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Leselupe.de > Kurzprosa
Hound dog
Eingestellt am 14. 05. 2010 12:03


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toll.er
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Meine erste Elvis-Platte. 45 RPM.
Hound Dog. R├╝ckseite: Don't Be Cruel.
Mein ganzes Taschengeld hatte ich daf├╝r zusammen gekratzt.
Und dann wagte ich es, die Platte auf dem Plattenspieler im Telefunken-Musikschrank abzuspielen.

Ich hatte nicht geh├Ârt, dass mein Vater ins Wohnzimmer gekommen war. Ich flog gegen den Musikschrank und dann in die Ecke. Er riss die Platte vom Teller und brach sie ├╝ber seinem Knie durch. "Scheiss-Nigger-Zeug", spuckte er mich an. Gleichzeitig knallte er mir seine flache Hand ins Gesicht. Dreimal schlug er noch zu. Und immer wieder "Scheiss-Nigger-Zeug".
Im Gegensatz zum Bruch meines Nasenbeins verheilten die Verletzungen des Jochbeins sehr langsam.

Als mein Vater 15 Jahre sp├Ąter nach seinem zweiten Schlaganfall nur noch leise vor sich hinr├Âchelnd im Sterbezimmer des St. Anna-Krankenhauses lag, setzte ich mich neben ihn. Ich nahm vorsichtig seine Hand und beugte mich ganz nah an sein Ohr. Dann sang ich ihm leise vor

"You ain't nothin' but a hound dog
cryin' all the time.
You ain't nothin' but a hound dog
cryin' all the time.
Well, you ain't never caught a rabbit
and you ain't no friend of mine"

Immer und immer wieder. Bevor ich ihn endg├╝ltig verlie├č, l├Ąchelte ich ihn noch einmal an:" Der Schei├č-Nigger lebt noch."

Allerdings ├╝berlebte Elvis meinen Vater nur um knapp ein Jahr.

Version vom 14. 05. 2010 12:03
Version vom 14. 05. 2010 21:44

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toll.er
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Danke f├╝r die Korrekturen/Kommentare.

Ein Urteil ├╝ber den Erz├Ąhler, das ist auch nicht das, was ich mir w├╝nsche. Abgesehen, wen meinst du mit "Erz├Ąhler"? Das "Ich" im Text oder mich als Autor?

Schadenfreude, hm, da w├Ąre ich nicht drauf gekommmen.

Armselig sind in meinen Augen beide Protagonisten. Der Vater mit seiner Brutalit├Ąt und dem Teil seiner "Weltanschauung", der im Text zum Ausdruck kommt - der Sohn/die Tochter (?), der/die sich anscheinend nur auf so eine traurige Art und Weise glaubt r├Ąchen zu k├Ânnen.

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