme mit deinem Gedicht. Du hast ├╝brigens deinen eigenen Stil, aber meiner Meinung nach kann man da mehr rausholen.

Strophe 1:


quote:
Schwere Schritte, sie scharren,
Wachsame Augen, sie starren,
In unseren Seelen gehen D├Ąmonen,
Trostlose Mauern wir blo├č bewohnen. Syntax!

Dein Gedicht beginnt mit einer Alliteration, welche aber f├╝r mich gew├Âhnungsbed├╝rftig erscheint. Das hat den Grund, dass die Schweren Schritte direkt mit sie wiederholt werden, im ├ťbrigen zieht sich dieses (in meinen Augen zweifelhafte) Stilmittel durch das ganze Gedicht.
Ich muss aber sagen, dass ich mich nach mehrmaligem Lesen daran gew├Âhnt habe.
Ich sehe ja die angesprochenen sies als F├╝llw├Ârter an, kann sie aber noch verkraften, in den anderen Zeilen sind aber dann tats├Ąchlich F├╝llsel vorhanden, welche mir nicht mehr gefallen.

quote:
In unseren Seelen (gehen) D├Ąmonen,
Trostlose Mauern wir blo├č bewohnen.

Wolltest du das starre Wohnen gegen die aufbegehrenden (gehenden) D├Ąmonen setzen? Mir geht dieses Bild eines gehenden D├Ąmons nicht so richtig in den Kopf. Hausen kann er oder sein Unwesen treiben, aber gehen? Nunja, kann ich aber auch noch tolerieren.

Den letzten Vers der ersten Strophe finde ich aber sehr ungl├╝cklich. Einerseits wirkt er extrem dem Reim geschuldet, weswegen die Syntax hier nat├╝rlich leidet. Dann auch noch das F├╝llwort blo├č - hier w├╝rde ich an deiner Stelle nochmal ansetzen.

Strophe 2:

quote:
Lange Schritte, sie marschieren,
Zerzauste Gedanken, sie rebellieren,
Voran, voran!, Warten bedeutet sichren Tod,
Aus dem Gewehrlauf springt ab der Schrot.

Hier zweifelich doch ein wenig an meiner Interpretation. Ich kann den letzten Vers nicht einordnen, auch nicht die marschierenden, langen Schritte. Geht es doch wieder um Stillstand im Leben und ich irrte mich? Aber warum dann der Gewehrlauf? Ich finde diese Strophe sehr verwirrend und w├╝rde dich um eine Erkl├Ąrung bitten.
Sprachlich verungl├╝ckt finde ich ├╝brigens den abspringenden Schrot, aber der Inhalt ist mir hier wichtiger.

Hier breche ich erstmal ab, da ich doch zu gro├če Probleme mit einigen Bilder bekomme und ich den Inhalt nicht mehr ganz nachvollziehen kann.

Mit der Bitte um Erkl├Ąrung und lieben Gr├╝├čen
Der Kleine Prinz*





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Ternessa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2009

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Hallo Grand,

ich m├Âchte hier deinen Text nicht zerrei├čen- jeden Satz aus dem Sinn zu nehmen, kann auch den Sinn nehmen!

nur eine Deutung- sind nicht Schritte in der Reihenfolge anders?

Erst:
langsam,
ruhelos,
schwer und dann ersch├Âpft?

Ich w├╝rde es umkehren in der Sicht.


LG Ternessa

__________________
Was Du in meinen Texten liest, ist nicht, was andere darin lesen! Und es ist rein gar nicht, was ich damit sage!

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Grand
Hobbydichter
Registriert: Jun 2009

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Hi DerKleinePrinz,

ich freue mich auf eine weitere Diskussion mit dir, wenngleich es auch nicht um sein und dessen geht

Ich werde dir demn├Ąchst noch ausf├╝hrlicher antworten, aber heute l├Ąsst es meine Zeit nicht zu. Leider.

Ich will dir aber schon einmal verraten, dass beide Deutungsvarianten richtig sind; ich schreibe gerne im doppelten Sinne, sodass es nicht nur auf eine Situation zutrifft.

Einge deiner Verbesserungsvorschl├Ąge gefallen mir auf den ersten Blick, aber ich werde demn├Ąchst ausf├╝hrlicher darauf eingehen.
F├╝llw├Ârter sind tats├Ąchlich vorhanden, ich hatte damals noch den Hang dazu.

LG und einen sch├Ânen Sonntag,
Grand
__________________
Marschiere oder stirb

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Grand
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Hi DerKleinePrinz,

jetzt nehm ich mir die Zeit dir ausf├╝hrlich zu antworten. Das sich wiederholende sie sollte eigentlich bewirken, dass das Gedicht etwas von Schwerf├Ąlligkeit bekommt, dass es sich voranschleppt, eben wie die Schritte, die die Gefangenen bei ihrem Hofgang tun.

Das gehen im dritten Vers ist tats├Ąchlich nicht ausgefeilt genug, es ist zu allgemein gehalten; da empfinde ich deinen Vorschlag hausen doch treffender.
Gut, das blo├č ist ein wenig seltsam hingestellt, aber beim besten Willen f├Ąllt mir im Augenblick nichts Anderes ein.

Die Schrotstelle im Gedicht weist darauf hin, dass es vielleicht gelegentlich vorkommt, dass ein W├Ąrter auf den Gefangenen abzielt. Und wenn man im Leben auf einer Stelle stehen bleibt, wird man eben auch leicht zum Ziel f├╝r andere, wennman in sich verharrt und auch nicht auf andere zugeht. Es ist metaphorisch gemeint & frei interpretierbar.
Meine sprachliche Verungl├╝ckung isdt vielleicht mit der Streichung des ab zu korrigieren.

Liebe Gr├╝├če f├╝r heute,
Grand
__________________
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