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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Honigkuchen für ein Pferd
Eingestellt am 05. 02. 2008 17:05


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Subnotio
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2007

Werke: 9
Kommentare: 35
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Ein Mann war es nicht,
Abermals kein Junge,
Wenn auch geizig-
Zumindest so, als dass das
Restgeld eines berauschten Abends-
Oder war es ein gespielter Rausch-
Für eine individuelle Heimfahrt
Zu wertvoll erschien, als die drei
Stunden des Wartens
Auf die Bahn

„Mittwochnächte“, so dachte er sich,
„haben etwas Brutales an sich“-
Erst Spektakel,
Rote Glut und Rauch, zuckende Körper, erregend, bedrohlich zugleich,
folgend die quälende Stille des Einzelzustandes,
Bahnstation.


Mit Musik will er sie vertreiben,
doch der Prokrastination erlegene,
Akku , Leere,
Innen und außen.

Und so schossen Gedanken
In seinen Kopf, aus der
Versenkung geholte, verdrängte
Erinnerungen, Halbgedachtes über Sinn und Endlichkeit,
Ihr Ursprung war ungewiss,
Ihre Existenz, bohrend, unerträglich -
Unausweichbar.

Er kam,
Nicht der Heiland,
Nicht sein verlorener Vater,
ein Mann unbestimmten Alters und unbestimmten Aussehens,
Die Augen zum Boden gesenkt,
Besetzte den Nebenplatz,
Wo doch Dutzende frei waren.

„Sprechen ist besser als Denken“,
tat der Erste das Schlechtere um das Bessere hervorzubringen.
Worte .Blickkontakt.
Sie waren weiß.
Nicht blau, nicht grün, nicht braun.
Besaß er keine Antworten?
Oder hatte er alle -
ein Kollektiv der Spektralfarben,
die Reflexion der Welt.

„Bist du Gott?“, fällt die Bitte,
Während der sich des Denkens Entfliehende
Hinten überkippend,
Das Wort „Quantenelektrodynamik“
Vor seinen Augen flimmern sieht,
Wie ein Ameisenzug
Wandert es seine Wirbel hinunter.
Schwarz.
-
Weiß?






__________________
"Der Messias wird erst kommen, wenn er nicht mehr nötig sein wird."
(Franz Kafka)

Version vom 05. 02. 2008 17:05

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Subnotio
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Schreibstil

Auch wenn ich mich nicht festlegen mag, was oben genannten betrifft,habe ich doch erlebt, dass mich persönlich harte klare Worte in einem Text emotional mehr ansprechen als sanfte Vergleiche und Umschreibungen (metaphorisch darf's dennoch sein).
Ich neige sogar dazu allzu ausgeführte Texte querzulesen.
Jetzt ist es raus

Mich fasziniert vorallendingen das Simple,Schnörkellose hinter allen komplizierten Strukturen und Vorgängen.
Aber das wiederum reicht weit über diesen Text hinaus.


Adieu,
Subnotio

PS:Anscheinend ist es unangenehm sich mit dem Text auseinanderzusetzen.
Macht mich das stolz?

__________________
"Der Messias wird erst kommen, wenn er nicht mehr nötig sein wird."
(Franz Kafka)

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Haki
Guest
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Es war kein Mann,
aber auch kein Junge,
der dort drüben
auf die Bahn wartete

"Mittwochnächte", so dachte er sich,
"haben etwas Brutales an sich"-
Dem Spektakel
-Rote Glut, Rauch, zuckende Körper-
folgt die Stille
des Einzelzustands, Bahnstation.

(die nächste Strophe ist schwierig(da ich den Bezug zu dem "sie", das erträglichw erden soll, in der Stille sehe, jedoch diese existiert nicht mehr, wenn Musik ertönt...Kannst du dazu etwas sagen? Ich würde sie sogar ganz weglassen...)

Gedanken schossen in seinen Kopf
Aus der Versenkung, Halbgedachtes
über Sinn und Endlichkeit
Ihr Urspsrung ungewiss
Ihre Existenz bohrend

Er kam,
ein Mann unbestimmten Alters
und unbestimmten Aussehens,
und setzte sich neben ihn

"Sprechen ist besser als Denken",
tat der Erste das Schlechtere,
um das Bessere hervorzubringen
Worte. Blickkontakt.
Sie waren weiß.
Besaß er keine Antworten
oder hatte er alle?

"Bist du Gott", ertönt die Bitte,
Während der sich des Denkens Entfliehende,
Hinten überkippend,
Das Wort „Quantenelektrodynamik“
Vor seinen Augen flimmern sieht,
Wie ein Ameisenzug
Wandert es seine Wirbel hinunter.
Schwarz.
-
Weiß?


SO sähe dein Gedicht bei mir aus. Kannst du etwas mit der Verdichtung anfangen?
Wenn ja, mach ich noch ein bisschen weiter, wenn es dir sos chon reicht, dann nicht und wenns dir überhaupt nicht zusagt, dann natürlich auch nicht...

LG,
Haki











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Subnotio
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2007

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"ein Kollektiv der Spektralfarben,
die Reflexion der Welt"
kann ich nicht weglassen, auch wenn es ohne flüssiger wirkt.
Aber dann ginge die Grundidee verloren , schließlich ergeben sich alle Farben aus dem Weißen.... und somit wäre die Gesamtreflexion der Welt weiß. Inhaltlich geht das also nicht.
Aber das Fragezeichen finde ich an der Stelle sehr schön.

Hm, "abermals kein Junge " hat für mich einen Sinn , da es zeigt , wo der Akteur steht UND dass er männlich ist, bei deiner Überarbeitung könnte er auch eine Frau sein.
Verständlich, dass kürzen hier sinnvoll ist . Es muss ja auch niemand wissen warum er wartet
Dennoch passt "der dort drüben auf die Bahn wartete" nicht. Es fehlt mir da an Ausdruck, der bei der überspitzten Prägnanz verloren ging. Hast du einen anderen Vorschlag?
Auch die zusätzliche eingeführte Perspektive ("da drüben") empfinde ich als störend.
Generell ist kürzer an dieser Stelle besser, da gebe ich dir Recht, nur hapert es an der Ausarbeitung.

Auch mit der vermeintlichen Stille hast du etwas angesprochen, indem ich einen von mir eingebauten Widerspruch erkenne. Großes Lob
Dennoch braucht der Text die Stelle ( aber abgeändert).
Eher:

" Mit Musik will er sie vertreiben,
doch der Prokrastination erlegene,
Akku , Leere,
Innen und außen"

Sonst fehlt mir auch die Überleitung, so etwas passiert ja nicht alle Tage (Nächte), wenn man an der Bahnstation sitzt.

Das "Unausweichbar" muss blieben, sonst werden die Qualen, wird die Verzweiflung nicht klar genug dargestellt, da wehrt sich ja jemand vehement gegen das Nachdenken.
Bei dir klingt es mir zu angenehm . (War das beabsichtigt?)

Auch die nächste Strophe lässt sich in meinen Augen nicht kürzen, ansonsten wird der Überraschungsmoment nicht eklatant genug.
Wenn der Mann nur kommt, kann man ihm in die Augen gucken und das war's mit dem Spannungsbogen.

Die erzwungene Nähe provoziert Verhaltensmuster in dem Protagonisten, zwingt ihn weiter zum Denken, er öffnet sich dem Leser in dem markantesten Punkten (Hoffnungen).
Da fällt mir ein gutes Buch von Asimov zu ein (ich bin eigentlich kein Sci-Fi Leser), in welchem die Menschen hunderte von Kilometern auseinander wohnen. Sie leben ausschliesslich mit Robotern zusammen und kommunizieren digital. Ihre Privatsphäre hat sich also immens vergrössert und sobald jemand in diese eindringt und sich gar auf einige Meter an die Betroffenen annähert, bekommen sie Panik.
Kennst du es, wenn sich dir ein Fremder oder Bekannter nah entgegenneigt und diese unangenehme Beklommenheit entsteht?
Das war mir wichtig an der Stelle.
Der Akteur denkt "Warum setzt er sich grade zu mir?" und im Verlauf des Gedichtes zwängt sich ungewollt der Schicksalgedanke auf.

Man weiß ja auch, wofür alte einsame Männer stehen oder?

Als Abschlussfazit kann ich dir für deine intensive Auseinandersetzung danken, teils ist sie angebracht und teils zerstört sie die von mir angedachte Aussage und den Inhalt.

Werde sie also zu Teilen übernehmen.

MfG,
Subnotio

PS. Nach deiner Überarbeitung würde es mich mal interessieren,was du in dem Text siehst (an Aussagen und Inhaltlichem, interpretiert werden darf gerne)! Ist auch eine Aufforderung anderen Lesern gegenüber.

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(Franz Kafka)

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