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Leselupe.de > Humor und Satire
Hotel Freitod.
Eingestellt am 29. 06. 2002 14:59


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pleistoneun
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"Aber beruhigen sie sich doch mein Herr" näselte der Rezeptionist höflich.
"Nein, nein und nochmals nein" tobte Sören an der Rezeption des Hotels. Er wollte nicht vor erbrachter Leistung bezahlen und das bei der Summe. Er war in diesem Etablissement abgestiegen, um sich legal selbst zu töten oder besser selbst töten zu lassen.
Jedoch war er mit den Zahlungsbedingungen √ľberhaupt nicht einverstanden und das aus gutem Grund. Zu oft schon hat er es bei anderen Anbietern versucht und nur unn√∂tig Geld ausgegeben.
Viele dieser legalen Selbstt√∂tungszentren waren inzwischen entstanden, da die Lebenserwartung auf durchschnittlich unertr√§gliche 312 Jahre angestiegen war und das Pensionsalter trotzdem mit 94 festgelegt wurde. Wer m√∂chte schon mehr als hundert Jahre als Pensionist dahinsiechen. Das Motto der Regierung war aber Lebenserhaltung um jeden Preis. Trotzdem wurden f√ľr die des Lebens √ľberdr√ľssigen die angesprochenen Zentren eingerichtet.

S√∂ren war vom Erschie√üungskommando bis auf drei Streifsch√ľsse verfehlt worden, verlor bei der Vierteilung in zwei Teile nur einen Arm und eine Menge Geld, bekam beim Erh√§ngen einen morschen Galgen und hatte deshalb von den schwarzen Schafen dieser legalen Selbstmordgilde die Nase voll.
Er scheute jedoch den illegalen Selbstmord, da die Strafen daf√ľr bei Erfolg enorm hoch waren und versuchte es erneut bei Hotel Freitod.

Die Bestimmungen waren sehr streng. Man durfte keine lebensbedrohlichen Erkrankungen haben und musste eine Zurechnungsf√§higkeitsbescheinigung vorlegen k√∂nnen. Bei den daf√ľr zust√§ndigen √Ąmtern war die H√∂lle los. Zahlreiche selbstmordgef√§hrdete starben schon im Gedr√§nge um den besten Platz im Amt- illegal versteht sich- und wurden hoch bestraft.

Pl√∂tzlich eilten and√§chtig vier Tr√§ger Gliedma√üen haltend mit einem aus dem Hals blutenden K√∂rper √ľber die Stiegen. Ein f√ľnfter jonglierte w√ľrdevoll den Kopf dazu auf einem blutdurchtr√§nkten Kissen.

"Das will ich auch" rief Sören laut mit heiserer Stimme und wedelte mit seiner Zurechnungsfähigkeitsbescheinigung und seinem Gesundheitspass vor der Nase des Rezeptionisten. "Geld oder weiter Leben mein Herr" erwiderte dieser etwas nasal.

Sören klatschte die nass geschwitzten Scheine auf die Theke und bestellte die Tagesspezialität "Doppelt hält besser" mit Ertränken als Aperitif einem Stromschlag als Garnierung auf der Draulaugenmaulwappengiftunkentorte und Köpfen mit Landung auf einem Kissen aus Wackelpeter.

Beim Gang zum Hinrichtungszimmer rutschte S√∂ren auf der blutgetr√§nkten Stiege aus, stolperte √ľber die Stufen und schlug ungl√ľcklicher Weise mit dem Hinterkopf an der massiven Theke der Rezeption auf, um mit gebrochenem Genick davor zu liegen zu kommen. Alle Reanimationsversuche blieben unbelohnt.

S√∂rens Zurechnungsf√§higkeitsbescheinigung wurde als F√§lschung enttarnt, und er wurde f√ľr diesen offensichtlich illegalen Selbstmord, aufgrund mangelnder Geldmittel zum Tode durch Genickbruch verurteilt.
Die Vollstreckung erfolgte Tags darauf im Hotel Freitod.

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