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Hugh Walker : Dracula
Eingestellt am 24. 01. 2003 11:46


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Michael Schmidt
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Titel: Drakula
Autor: Hugh Walker
Genre : Horror
Taschenbuch - Blitz-Verlag “Phantastische Romane Band 12“ (1998)
352 Seiten, nummerierte Sammlerausgabe mit Autogrammeindruck
ISBN: 3932171128
Erh├Ąltlich bei Romantruhe und Amazon

Hugh Walker ist das Pseudonym des ├Âsterreichischen Schriftstellers, Herausgebers und ├ťbersetzers Hubert Stra├čl, geboren 1941 in Linz. Sein bekanntestes Werk sind die Magira-Romane, die einst in der Reihe Terra Fantasy des Pabel-Verlages erschienen. Diese Reihe betreute Hugh Walker ebenfalls als Herausgeber. Er schrieb bei den Fantasy-Heftserien DRAGON und MYTHOR mit.
Neben seinen Fantasy-Romanen ist er bekannt f├╝r seine hervorragenden Horror-Geschichten, die erst im Vampir-Horror-Roman, dann in der Reihe D├Ąmonenland erschienen. Der vorliegende Band erschien als Vierteiler in beiden Reihen.

„Ich befand mich auf dem Heimweg, als ich das M├Ądchen zum erstenmal sah. Sie war br├╝nett, und ihr schulterlanges Haar flog, als sie eilig ihres Weges ging. Sie hatte ein schmales, beunruhigend attraktives Gesicht mit dunklen Augen und Brauen und einem entschlossenen Zug um den Mund. Sie trug eine gr├╝ne Bluse und offenbar nichts weiter darunter. Der Anblick war, gelinde ausgedr├╝ckt, aufregend. Die braunen Cord–Jeans zeigten leider nichts von ihren Beinen, aber bereits ihr Gesicht und ihr Gang machten klar, dass sie mein Fall war, und ich beschloss, meinen Kopf in die Schlinge zu stecken, auch wenn ich noch nicht wusste wie.
Ich war nie besonders einfallsreich, was solche Dinge anbelangt, aber als Detektiv hat man da ein paar M├Âglichkeiten. Und das M├Ądchen war einen unbezahlten Auftrag wert.“

Harry Fuchs folgt dem M├Ądchen bis zu einer Telefonzelle. Erstaunt sieht er, dass sie seine Nummer w├Ąhlt. Als sie ihn wahrnimmt, flieht das M├Ądchen mit einem Ausdruck von Todesangst im Gesicht. Zur├╝ck bleibt ihre Tasche. Wie er schnell herausfindet, ist ihr Name Babara Rothenberg. Der Name kommt ihm bekannt vor. Vier Jahre zuvor hatte er f├╝r ihren Vater, einen Gro├čindustriellen, einen Auftrag bez├╝glich Werksspionage durchgef├╝hrt. Aber warum flieht das M├Ądchen vor ihm, wenn sie andererseits versucht, ihn zu kontaktieren? Sie versucht es erneut und ihre Panik erkl├Ąrt sich.
Ihre Schwester Sonja war drei Tage lang spurlos verschwunden, nachdem sie sich vorher von einem Mann verfolgt sah, der wie Harry Fuchs aussah. Als Sonja wiederkehrt, hat sie Bisswunden am Hals und einen hohen Blutverlust. Sonja kann sich nicht an die drei Tage erinnern. Und nicht nur das. Sie verf├Ąllt jeden Abend um kurz nach acht in einen Trancezustand. Fuchs beschlie├čt, Sonja am gleichen Abend einen Besuch abzustatten. Er nimmt Dr. Fellner mit, einen Gerichtspsychologen, der ihm bei der L├Âsung des Falles helfen soll.
Es stellt sich heraus, dass Sonja einen Posthypnotischen Befehl in ihrem Bewusstsein verankert hat. Und nicht nur sie. Dr. Fellner ├╝berpr├╝ft mithilfe der Polizei die anderen Entf├╝hrungsopfer und stellt ein ├╝bereinstimmendes Verhalten fest.
Alle Entf├╝hrungsopfer fallen um die gleiche Zeit in einen Trancezustand. Der Detektiv steht vor einem R├Ątsel.
Fuchs und sein Partner Freddie Morton, ein ehemaliger Knastbruder, sto├čen durch Zufall auf den „Bei├čer“. Sie retten eine Frau vor ihm, werden aber selbst von dem Wesen gebissen. Morton schie├čt dem Bei├čer vier Kugeln in den Leib, doch dieser zeigt sich unbeeindruckt. Als Fuchs versucht, den Bei├čer zu fassen, verwandelt dieser sich in eine Fledermaus und entkommt.
F├╝r Fuchs beginnt eine Zeit zwischen Unglauben und Angst. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Legenden vom Vampir Wirklichkeit sind. Doch wer soll ihm in unserer heutigen aufgekl├Ąrten Welt glauben?
Fuchs nimmt die Spur eines Hypnoseopfers auf und verfolgt es bis zu der Klinik eines Dr. Alfred Lukard. Fuchs spielt ein Hypnoseopfer und schmuggelt sich in die Klinik ein. Er findet ein B├╝ro der Blut GmbH, die mit Blutkonserven handelt. Au├čerdem findet er einen Patienten, dem sein Vorhandensein in der Klinik schleierhaft ist. Fuchs sucht weiter und wird entdeckt. Es gibt sie. Vampire fallen ├╝ber ihn her.
Wie er erf├Ąhrt, versucht Dr. A. Lukard die Vampire zu kultivieren. Lukard nimmt seinen Patienten Blut ab und ersetzt es durch synthetisches Blut. So treiben die Vampire ihr Unwesen, ohne das ihr wirkliches Wesen entdeckt wird. Ihr gr├Â├čter Trumpf ist die Ungl├Ąubigkeit der technisierten Welt. Wird es Fuchs gelingen zu entkommen und die offiziellen Stellen zu ├╝berzeugen, dass es sie gibt?

Geschickt spielt Hugh Walker mit dem Widerspruch „Aberglaube“ und „aufgekl├Ąrte Welt“. Ein Textbeispiel:
Urban sch├╝ttelte den Kopf. „Sie sind also real und doch nicht. Was sind sie nun wirklich?“
„Eine verdammt reale Illusion“, sagte ich ernst.
„Eine besondere Art von Irrsinn“, bemerkte Freddie.
Ich nickte. „Eine, die seit Jahrtausenden in uns nistet, seit die Menschen an G├Âtter und D├Ąmonen glauben, die sie selber erdacht haben. Das ist der Fluch unserer Phantasie. Und jetzt ist sie lebendiger, als uns lieb ist.“
Nicht nur der Kampf gegen die Vampire, auch der Kampf gegen den Unglauben an sie, wird f├╝r Fuchs und seine Mitstreiter zu einer gro├čen Herausforderung. Und w├Ąhrend er weiterk├Ąmpft, w├Ąchst der Keim in ihm, der ihm die Sonne heller erscheinen l├Ąsst und einen ganz besonderen Durst in ihm erzeugt.

Der Roman ist packend von der ersten bis zur letzten Zeile. Ein apokalyptisches Szenario mit Helden, die ganz normale Menschen sind. Atmosph├Ąrisch dicht erz├Ąhlt spinnt Hugh Walker eine Welt ohne Hoffnung. Als die Vampire in Wien auftreten, m├╝ssen die Menschen die Hilfe der Toten in Anspruch nehmen, um ihre Welt zu retten. Immer wieder hat der Autor ├╝berraschende Wendungen, welche die Geschichte ├╝beraus spannend und interessant machen. Sollte jemand Vorurteile gegen├╝ber Heftromanen haben, ist der vorliegende Band eine gute M├Âglichkeit, diese zu revidieren.
Und f├╝r diejenigen, die den Autor Hugh Walker nicht kennen, wird es h├Âchste Zeit, diesem Umstand Abhilfe zu leisten. F├╝r Freunde von Vampirgeschichten ein absolutes Muss. Nur zartbesaitete Seelen sollten die Finger von „Drakula“ lassen.

Rezension von Michael Schmidt

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