Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92266
Momentan online:
61 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Hunger
Eingestellt am 28. 08. 2002 23:39


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Kalle
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2002

Werke: 19
Kommentare: 20
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Der Tag war scheisse. Horst mu├čte um Punkt sieben im B├╝ro sein, weil irgend so ein Volldepp der Meinung war wichtige Dinge mit Ihm besprechen zu m├╝ssen. Gut, der Heinz war der Chef von seinem Chef, also dachte er sich, geh ich mal hin. Das Aufstehen war hart, Horst hatte einen m├Ąchtigen Kater von den drei Long Island Ice Tea's extra long und den paar halben vom Abend. Er befreite sich aus den F├Ąngen der Zwillinge von nebenan, die h├Ârten als er heimkam und seinen Zustand ausnutzten um von ihm gefickt zu werden.

"Oh, scheisse, die Zwillinge" dachte sich Horst. Er ging direkt ins Bad und sorgte erstmal f├╝r einen leeren Magen. Horst vertr├Ągt nicht mehr soviel wie fr├╝her. Dann nahm er eine ordentliche Dusche und wusch sein bestes St├╝ck, da├č wegen der Zwillinge in einem erb├Ąrmlichen Zustand war.

Horst hatte nie Probleme sich startklar zu machen. Warum auch? Es ist, wie es ist! Au├čerdem hatte er weder im Job noch sonst so weit und breit keine ernst zunehmende Konkurrenz.

Das Leben ist gut zu Ihm. Er wei├č Bescheid. Das ist Horst. Unser Horst. Unser Held des Alltags.

Also, den Anzug angelegt, Gel in die Haare, Sonnenbrille auf , ins Cabrio geschwungen und ab in den Job. Denken f├Ąllt Horst um diese Zeit schwer. Die Kapazit├Ąt betr├Ągt um diese Zeit ca. 30% den machbaren. Das macht aber nix. Das entspricht immer noch ca. 150% des Durchschnitts seiner Kollegen.

Der Termin war wie erwartet. Unwichtig. Dummes Gelaber, wie meistens. Der weitere Verlauf gestaltete sich recht langwierig. Dumm dumm Besprechungen und ein paar Magenbeschwerden, keine Chance Mittags feste Nahrung aufzunehmen. Daf├╝r um so mehr Kaffee. Kaffee kochen kann Horst gut, nur seine Sekret├Ąrin s├Ąuft ihm meistens den Kaffee aus, wenn er nicht im B├╝ro ist.

Nachdem Horst alles locker aus der H├╝fte erledigt hatte fuhr er Heim. Der Magen brummte mittlerweile st├Ąrker als ├╝blich. "Arschl├Âcher" dachte sich Horst als er um viertel nach acht einkaufen wollte. Wie immer zu sp├Ąt. Die faule Bagage schlie├čt immer um acht. Selbst wenn man fr├╝her kommt gibt's nix mehr:" Wir haben schon sauber gemacht".

"Werner hat bestimmt ne Idee" denkt sich Horst. Zu Hause angekommen, ruft Horst Werner an.

"Werner, ich hab Hunger"

"Klar, ich auch. Was machen die Zwillinge?"

"Keine Ahnung, sind weg. Wo kamen die in mein Bett?"

"Was wei├č ich. Ich komme vorbei"

Werner steht mit ein paar Flipst├╝ten und jeder Menge Hansa vor Horst's T├╝r.

"Arschloch, was sollen die schwulen Flips? Ich hab Hunger"

"Hey, langsam reiten. Wir machen lecker Flipssuppe"

"Ich trink erst mal lecker Hansa, dann sehen wir weiter"

Werner verschwindet in der K├╝che, mit vier Dosen Zwischenproviant, und er kommt mit einer Rinderbouillon-, Flips-, Mortadella-, K├Ąse- und Flipssuppenallerleimischung wieder heraus. So ist er, der Werner, ein K├╝nstler der K├╝che. Zum Gl├╝ck f├╝r Horst.

Die Zwillinge hatten genug und meldeten sich nicht mehr. Es wurde ein ruhiger Abend, der Erholung vom letzten brachte.
Es wurde ein ruhiger Abend ohne
Weiber, Sex und Drogen. Kann schon sehr erholsam sein, nix paaiert mehr.
Daf├╝r morgen umso mehr. Klar. Ficken lecken Quark, alles f├╝r ne Mark. Haha,
__________________
Kalle, der, den sie "die Flamme" nennen

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Gerhard Kemme
Guest
Registriert: Not Yet

Hunger

So, bin mit dem Recherchieren fertig, Profil, Homepage, Antwortverhalten auf vorherige Stories, Bildanalyse, es wird schwierig. Die Pers├Ânlichkeit des Autors ├╝berstrahlt die Story. Hier wird der Lebensalltag eines Mannes geschildert, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Latent scheint immer durch, eigentlich w├╝rde er ganz was andres wollen. Die Bukowsky-Sprache ist so, wie sie sein soll, das wird heutzutage verlangt, Ellenbogen, Alkohol, Sex, Grobheit, F├Ąkalverbalisierung: Wer's nicht macht, hockt in irgendeinem Kohlenkeller und hofft, dass ihn die Rattenhunde nicht schnuppernd verraten. Wie alle anderen, sucht auch der Protagonist in der Geschichte seine ├ťberlebensnische und hat eventuell ein weiches sensibles Herz, wenn ich etwas Klischee bem├╝hen darf: Ausdruck einer Erpressungsgesellschaft, die Gutheit als klare Dummheit beweisen will. In der Geschichte sind trotz schwieriger Rahmenbedingungen noch mitmenschliche Beziehungen vorhanden, die ein ganz klein wenig die innere Frontstellung abbauen helfen. Begegne ich Charakteren wie der Figur im Text, dann lache ich meistens immer etwas verkrampft Z├Ąhne zeigend "Kann mir heute keine mieten, hab' wieder meine ganze Knete verfressen." Also, war nur so'n interpretatorisches Auskotzman├Âver.
Tsch├╝ss Gerd

Bearbeiten/Löschen    


jimKaktus
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 13
Kommentare: 47
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jimKaktus eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

tach kalle,

na bukowsky eben. pures testosteron. aber dass nix passiert, hat mich entt├Ąuscht. - kennste ├╝brigens die "kaschemme"? gute site zum hinschicken und lesen von harte-eier-literatur. hab da (ganz zuf├Ąllig) auch was, das in diesen kontext passt: Hier klicken

j

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!