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Leselupe.de > Humor und Satire
Humor
Eingestellt am 11. 05. 2006 14:31


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Politgurke
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2006

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Der Lenz ist da !

FrĂŒhjahrsputz ist angesagt, die Wohnung wird gewienert.

Ich habe zu diesem Zweck 80 BĂŒchsen Bockwurst gekauft....
Nachdem die gefĂŒllten DĂ€rme auf dem Boden verteilt sind und der Zustand meiner Wohnung von desolat in adĂ€quat gewandelt ist, habe ich Bock auf ein Bier. Und zwar auf Bockbier.

Ich setze mich in meinen wippenden Lieblingsstuhl und lese in meiner Lieblingszeitschrift "Gehirn & Geist (Das Magazin fĂŒr Psychologie und Hirnforschung)".
Ich bin Hobby-Psychologe, nebenbei noch Arzt, Forscher, RingkĂ€mpfer, Schlagzeuger, Autofahrer, FußgĂ€nger, Radfahrer, Mieter, SĂ€umnis- und VerspĂ€tungszuschlagzahler beim Finanzamt, Lange-SĂ€tze-Schreiber, Schnellaustrinker und Schreiner.

Zum Schreinern komme ich in letzter Zeit nur noch höchst selten, da mich alle anderen TÀtigkeiten doch gewaltig in Anspruch nehmen. Sehr zum Leidwesen meiner Auftraggeber und meines Kontos.

Und gerade jetzt, da alles um mich herum grĂŒnt, steigen die SĂ€fte nicht nur in den Pflanzen empor, sondern auch in mir. Ich bin in einem unglaublichen Schaffens- und Tatendrang, der seines gleichen sucht.

Ich schaue kurz ĂŒber den Rand meiner Zeitschrift und lasse den Blick im Raum umherschweifen. WĂ€hrend die EindrĂŒcke auf mich einwirken denke ich „Wat is dat denn da????“ und reibe mir die Augen. Doch ich erhebe mich nicht, sondern suche meine Augenlider nach inneren Verletzungen ab, da ich dort ein Jucken und Kribbeln verspĂŒre.

12 Stunden spĂ€ter wache ich wieder auf und widme mich dem Artikel „Hirn und Hormone bei KĂŒrbisgewĂ€chsen (Cucurbitaceae)“, besonders interessiert mich der Artikel ĂŒber die "cucumis sativus", die Gurke, da fĂ€llt plötzlich ein herrlich warmer Sonnenstrahl von draussen durch das Fenster auf meinen Fuss.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht und lauten Schreien verbinde ich meinen Fuss und nehme den Hörer meines Telefons in die Hand um mich ad hoc bei meinem Auftraggeber krank zu melden. Da vernehme ich krachende GerÀusche um mich herum und muss mit ansehen, wie weitere dieser gelben Geschosse meine Wohnung in Schutt und Asche legen.
Ich gehe in Deckung.
Als gegen Mittag die bedrohliche Sonne den Zenit ĂŒber meiner Dachgeschosswohnung verlĂ€sst wage ich mich hervor und freue mich ĂŒber das herrliche Wetter, was ich durch ein kurzes, prĂ€zises und unglaublich tolles Solo und anschließendem Mitspielen des StĂŒckes „Black hole sun“ (Soundgarden) auf meinem neuen Schlagzeug kund tue.
Als ich fertig bin höre ich "Resurrection" (Rob Halford) und schmeisse die umherliegenden TrĂŒmmer aus der Wohnung freudestrahlend in den Hausflur.

Doch dann habe ich plötzlich und unerwartet Streit mit meinen Nachbarn. Die Musik wÀre zu laut.
Welche Musik? Kann ich nicht bestÀtigen, bei dem Gepolter und Geschepper in meiner Bude höre ich rein gar nichts!!!

Die Nachbarn drohen mich zu verhauen, ich sollte erstmal lernen das Instrument zu spielen und sofort mit dem LÀrm aufhören.

UnverschÀmtheit! Ich trommele schon seit zwei Wochen intensiv in meiner Kammer und seit einer Woche sogar in einer Trash-Metal Band. Und die Bandmitglieder dort finden mich toll!!!!

Egal, jetzt habe ich Angst vor dem wĂŒtenden Mob unten auf dem Hof.
Deshalb schleiche ich mich hinaus und besorge mir vorsichtshalber eine Waffe beim FischhĂ€ndler um die Ecke und sofort schnalle ich mir einen Schwertfisch an den GĂŒrtel.

Zudem vergrabe ich unbemerkt Kugelschreiberminen im Vorgarten und lege Eisbomben im KĂŒhlfach bereit.

Da momentan nichts weiter passiert, nutze ich die Gelegenheit und tausche meinen neulich gekauften Fernsehsessel um. Beim Kauf habe ich ein kleines, dennoch wichtiges Detail ĂŒbersehen, was nicht verwunderlich ist, da es zum Zeitpunkt des Kaufes einfach nicht vorhanden war und jetzt auch nicht. Er hat keinen Antennenstecker. Das habe ich leider erst bemerkt, als ich es mir an meinem Bistro-Stehtisch in der KĂŒche bequem gemacht hatte um meine Lieblingssendungen „Blau auf dem Bau“, "Zum Blauen Bock" und "KĂ€ptÂŽn BlaubĂ€r" zu sehen und kein Bild bekam.

Nach dieser Umtauschaktion repariere ich das defekte Signalhorn am LKW und montiere eine Fusshupe. MerkwĂŒrdig, sie stinkt, knurrt, beisst und jault beim BetĂ€tigen. Ist aber angenehm weich und funktioniert! Das ist doch die Hauptsache...

Doch der LĂ€rm ruft erneut meine in Intoleranz gebadeten und militanten Nachbarn auf den Plan. MĂŒssen die nicht arbeiten???
Es ist wie im Krieg, ich werde verbal "attackiert" und mit "GranatÀpfeln" beworfen.
Ich wehre mich durch das Werfen von Wasserbomben und trete den RĂŒckzug an.

Leider komme ich nicht ins Haus, ich habe versehentlich die HaustĂŒr mit Blockschokolade gesichert. Tja, da muss ich mich wohl jetzt irgendwie durchbeissen.

Auf meiner Flucht trifft mich eine Linzer Torte. Der Praktikant von der BĂ€ckerei gegenĂŒber lacht dĂ€mlich in meine Richtung. Ich hasse ihn.
Ich verspĂŒre Schmerzen im Bein, verdammt, sieht nicht gut aus. Mandelsplitter!

Nur durch meinen eisernen Willen und meine ĂŒbermenschlichen KrĂ€fte schaffe ich es zum Fahrradschuppen, binde meinen Drahtesel los, der sich störrisch gibt, da er heute noch keinen Hafer bekommen hat und mache mich auf den Weg ins Lazarett.

Doch wir kommen nur schleppend vorwÀrts, wir stehen einige Zeit vor einer Blumenampel, die nicht umschaltet.

Nach scheinbar endlosem Warten treffen wir endlich bei meinem Leibarzt ein, die Schmerzen im Bein sind jedoch mittlerweile weg.
DafĂŒr habe ich nun Schmerzen im SchĂ€del und lasse kurzerhand denselben untersuchen.

Meine Freundin sagt immer, ich hĂ€tte Stroh im Kopf. Ich befĂŒrchte daher seit lĂ€ngerem SelbstentzĂŒndung durch Geistesblitze.

Doch der Arzt winkt ab. Keine Gefahr, ich sei hohl.
Eine gute Nachricht, ich bin erleichtert. NĂ€mlich um 180 EURO fĂŒr diese Diagnose.

Auf dem Heimweg besorge ich mir noch eine Kartusche Hohlraumversiegelung fĂŒr meinen Kopf, denn was auch immer sich darin befindet, es soll dort bleiben und halte an einer Baustelle an. Da mein Fernsehsessel ja nun weg ist, schaue ich gemeinsam mit dem Installateur Kanal-TV.
Sch**..-Programm!!!

Wieder zu Hause steht nun mein Nachbar aus Erfurt vor der HaustĂŒr und schaut argwöhnisch auf meinen verbundenen Kopf wĂ€hrend er die Schokoladenreste beiseite fegt.
Ich gehe auf ihn zu und lade ihn zum Grillen ein. Wir setzen uns auf die kleine Bank im Garten, die Kohle glĂŒht und gastfreundschaftlich wie ich bin, reiche ich ihm ein Bier, das ich zuvor aus seinem Keller geholt habe.

Doch dann passiert es schon wieder. Es kommt zum Streit als ich sage, es gibt ThĂŒringer.

Er weigert sich tatsÀchlich, sich auf den Grillrost zu legen.
Doch es ist ein so herrlicher Tag und ich bin ein umgÀnglicher Mensch.
Dank meiner enormen rhetorischen Kenntnisse und ÜberzeugungskĂŒnste einigen wir uns schließlich auf Schaschlik.

10 Minuten spĂ€ter lauern wir, bewaffnet mit reichlich Dosenbier, einem Spieß am Kasernentor auf...

Ach wie schön der FrĂŒhling ist...
__________________
Im Abendrot leuchtet alles im verfĂŒhrerischen Licht der Nostalgie, sogar die Guillotine. (Milan Kundera)

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Leseratte
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Politgurke!
Ich finde deine Geschichte wirklich gut. Mir haben besonders die Stellen der Lagerung von GranatÀpfeln und Àhnlichem gefallen!
Ich freue mich schon auf etwas Neues!

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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he,

mit bockwĂŒrsten kann man nicht wienern! dazu musste schon wiener nehmen. schade, dass der anfang vergeigt ist, denn spĂ€ter knallen ja noch n paar pointen.
lg
__________________
Old Icke

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Lachmalwieder
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2006

Werke: 43
Kommentare: 186
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Hihi

Also ich finde die Geschichte ziemlich amĂŒsant, da ich selber sehr viel mit solchen doppeldeutigen Worten herumspiele, nur mache ich Gedichte draus. Die Sache mit den BockwĂŒrsten und Wienern, ach ja, Feinheiten. Warum hast du nicht versucht, einenWiener zu engagieren, dann wĂ€re es vielleicht ohne BĂŒcken gegangen ) zumindest fĂŒr dich...

Viele GrĂŒĂŸe
Steffen
__________________
Besucht mich mal unter: www.lach-und-sachgeschichten.com

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