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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Hommage an eine Göttin
Eingestellt am 14. 05. 2004 20:22


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freifrau von löwe
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Hommage an eine Göttin


Alabaster. Immer habe ich diesen Gedanken, wenn ich deine Haut betrachte. So glatt. So hell. Ein duftendes Versprechen in ihrer kühlen Seidigkeit. Sie ist flüchtig wie Wolkengewebe. Überall und nirgends.
Du lehnst langsam den Kopf zurück und bietest mir deinen Hals. Mit schmerzendem Schoß habe ich auf diese Einladung gewartet. Die kühle Erhabenheit deiner lasziven Bewegungen raubt mir den Verstand. Ich höre auf zu denken. Alles was ich noch wahrnehme, ist das wellenschlagende Echo deiner Sinnlichkeit in mir.
Ich beuge mich über dich und weiß, ich bin verloren.
Meine heißen Lippen lecken die Kühle deines Halses, verlieren ihre Form und verschmelzen mit dir. Dein Duft berauscht mich.
Ich grabe meine Zähne hungrig und sanft in dein weiches Fleisch. Du bebst unter mir. Warm berührt mich mein Name am Ohr. Diese eine Silbe, die nur mich meint.
Flüsternder Stoff, als ich mich zu dir lege.
Gierig greifen deine Arme nach mir. Schlangen, die mich töten, wenn die Erfüllung versagt bleibt, die Huldigung zu wenig ist. Die Gewißheit in deinen Augen erzählt es mir.
Ich kenne meine Aufgabe.
Deine Brüste wölben sich mir glänzend entgegen.
Perfektion für die ausschweifende Phantasie und für meine wilden Hände.
Ja, Geliebte, winde dich. Zeige mir deine Lust.
Ich bete dich an und ich muss dich vernichten. Deine Gefallsucht, dein Seelenfressen, deine Gier.
Vernichten. Vernichten.

Du setzt dich auf mich.
Silberne Nässe tropft an Deinen Schenkeln herab und verwandelt deinen Hintern auf meinem Bauch in öliges Reiben und Kreisen.
Du windest dich. Ich soll ihn spalten und neu erschaffen.
Atemlos fließen wir ineinander.
Mit der Gewalt eines brechenden Dammes rauscht das Blut laut durch meinen Schädel.




Mein Puls pocht zwischen den Beinen in geschwollener Hitze und pumpt flüssige Lava auf das Laken.
Ich will dich. Ich will dich.
Ich werfe dich auf den Rücken.
Dein Widerstand ist zwecklos. Ich erkenne dich und dein Spiel.
„Nimm mich!“, lächelst du mir mit schamloser Unschuld entgegen. Du kennst meine fiebernde Erregung, mein hungriges Verzehren.
Dein Abgrund ist tiefer als meiner.
Willig lehnst du dich zurück und lässt mich gewähren.
Öffnest deine Schenkel mit betäubender Trägheit und wartest auf den samtenen Nachtschatten in meinen Augen. Beobachtest mich, bis du weißt: die Lichter sind angezündet.
Ich brenne.
Ja. Komm. Mach sie breit. Verliere dich.
Ich erlöse dich. Von deiner Göttlichkeit. Erlösung. Ich weiß, du willst es.

Glitzernd und hungrig erwartet mich der Strudel deiner feuchten Spalte und will mich hinein reißen.
Mich verschlucken.
Ich gleite in dieses schwüle Inferno und höre auf zu atmen.
Dein tiefes Stöhnen vibriert an meiner Kehle und sendet wilde Kreise über meinen Nacken.
Du schälst mir die Haut in Streifen vom Rücken.
Ich stoße zu.
Du bäumst dich auf und ich liebe dich für dein Vergessen.
Nichts mehr bist du. Kein Name, kein Schatten, nichts mehr. Ja!
Dich vernichten. Vernichten.

Ich stoße zu.
Ein Biß in meine Schulter holt mich zurück aus der wirbelnden Röte vor meinen Augen.
Ich bewege mich nicht. Sehe dich an.
Deine feuchten Muskeln massieren meine Finger in dir und betteln.
Hör nicht auf. Bitte, hör nicht auf!
Dein Atem fliegt heiß über die Bißwunde.
Nein, ich höre nicht auf.
Ich kenne meine Aufgabe.
Mit wissender Geschmeidigkeit umkreist meine Zunge deine Knospe.
Deine Vulva öffnet sich und saugt schmatzend an meinen Fingern.
Und ich stoße zu. Sanft, doch mit Nachdruck.
Du lässt dich gehen. Wühlst dich in die Kissen. Hältst Deine Schenkel. Beißt dich selbst.
Rufst meinen Namen.
Mein Name. Ich bin hier, Geliebte. Komm. Ich bin hier.
Ich werfe mich ab und verglühe im Tanz deiner Hüften.
Und stoße zu.
Ja. Komm. Komm. Komm.
Konvulsives Zucken geht durch deinen Körper und verrät mir, dass du so weit bist.
Stillhalten. Still.
Rasend umklammerst du mich wie eine Spinne und drückst deinen Unterleib gegen mich. Kreist. Saugst. Verschlingst. Tötest.
Kommst.
Deine Hände krallen sich in sich meinen Rücken.
Ich höre deinen Schrei nicht.
Ich höre nichts mehr.
Sehe nichts mehr.
Vernichten. Erlösen. Sterben. Ja!
Ja! Ja! Ja!

Dein Schluchzen und deine Bewegungslosigkeit holen mich zurück in dieses Zimmer. Aufgelöst liegst du in den Kissen und dein Blick ist geschmolzene Dankbarkeit.
Liebevoll siehst du mich an. Deine Tränen brennen sich heiß in meine Haut.
Wie ein Kind nehme ich dich in die Arme und wiege dich.
Entferne sanft das verschwitzte Haar aus deiner Stirn und küsse sie zärtlich.
Geliebte, verzeih! Ich musste es tun. Verzeih mir.
Du musstest Mensch werden. Du musstest.
Zeige mir dein Gesicht und ich kann dir vergeben.
Deine Blasphemie, deine Arroganz, deine Verachtung.
Deine Angst vor dem Alter und dem Tod.
Du bist ein Vampir.
Ja, zeig dich und erlöse dich.
Ich liebe Dich.

Haltend wiege ich dich in einen erschöpften Schlaf. Ich bewache die eisige Unerbittlichkeit deiner Träume und erwarte dein huldvolles Lächeln in der Morgendämmerung.
Ich kenne meine Aufgabe.

__________________
Freifrau von Löwe

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gareth
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Ja, Fraufrau von Löwe,

das ist schön, kraftvoll, erotisch ud glaubhaft. Und es erzählt viel auch über die Erzählerin, wenn man sie hier so nennen kann. Wie sie über ihrer eigenen Gier, ihrer Sehnsucht und ihrer Erregung, genau und sensibel beobachtet und in ihrem eigenen wilden Sichgehenlassen auch eine Aufgabe erfüllt, die sie offenbar bereits gut kennt, nämlich eine Unterwerferin zu sein, eine Vernichterin und eine Erlöserin, indem sie all jene Gesten der Geliebten zu einfachen, wahrhaftigen Gefühlen werden lässt,

Liebevoll siehst du mich an. Deine Tränen brennen sich heiß in meine Haut

und dann eine wirkliche Liebende und wahre Trostspenderin ist.

so hab ich es gelesen und es hat mich sehr beeindruckt.
__________________
Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

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Mumpf Lunse
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Liebe Freifrau

"ich als leser glaube dir, was du schilderst. nicht nur, weil du bilder erzeugen kannst und ich mir vorstellen kann vor meinem inneren auge, was geschieht, sondern auch, weil sich die begegebenheiten nicht als erfunden lesen."

Ein kleines Zitat.
Treffender kann man es nicht sagen

Liebe Grüsse
Mumpf

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freifrau von löwe
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danke

gareth, mumpf - ich danke euch beiden sehr. ich bin erleichtert, denn ich hatte wirklich keine ahnung, ob es verständlich, glaubhaft oder erotisch.

ich war mir sehr unsicher über den aufbau und die gestaltung.

gareth, auch hier ein danke für die reflektion. ich sehe, ich muss mir scheinbar keine sorgen über die verständlichkeit machen.



__________________
Freifrau von Löwe

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Lotte Werther
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An freifrau

"das ist schön, kraftvoll, erotisch ud glaubhaft." -

so schreibt gareth und er sagt es stellvertretend für manchen Leser dieser Geschichte, mich eingeschlossen.

Die Worte fliessen, pochen, pulsieren, kreisen - und beschreiben lebendig und erregend, was viele hier schon versucht haben, mit wenig Erfolg.

Für mich hält der Text an Qualität und Emotionen, die er auslöst, was der Titel verspricht.

Ich habe aber Fragen, die ich mit Zitaten untermauere:

Bist du wirklich Unterwerferin, nicht vielmehr Ergebene der Göttin?

Ich beuge mich über dich und weiß, ich bin verloren.

Und wenn es eine hommage an sie ist, warum muss dann das Göttliche vernichtet werden?

Ich bete dich an und ich muss dich vernichten. Deine Gefallsucht, dein Seelenfressen, deine Gier.
Vernichten. Vernichten.


Weil der Mensch nur das versteht, was ihm gleicht?

Wie ein Kind nehme ich dich in die Arme und wiege dich.

Und ist nicht eine, der dies gelingt, was du beschreibst, selbst Göttin?

Ich soll ihn spalten und neu erschaffen.

Das möchte ich gerne wissen, um diesen schönen Text ganz zu begreifen.

Lotte Werther

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freifrau von löwe
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liebe lotte.....

.... deine tiefe auseinandersetzung mit dem text berührt mich sehr. gern will ich versuchen, darzustellen, was gemeint ist... zwischen den zeilen gesagt.

>> frage:
Bist du wirklich Unterwerferin, nicht vielmehr Ergebene der Göttin?

<< antwort:
ich bin beides. aus meiner ergebenheit heraus und aus meinem lieben und erkennen heraus, dem erkennen ihrer archetypischen wesenszüge, lasse ich mich ein auf ihr dunkel, um sie zu retten. ich liebe sie bedingungslos mit ihren abgründen und werfe mich diese hinein, um sie - auch mit schmerzen und sturz zum einem wahren menschen zu machen, weil ich weiß, wie sehr sie unter ihrer eigenen göttlichkeit zu leiden hat.

>> frage:
Und wenn es eine hommage an sie ist, warum muss dann das Göttliche vernichtet werden?

<< antwort:
es ist eine hommage und gleichzeitig ein drama. sie ist schön, sie ist selbstverliebt, sie zerfleischt sich selbst und das macht sie grausam, da sie menschen benutzt, um zu kompensieren. eigenschaften einer göttin .... sie ist unnahbar, sie ist schön, aber weil sie eine göttin ist, erkennt sie die wahre liebe nicht. sie will bewunderung, sie will macht, sie will untertanen.
es ist eine hommage an sie, weil ich liebe und dieser liebe wegen bin ich ihr untertan und muss sie um dieser liebe willen vernichten. der schmerz des gestürztwerdens ist gewaltig, aber kurz im vergleich zu einem unsterblichen dasein, abseits von allen menschen und von der liebe.

>> frage:
Weil der Mensch nur das versteht, was ihm gleicht?

<< antwort:
ja und nein. ja weil.. ich sehe sie. ich erkenne ihr spiel mit den spiegeln, der macht und der manipulation. ich kenne es, weil es mir selbst nicht fremd ist, denn was man nicht in sich erkennt, findet und sieht man auch in anderen nicht.
nein weil... ich stürze sie niemals aus egoistischen gründen oder um die befriedigung meiner ansprüche an macht. aus liebe bin ich scheinbar ihr sklave und vielleicht auch scheinbar ihr meister.

>> frage:
Und ist nicht eine, der dies gelingt, was du beschreibst, selbst Göttin?

<< antwort:
die frage ist eigentlich schon beantwortet. sie ist es scheinbar, aber nur für augen, die nicht sehen, dass sie weder ihr sklave, noch ihre göttin ist, sondern das einzige tut, was heilung bringt (die aufgabe): sie ist außerhalb dieser ordnung und außerhalb des spiels. sie beteiligt sich daran aus liebe. und somit ist es die einzige möglichkeit alles zu gewinnen und zwar für alle beteiligten.

ich hoffe, liebe lotte, es ist mir gelungen, mich verständlich auszudrücken.

hab dank für deine 10. ich weiß sie wohl zu schätzen.
__________________
Freifrau von Löwe

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