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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Hommage an meine Domina
Eingestellt am 09. 04. 2003 11:09


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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

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Du hast mich nie ber├╝hrt.
Du trittst mich, traktierst mich mit deinen Abs├Ątzen, trampelst auf mir herum, spazierst und schreitest. Du kannst so vollendet schreiten. Tief bohrst du dich in micht hinein, bis in mein Herz. Du schl├Ągst mich mit St├Âcken und Gerten, malst Gem├Ąlde auf mir mit Peitschen und streichelst mich mit deiner neunschw├Ąnzigen Katze. Du schn├╝rst mich ein, verpackst mich, legst mich in Ketten, ich bin dein Geschenk.
Ich bin dem├╝tig, unterw├╝rfig, folgsam, wie du mich haben willst. Ich bin brav. Ich will so brav sein.
Du bist die Meisterin meines Selbst, die Bestimmerin ├╝ber mein Ich. Ich bin der Fu├čabtreter unter deinen Sohlen, der Stiefellecker. Deine Stiefel gl├Ąnzen so herrlich. Ich bin der Schemel, auf dem du n├Ąchtelang sitzt. Mach es dir bequem. Ich wede mich nicht bewegen. Nicht bewegen. Bewegen.
Geschw├Ąngert hast du mich, mit Lust und Begierde. Mein Leid ist mir Nahrung, meine Knechtschaft ist meine Atemluft.
Wie oft kann mein Herz brechen? Wie oft kann ich den Boden unter den F├╝├čen verlieren? Wie oft k├Ânnen meine Fl├╝gel gestutzt werden?
Du hast mich nie ber├╝hrt, mein goldgewobener Engel.
Ber├╝hre mich mit einem Finger nur und ich werde zerflie├čen wie ein Schneekristall in deiner warmen Hand, vergl├╝hen wie eine Sternschnuppe am Nachthimmel, vergehen in die Verz├╝ckung.
Ich ertrage die Demut und trage dich. Ich erdulde die Pein und dulde deine Gier. Ich entsage den Tr├Ąnen und sage 'weine mein Herz'. Mein Herz weinst du? Wo bist du geblieben, Seele?




Geschunden, verkauft, verloren, verkohlt, vergessen. Doch nun geborgen! In dir ertrunken!
Wohin gehen Gef├╝hle, wenn sie vergehen? Gibt es einen Himmel f├╝r Gef├╝hle? All die gewesenen Lieben, Sehns├╝chte, W├╝nsche, all der verrauchte Hass, die Wut, der Zorn. Ein ganzer Himmel davon - ich trage diesen Himmel und schreite mit stolzgeschwellter Brust vor dir her. In dir ertrunken und geborgen, vor dir schattenspendend, lebensspendend.
Ber├╝hrst du zuerst meine Schulter? Meinen Arm? Oder gar mein Gesicht? Es ist weich und warm. Lass dich nicht st├Âren von den Salzverkrustungen. Sie sind die Spuren der Vergangenheit. Es gibt keine Tr├Ąnen mehr. Ich weine f├╝r dich. Befiel - ich gehorche.
Der Ast verdorrt am Baum. Schlag ihn ab, den Ast. Doch dann f├Ąllt auch der Vogel. Wohin soll er fliegen? Seine Federn sind sein Schutz, doch zu nichts nutze. Hat er je gelernt zu fliegen in seinem Kopf? Ber├╝hre ihn - er wird sich emporheben und f├╝r dich singen. Du hasst Gesang. T├Âte ihn. Du musst ihn nur zerquetschen oder ihm den Hals umdrehen, doch vorher musst du ihn ber├╝hren.
Von meiner Widerspenstigkeit bleibt immer ein Rest. N├Ąhre meine Verzweiflung und du erh├Ąltst Befreiung, die sich eingr├Ąbt ins Fleisch, mein Stigma wird und immer erkennbar bleibt f├╝r jene, die nicht verlernt haben zu sehen.
Du hast mich gezeichnet, Meisterin. Gezeichnet nach deinen Weissagungen, aus meinen gl├Ąnzenden, gl├Ąsernen Gedanken. Doch wo ist die Farbe geblieben? Blutrot bleibt rot. Schwarz bedeckt, verh├╝llt, verschleiert.
Bin ich wieder artig? Sind die Stiefel sauber? Stell mich ab, stell mich in die Ecke, zum Gebrauch bereit. Ich werde mich nicht bewegen. Nicht bewegen. Bewegen? Verwundet ist mein Fleisch, entbl├Â├čt mein Blut, getrocknet meine Tr├Ąnen. Nie wieder Tr├Ąnen - ich versprach es doch.
H├Ârst du die Nachtigall? Sie lebt im Schutz ihrer Federn. Sie hat einen anderen Ast gefunden, voller Triebe, lebendig, geschmeidig, einladend, bet├Ârend in Bl├╝tenpracht und Duft. Sie wird einschlafen, doch sie wird auch singen f├╝r dich. Sie bleibt unerreichbar f├╝r deine Wut. Sie vertraut dir. Sie vertraut sich dir an. Sie wird verstummen, wenn du es w├╝nschst, jedoch wird immer Gesang in ihr sein. Meine Seele hast du ber├╝hrt. Ber├╝hre nur einmal meine Haut. Nur ein einziges Mal Haut an Haut!
__________________
will man, was man muss?

Version vom 09. 04. 2003 11:09

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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...habe NICHTS zu meckern...

hallo silberstreif,

dein text hat mich tief ger├╝hrt (ber├╝hrt sollte man bei diesem text wohl besser nicht schreiben ).
auch wenn ich "die sachlage" nicht nachvollziehen kann, so bleibt doch ein wundersch├Ânes gef├╝hl der sehnsucht.
am beeindruckendsten fand ich die beiden vogel/nachtigall-szenen, auch wenn dies m├Âglicherweise nicht in deinem sinne ist.
ich habe mich lange gefragt, ob ich in deinem text herumschmieren soll. allerdings bin ich zu dem schlu├č gekommen, da├č ich als "au├čenstehender" wahrscheinlich mehr kaputt machen als verbessern w├╝rde. deshalb bleibt es f├╝rs erste bei diesem unkonstruktiven kommentar.

gr├╝├če

rainer

eine anmerkung doch noch:

"...ich trage diesen Himmel und schreite mit stolzgeschwellter Brust vor dir her."

vielleicht auch nur meinem unverst├Ąndnis geschuldet, gef├Ąllt mir dein schreiten nicht. es bei├čt sich etwas mit den eingangss├Ątzen.

__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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blaustrumpf
???
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Hallo, Silberstreif

Mich hat am meisten die schlichte Frage nach dem Himmel f├╝r Gef├╝hle getroffen.

Danke!

blaustrumpf

* * *

Hallo, Rainer

Warum soll jemand, der sich erniedrigen l├Ąsst, nicht stolz sein, darauf dass er es mit sich machen l├Ąsst, darauf wieviel er ertr├Ągt, darauf dass er es ist, dem es angetan wird, darauf dass er ausgew├Ąhlt wurde...?

Der Anl├Ąsse zum Stolz sind viele, ich pers├Ânlich f├Ąnde es viel problematischer, wenn da kein Stolz wachsen k├Ânnte, sondern nur so ein Bodendecker sich breit machte...

Gr├╝├če vom
blaustrumpf


__________________
Daf├╝r bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

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hallo Ihr beiden

erstmal herzlichen Dank, f├╝r Eure Worte. Ich bin ger├╝hrt, denn ich war mir nicht sicher, welcherart Schl├Ąge ich bei diesem Thema einstecken muss.

@ Rainer: ich verwendete das Wort "schreiten" bewusst - in Anlehnung an ihr Schreiten vom Anfang, weil es ein Zeichen von Macht ist, von Stolz und auch von Unabh├Ąngigkeit. Er hat diese Werte nicht verloren, auch wenn er sich erniedrigen l├Ąsst, hat er doch seine Freihet behalten (Vogelbilder). Manchmal ist er sich ihrer vielleicht nicht ganz bewusst, weil er liebt, doch beh├Ąlt er immer die Wahl.

@ blaustrumpf: ich danke Dir. Diese Frage stelle ich mir gelegentlich. Wo geht die Liebe hin, wenn sie vergeht? Warum nicht in den Himmel?
__________________
will man, was man muss?

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Waldemar Hammel
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Dec 2002

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F├╝r mich, mit einiger Erfahrung in diesem Metier einer erotisch-sexuellen Spielart, ist dieser Text eine wirkliche, anspruchsvolle Spitzenleistung!
Er trifft genau einige der neuralgischen Punkte, und ist im Inhalt ausgesprochen authentisch, und das Ganze sensibel und mit Fingerspitzengef├╝hl vorgetragen. Da ist nichts platt oder Klischee (wie sonst so oft bei Schilderungen dieser eigent├╝mlichen Welt). Der Leser bekommt eine intime Ahnung von den Hintergr├╝nden des "schwarzen Madonnen-Kultes".
Ich pers├Ânlich bin daher ehrlich begeistert und bewerte.

Weiter so, Du kannst das!

PS: Das Wort "Renitenz" w├╝rde ich gegen ein alltagssprachliches auswechseln.

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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@silberstreif (und blaustrumpf)

man lernt nie aus. nat├╝rlich, da er die wahl hat(dies ist mir nicht bewu├čt gewesen), kann er ruhig schreiten.
sein stolz - der wiederum war mir bewu├čt.

dummer einwand zur├╝ckgezogen - habe nun WIRKLICH nichts zu meckern. wenn es so ein text doch mal in die bestenliste schaffen w├╝rde...

gr├╝├če

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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