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Leselupe.de > Horror und Psycho
I'll die young, but it's like kissing God
Eingestellt am 07. 02. 2006 16:44


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Kjascar
???
Registriert: Jan 2006

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In der Mitte des Zimmers ein Tisch. Schwarze St├╝hle. Die Uhr zeigt 11. An der Wand neben der Vase ein Plakat. In einer Bodenvase hinter der ge├Âffneten T├╝r ein Baseballschl├Ąger. Unz├Ąhlige Zeitungen auf dem dunklen Parkett. Ein Fernglas liegt auf der Fensterbank, daneben ein unge├Âffneter Brief. Und mittendrin liegst du. Wie ein gefallener Engel zwischen all den Scherben, ich hab Angst dich zu ber├╝hren, so zerbrechlich siehst du aus. Die Begierde frisst mich fast auf. Wie oft hab ich dich ber├╝hrt...gek├╝sst... geliebt...gefickt.
Die ganze Nacht lagst du in meinen Armen, so friedlich, so wundersch├Ân dass es weh tut.
Freude, Schmerz, Liebe und Hass, alles liegt so nah beieinander dass es fast eins wird.
Je mehr man einen Menschen braucht, desto w├╝nschenswerter w├Ąre es einem, dass er einfach verschwindet. Genauso sehr will man ihn mit Haut und Haar besitzen, man will ihn nicht weiterziehen lassen, selbst wenn man das mit Gewalt erzwingen muss. Man verabscheut diesen einen auserw├Ąhlten Menschen, genauso wie man sich nach ihm verzehrt. Menschen sind schmutzig ...sie sind eine Fehlkonstruktion Gottes oder von wem auch immer... Wolltest du es so, Javier? Hast du es dir so vorgestellt? Das es so zu Ende geht? Ich habe dir alles gegeben was ich hatte.
Aber es war nie genug, nicht wahr? Nie genug, was der alte Sack dir gegeben hat. Ich w├Ąre f├╝r dich untergegangen. Doch du warst immer was Bessres. Dein Lachen brennt in meiner Seele... so h├Ąsslich und doch.... Es h├Ątte alles anders sein k├Ânnen, wir h├Ątten ein richtig sch├Ânes Leben haben k├Ânnen, Javier, ja das h├Ątten wir. Wir h├Ątten alles haben k├Ânnen.... Ich h├Âr sie schon kommen, Javier. H├Ârst du sie auch? Sie kommen um mich zu holen. Weg von dir... das Sch├Ânste und das H├Ąsslichste in meinem Leben. Aber das werden sie nicht schaffen, ich bleibe bei dir...

...Polizeibericht. Stuttgart. Doppelmord. Nach einem anonym eingegangen Anruf, ├Âffnete die Polizei Samstagmittag eine Wohnung in der Schillingstrasse und fand die Leichen zweier M├Ąnner: Die des 19j├Ąhrigen Javier S. und die seines mutma├člichen M├Ârders Egon B. Tathergang ist noch unbekannt. F├╝r sachdienliche Hinweise melden sie sich bitte unter der folgenden Nummer...


Hoffend, dass kein Kontrolleur in der Bahn ist, hopse ich ins menschenleere Abteil und lasse mich auf einen Sitz fallen. Ich blicke aus dem Graffiti verpinselten Fenster, Regen nichts als Regen.
Ach Fuck, sieht heut wohl nicht allzu rosig aus f├╝r mich.....
Die n├Ąchste muss ich raus. Ich rappele mich auf, schnell Kapuze dr├╝ber und - zack r├╝ber zum Bahnhof.
Fast angekommen werde ich von jemandem oder etwas seitlich angesprungen und fast umgeworfen.
„Javier!“
Zwei wunderbare ├äuglein blicken mich an, „Hey Emi“. Ihr schwarzes Haar ist klatschnass, genau wie ihr entz├╝ckender K├Ârper. „ Javier du siehst verdammt beschissen aus.“
„Danke genau das wollte ich h├Âren“ erwidere ich und dr├╝cke ihr einen dicken Kuss auf den Mund.
„Ich muss weiter ... wir sehen uns, okay?“ Und weg ist sie wieder, die Frau meiner feuchten Tr├Ąume.
Egal ich muss eh weiter. Ich merk’s schon wie ich meine Zitterer kriege. Muss sehen, dass ich wieder an dass Zeug rankomme.... Fide hatte wohl dieselbe Idee.
„Hey J. was geht? Auch mal wieder dabei deinen Hintern hin zu halten?“ „Hey du wei├čt, ich bin jung und brauch das Geld. Wie isses? L├Ąuft's einigerma├čen?“ „Ich kann mich nicht beklagen.“
Kein Wunder diese perversen S├Ącke stehen ja auch immer mehr auf kleine Kinder, mit 18 kannstes fast stecken. Zum Gl├╝ck kommt mir da, wie schon so oft mein Babyface zu Gute.
Genau wie heute, als der schwarze Toyota neben mir h├Ąlt.
„Wie viel?“ t├Ânt es aus der runter gekurbelten Fensterscheibe. „10 mit der Hand, 20 mit dem Mund, 50 f├╝rs ficken.“ „Steig ein.“ Ich geb Fide kurz Bescheid und steig ein, is schon so viel Scheisse passiert,
dass es besser ist wenn sich jemand die Kennzeichennummer merkt.
Der Wagen setzt sich in Bewegung, das Radio dudelt irgendeinen das-Leben-ist-sch├Ân-Schwachsinn
und ich schaue aus dem Fenster wohl wissend, dass er mich angafft und es kaum erwarten kann.
Ich hab's mir abgew├Âhnt sie anzuschauen, mich vor ihnen zu ekeln, macht eh keinen Sinn. Er h├Ąlt an
und dr├╝ckt mir 20 € in die Hand und ├Âffnet sich die Hose.
Wenigsten kennt er die Regeln. Ich beuge mich zum Fahrersitz r├╝ber, zwischen seine Beine und sehe nur kurz seinem zu einem Grinsen verzogenen Mund. Ich hasse Schw├Ąnze, alle au├čer nat├╝rlich meinen Eigenen. Sie sind einfach h├Ąsslich, vor allem wenn sie schlaff sind. Frauen sind ganz anders, jeder Teil ihres K├Ârpers hat einen bestimmten Reiz, man kann alles betrachten, ber├╝hren, kosten und man empfindet Freude keinen Ekel, es sei denn die Tussi gef├Ąllt einem nicht. Frauen sind von Natur aus Verf├╝hrer, M├Ąnner nicht.
M├Ąnner sind praktisch gemacht, wie Tiere.
Er atmet schneller und legt seine schwitzige Hand auf meinen Hinterkopf und dr├╝ckt ihn runter bis es mir fast hochkommt. Ich unterdr├╝cke den W├╝rgereiz und bewege meinen Kopf schneller.
Ich sp├╝re wie sich seine Muskeln in meinem Rachen zusammenziehen und versuche meinen Kopf
wegzuziehen. Doch er dr├╝ckt ihn mit aller Gewalt runter, bis ich die ganze Scheisse im Mund hab.
Am liebsten w├╝rd ich’s ihm ins widerlich zufrieden aussehende Gesicht spucken.
Ich st├╝rze aus dem Wagen raus und spucke den Inhalt meines Mundes auf den vom Regen nass gl├Ąnzenden Asphalt. Der Wagen hinter mir f├Ąhrt mit quietschenden Reifen weg. „ Scheisskerl!“ br├╝lle ich ihm hinterher, aber mit der Sicherheit dass er mich eh nicht mehr h├Âren wird. Wenigstens hab ich das verfickte Geld in meiner Hosentasche. Ich zittere und versuche mein schnell schlagendes Herz mit dem Gedanken an mein Treffen mit Emi heut Abend zu beruhigen.....Emi....


Diese Wohnung spiegelt mich wieder, h├Ąsslich und leblos. Wieso bin ich hier ├╝berhaupt? Eigentlich sollte ich zuhause bei meiner Frau und meinen Kindern sitzen, ihnen ein guter Vater sein, im Gegensatz dazu sitze ich in einer frisch erworbenen Wohnung, von deren Existenz sie nicht einmal etwas ahnen.
Die kahlen W├Ąnde erdr├╝cken mich, klagen mich an, ich habe das Gef├╝hl kaum atmen zu k├Ânnen.
├ťberst├╝rzt gehe ich aus der Wohnung in den Wagen und fahre los, ohne Ziel. Ich f├╝hle mich fremd.
Ich wei├č gar nicht, was ich hier will. Mein Herz schl├Ągt wie wild und ich merke wie mir der Schwei├č runter l├Ąuft. Bin ich einer dieser perversen alten S├Ącke die man immer mit verpixelten Gesicht in Stra├čenkinder Reportagen auf Rtl 2 sieht? Die den Kindern die Drogen finanzieren, indem sie ihre Sucht ausn├╝tzen?
Ich stelle das Radio an, um meine Gedanken zu ├╝bert├Ânen. Wie oft bin ich schon mit dem Gedanken vorbeigefahren einfach hinzugehen und es zu tun?
Ich wei├č es nicht. Ich bremse und schalte zur├╝ck in den ersten Gang.
Da stehen sie, starren alle mein Auto an in der Hoffnung bei mir Einsteigen zu k├Ânnen.
Ihre Gesichter pressen sich fast an die Scheibe, wie sie sich anbieten, wie rohes Fleisch.
Ekel steigt in mir hoch. Ich unterdr├╝cke den Impuls einfach wieder wegzufahren, wie schon so oft, nach Hause zu meinen Kindern zu meiner Frau, mit einem L├Ącheln auf den Lippen ihr einen Kuss zu geben und so zu tun als w├Ąre nichts gewesen.
Ich bin ein mieses Schwein, denke ich w├Ąhrend ich das Autofenster runterlasse vor einem schlaksigen Jungen mit rasierten Haar. Er lehnt sich an meine Autot├╝r und blickt mich mit kalten Augen an.
„Sie w├╝nschen?“ fragt er und zieht eine Augenbraue hoch, ein wenig irritiert von der Situation.
Er r├Ąuspert sich „10 mit der Hand, 20 mit dem Mund, 50 f├╝rs ficken“
Verdattert sehe ich ihn an und merke wie mir die R├Âte in die Wangen steigt. „N-n-n-ei... ├Ąh...I-ich hab ne Wohnung h-hier um die E-e-ecke...“ Ich k├Ânnte im Boden versinken, er wiederrum ist sichtlich am├╝siert.
Er winkt kurz irgendwem zu und springt in mein Auto.
„Is wohl dein erstes Mal was?“ sagt er und gibt ein heiseres, zu alt f├╝r ihn wirkendes Lachen von sich.
Ich starte den Wagen und fahre los. Die Stille beklemmt mich.
„Wie hei├čt du?“ frage ich zitterig um ein Gespr├Ąch anzufangen. Ich merke wie er mich anstarrt
„ J.“ gibt er ausdruckslos zur├╝ck
Den Rest der Fahrt er schweigt er und sieht aus dem Seitenfenster raus.
Ich komme mir vor wie ein pubertierender Jungendlicher
„Ich bin Egon.“ sage ich und komme mir noch d├╝mmer vor als zuvor.
Bis zu meiner Wohnung konzentriere ich mich nur noch auf die Strasse, obwohl ich sie schon mindestens 1000-mal entlang gefahren bin. Unsicher schlie├če ich mein Auto ab und die T├╝r zum Treppenhaus auf, und f├╝hle w├Ąhrend ich die Treppe zum zweiten Stock hochsteige, wie sich seine Augen in meinen Hinterkopf bohren. Ich lasse ihn zuerst in mein neu erstandenes Reich und schlie├če langsam die T├╝r.
Mein Herz schl├Ągt wie wild und ich zittere w├Ąhrend er sich bei ihm keine einzige Emotion im Gesicht zu erkennen gibt. Er l├Ąuft wie selbstverst├Ąndlich in die Wohnung, zieht sich sogar die Schuhe aus.
Ich renne ins Bad und spritze mir eiskaltes Wasser in mein Gesicht und schaue in den Spiegel.
Ein mir unbekannter Mann blickt mich aus ihm an.
Seine wei├č-graue Haut gl├Ąnzt schwei├čig, vor allem dort wo eigentlich noch Haare sein sollten.
Sein Mund zeigt wie ein U nach unten und gibt ein wenig seine wei├č-gelben Z├Ąhne frei,
sein leichtes Doppelkinn ist perfekt rasiert.
Seine glanzlosen Augen sind umgeben von F├Ąltchen und liegen tief in fahler Haut eingebettet.
Er widert mich an, am liebsten w├╝rde ich den Spiegel einschlagen, um ihn nie wieder sehen zu m├╝ssen.
Ich ziehe meine Jacke aus und laufe ins Schlafzimmer.
Und da steht er vor mir nackt, wie Gott ihn geschaffen hat.
Seine sehnigen Muskeln ├╝berziehen seinen R├╝cken, der von der Sonne leicht gebr├Ąunt ist.
Sein breites Kreuz geht ├╝ber zu einer schmalen H├╝fte.
Sein Hintern ist wei├č, wie der eines Kindes. Er hat mich bemerkt und dreht sich um.
Seine flache, ein wenig eingefallene Brust hebt und senkt sich schnell.
Seine Rippen stehen ein wenig raus, sein flacher Bauch bewegt sich im selben Takt wie die Brust.
Eine schmale dunkelblonde Haarspur f├╝hrt zu seinen Lenden hinunter.
Ich blicke meines Atems beraubt in sein Gesicht, seine vollen Lippen sind leicht ge├Âffnet doch sein Blick...Ich kann ihm nicht standhalten.
So traurig, so w├╝tend, so leblos, so tot.
Ich wende mich ab, mein Puls rast und ich japse nach Luft. Ich merke wie mir die Tr├Ąnen kommen.
„Zieh dich an.“ quetsche ich heraus und st├╝rze so schnell wie m├Âglich aus dem Zimmer,
als ich merke dass mich eine Erektion ├╝berkommt.


Ich hebe meinen Kopf in Richtung Duschkopf, das Wasser f├Ąllt auf mich herab und ich stelle mir vor wie es mich rein waschen w├╝rde von all dem Dreck und der Scheisse, die mich umgibt.
Wie es an mir runter l├Ąuft und einfach im Ausguss verschwindet. Der langsam k├Ąlter werdende Wasserstrahl holt mich zur├╝ck ins Diesseits. Ich stelle die Dusche ab und dr├╝cke mein Gesicht ins Handtuch.
Wie oft war ich schon in der scheiss beschissenen Wohnung? Ich wische den beschlagenen Spiegel mit der Hand frei und mein kaputtes Gesicht blickt mich an. Ich seh fast aus wie’n Totenkopf. Ich versteh ihn nicht. Wieso holt er mich her wenn er doch nichts will au├čer Reden? K├Ânnte er auch viel billiger haben als von nem kaputten Stricher wie mir. Au├čerdem k├Ânnte ich mit dem Wohnungsschl├╝ssel anstellen, was ich will. K├Ânnte ihn bestehlen ohne Ende. Auch die neuen Klamotten...Als w├╝rde er’s Geld nur so scheissen.
Mir kann's ja egal sein. Ich dr├Ąnge diese Gedanken aus meinem Kopf, bringt ja eh nichts.
Ich wickel mir ein Handtuch um die H├╝fte und hole meine Klamotten aus dem Trockner,
schl├╝pfe schnell in meine Boxershorts, meine Jeans, mein T-Shirt und meinen grauen Pulli.
Ich laufe raus und z├╝nde mir eine Zigarette an. Das dunkle Parkett ist kalt, h├Ątte mir wohl doch Socken
anziehen sollen. Ich setzte mich auf einen schwarzen Stuhl an den Tisch in der Mitte des Zimmers.
Egon sitzt auf dem Sofa am Laptop.
Ich dr├╝cke die Zigarette im eigens f├╝r mich gekauften Aschenbecher aus.
„Wo ist meine Tasche?“ „Am Eingang irgendwo.“ Er wei├č was ich vorhab.
Ich setzte mich wieder an den Tisch. Ich ziehe mein Spritzbesteck aus meiner zerfledderten Tasche.
„Wieso tust du das?“ Er blickt mich ├╝ber seine Lesebrille hinaus an, w├Ąhrend ich alles f├╝r meinen hei├č
ersehnten Schuss vorbereite. Ich gebe ein kr├Ąchzendes Lachen von mir.
Die Frage is so abgedroschen, wie aus nem schlechten Soap. Ich antworte trotzdem drauf, da ich heut gut drauf bin.
„Das erinnert mich an den Film mit Dustin Hoffman „Lenny“.
Der hat es ziemlich geil formuliert. "I'll die young, but it's like kissing God" sagte der.
Das ist Heroin. Du f├╝hlst dich total ruhig und selbstsicher. Aber nicht selbstsicher auf die aggressive, absolut extrovertierte Kokain-Art, sondern du bist dabei ganz gelassen, easy-going.
Du wei├čt einfach: dir kann keiner was. Was auch immer auf dich zukommt, du kannst damit umgehen. Selbst wenn du stundenlang auf den Beinen bist, sp├╝rst du Deine F├╝├če kaum, weil du glaubst zu schweben.“ Ich atme tief ein und schlie├če die Augen.
„Aufzuh├Âren bedeutet f├╝r dich Schmerz, seelischen wie k├Ârperlichen. Meistens glaubst du irgendwie davon loszukommen, aber du schiebst es immer weiter auf. Dr├Ąngst es erst irgendwann in deine ferne Zukunft.“
Ein bitteres Lachen k├Ąmpft sich aus meiner Kehle.
„Eine beschissene Zukunft, die es wahrscheinlich eh nie geben wird, weil du davor dran verreckst. “
Er schaut mich an und sagt nichts. Das ist es auch wohl, was mich dazu bewegt weiter zu reden.
„Ich wei├č gar nicht mehr warum ich genau angefangen habe. Hat sich irgendwie so entwickelt.
Ich war noch nie abgeneigt von Drogen, selbst als ich noch zuhause war.
Gekifft hab ich regelm├Ą├čig. Ich war auch schon auf Speed. Auf allem m├Âglichen.
Ich hab die Scheisse gebraucht. Es war Spa├č, es war Geborgenheit, es war irgendwie auch wenn's krank klingt‘n Ersatz f├╝r fehlende Liebe. Ich war schon immer n verfickt schwacher Mensch.
Ich brauchte etwas zum Festhalten. Ich musste fliehen vor dem ganzen Dreck der mich umgab.
Ich glaub es war meine einzige Chance, ich w├Ąr sonst kaputtgegangen zu Hause, deshalb hab ich mich auch verpisst. “ Er macht sein Laptop zu und schaut mich an. Ich es sehe aus dem Augenwinkel.
Scheiss drauf, ich binde mir den Oberarm ab, suche die Vene und steche zu.



J. ist wie ein Stra├čenk├Âter, manchmal l├Ąsst er es zu dass du ihn streichelst, ein anderes Mal bei├čt er dir in die Hand.... Er kommt und geht wann er will.
„Egon? Willst du noch wohin?“ rei├čt mich ihre Stimme aus den Gedanken.
Sie sagt es in einem vorwurfsvollen Ton, der mir meine Abwesenheit der letzten Wochen vorwirft.
Ich kann es verstehen, ich bin kein guter Ehemann.
„Ich hab noch ein Meeting wegen dem neuen Betriebssystem im Gesch├Ąft.“
Ich bin kein guter L├╝gner. Ich wei├č es selbst. „ Schade, die Kinder h├Ątten auch mal gern wieder was von dir.“ knallt sie mir vor den Kopf. Mir bleibt das Essen fast im Hals stecken.
„Bitte, Maria nicht vor den Kindern.“ murmele ich.
„ Wann denn sonst wenn ich dich nie zu Gesicht bekomme! Morgens rennst du so fr├╝h wie m├Âglich aus dem Haus und nachts schleichst du dich wenn ├╝berhaupt ins Bett, wenn keiner mehr wach ist!!!“
Sie blickt mich erbost an, die letzten Worte hat sie geschrieen. Mit einer w├╝tenden Geste streicht sie sich eine Haarstr├Ąhne aus dem Gesicht und zerrt sie sich hinter ihren Ohren fest. Ich wei├č nicht was ich sagen soll, ich kann ihr nichts entgegenbringen, der Klo├č in meinem Hals ist zu gro├č.
Ich schlucke, doch er f├╝hlt sich an wie ein riesiger Stein.
Sie atmet tief durch und steht auf, ihr Gesicht beginnt fleckig rot zu werden,
wie so oft wenn sie sich aufregt.
Sie schmei├čt ihr Besteck auf den Tisch w├Ąhrend ihr die Tr├Ąnen runter laufen.
Sie schluchzt. „Du hast eine andere oder? Das ist es doch!
Du hast keine Meetings sondern einfach eine andere Frau!“ schreit sie hysterisch.
Pl├Âtzlich ist alles still um mich herum, bis auf das Rauschen in meinem Kopf,
ich sehe zwar wie sich ihr Mund bewegt, doch die Worte dringen nicht zu mir vor.
Ich schaue zu den Kindern, alles spielt sich in Zeitlupe vor mir ab. Maik schaut ver├Ąngstigt auf zu mir und r├╝hrt sich nicht, seine kleine Schwester hat das Weinen angefangen.
Ihre B├Ąckchen sind ganz rot und der Rotz l├Ąuft ihr aus der Nase. Ihre verletzten Kinderseelen blicken mich direkt an. Ich m├Âchte sie tr├Âsten, auf den Arm nehmen und auf die Stirn k├╝ssen, wie ich es so oft getan habe. Doch ich kann nicht.
Stattdessen lasse ich mein Besteck fallen und stehe auf. Ich drehe den Kopf zu meiner Frau, die wild gestikulierend vor mir steht, dr├Ąnge mich an ihr vorbei und laufe zu T├╝r.
Noch nie ist mir der Weg so weit vorgekommen, noch nie so schmerzhaft. Ich packe meine Jacke und gehe aus dem Haus. Es sind noch zwei Schritte bis zum Auto als sie die T├╝r ├Âffnet.
Ihre Stimme ist kalt wie Stein.
„Dir ist klar, dass du nicht wiederkommen brauchst, wenn du jetzt in dieses Auto steigst.“
Ich ├Âffne die Wagent├╝r ohne mich umzudrehen und steige ein. Ein Gef├╝hl vollkommener Leere ├╝berkommt mich als ich den Motor starte und aus unserer Ausfahrt heraus fahre. Alle meine Gedanken sind bei ihm und ich hasse mich daf├╝r. Ich fahre ohne es zu merken, als w├Ąre jemand anderes am Steuer.
Ich stelle den Wagen vor dem Mehrfamilienhaus ab. Wie mechanisch steige ich zu der Wohnung hinauf. Meine Schritte hallen in dem kalten Treppenhaus wieder.
Unendlich laut.
Leise schlie├če ich die T├╝r auf und hoffe, dass er da ist. W├Ąhrend ich meine Jacke auf den Boden schmei├če, laufe ich ins Schlafzimmer. Da liegt er, leise und gleichm├Ą├čig atmend, er hat sich halb abgedeckt, seine Brust und seine Lenden sind entbl├Â├čt.
Ich sp├╝re eine Erregung in mir aufsteigen, wie ich schon lange nicht mehr gesp├╝rt habe. Ich setze mich ans Bett unf├Ąhig den Blick von ihm abzuwenden. Mein Mund ist trocken als ich mich ans Bett setze.
Mit zittriger Hand ber├╝hre ich sein Gesicht, seine Augenlider, seine Wangen und seinen Mund.
Lasse meine Hand weiter streichen zu seinem Hals, unter sein T-Shirt, hinauf zu seinem Brustbein, hinab zu seinen Lenden. Ich beuge mich vorn├╝ber bis seinen Atem im Gesicht sp├╝re. Er ist so sch├Ân, dass ich es kaum aushalte. Ich dr├╝cke meine Lippen auf die seinen und lasse meine Zunge wandern.
Meine Begierde ist zu gro├č, als ich mich jetzt z├╝geln k├Ânnte. Ich entkleide mich und gerade als ich mich ihm wieder zuwende, sitzt er im Bett und blickt mich verschlafen an.
Er sagt nichts, sondern sieht mich nur an.
Es ist zu dunkel um diesen Blick zu deuten. Ich setze mich wieder hin und ziehe ihm sein T-Shirt ├╝ber den Kopf. Er l├Ąsst mich gew├Ąhren, selbst als ich ├╝ber ihn herfalle, wie ein ausgehungertes Tier ├╝ber seine gerade gerissene Beute.


Ich z├╝nde mir eine Zigarette an und ziehe den Rauch tief in meine Lunge. Und schon sp├╝re ich das Nikotin, das meine Nerven beruhigt. Ich schaue die Bahnhofsstrasse auf und ab, in der Hoffnung ihr Gesicht endlich zu sehen. Bis mir pl├Âtzlich einer mit voller Wucht auf den R├╝cken schl├Ągt.
„ J.! Lang nich mehr gesehen!“ Ich drehe mich um und blicke in das sommersprossige Gesicht von Fide, der bis ├╝ber beide Backen grinst.
„Hey, Fide!“ Er stinkt nach Schwei├č und Alk, au├čerdem sieht er ziemlich am Arsch aus.
Er l├Ąuft einmal um mich rum und pfeift so, als w├╝rde er einem M├Ądchen hinterher pfeifen.
„H├Ątt dich fast nich erkannt. Die Klamotten... haben doch ne Menge gekostet...“ Er streckt mir seine Nase ins Gesicht und schn├╝ffelt. „...Und so frisch riechst du auch noch...“ sein Gesicht verzieht sich noch weiter, bis es mir entgegen grient wie eine Fratze.
„Kann es sein, dass du deinen pers├Ânlichen Zuh├Ąlter gefunden hast?“
Ich lasse meine Zigarette fallen und packe ihn am Kragen. „Was willst du mir damit sagen?“
Der verfluchte Wichser grinst immer noch. Seine Pupillen sind mega klein, keine Ahnung auf was f├╝r ‘n Zeug der ist. „ Javier?“ ert├Ânt pl├Âtzlich Emi mit d├╝nner stimme.
Ich lasse Fide los und packe sie wutschnaubend am Arm.
„Komm wir verpissen uns.“
Sie blickt mich erstaunt an, wehrt sich aber nicht. Fides Lachen t├Ânt uns hinterher.
„Verdammt J., du wirst immer n kleiner Stricher sein, dem sie alle ihren Schwanz in den Arsch stecken!“ gr├Âhlt er uns hinterher. Ich drehe mich nicht mehr um und ich versuche ihn zu ignorieren.
Merke wie mir die Tr├Ąnen kommen.
Der Scheisskerl hat Recht.
„Javier du tust mir weh!“ ├ťberrascht lasse ich ihren Arm los. „Was is’n los?“
Sie blickt mich verst├Ąndnislos an. „Ich dachte Fide und du ihr k├Ânnt euch halbwegs leiden...“
Ich ziehe sie fest in meine Arme und vergrabe mein verweintes Gesicht in ihrer Schulter.
├ťberrumpelt legt sie die Arme um mich, w├Ąhrend ich mir w├╝nsche, dass dieser Moment voll Geborgenheit nie mehr endet. Sie stemmt mich zur├╝ck, bis sie mein Gesicht vor Augen hat.
Sie sagt nichts, aber ihr Blick sagt mehr als 1000 Worte. Sie k├╝sst mich, voller Gef├╝hl und ich w├╝rde sie jetzt am liebsten in mich einverleiben und nie wieder gehen lassen.
„Wieder besser?“ „Ja.“ schniefe ich und werde rot weil mir dieser beschissene Gef├╝hlaussetzer irgendwie peinlich ist. Sie nimmt meine Hand „Scheiss auf Fide, der is grad ├╝bel am Sack, schmei├čt sich nur noch Zeug ein…“
Ich nicke und lasse unsere Arme und H├Ąnde pendeln. „Und was machen wir heute?“
Meint sie nach einer Weile.
„Ich hab mir was ganz besonderes f├╝r heute ausgedacht….“ Sage ich geheimnisvoll und kann es kaum erwarten ihr Gesicht zu sehen wenn sie es wei├č. „Was besonderes…? “ sie zieht eine Augenbraue hoch und blickt mich an. „ Jepp. Wart’s ab.“ sage ich und gebe mich dem Impuls hin sie zu k├╝ssen.
Als wir dann kurz vor Egons Wohnung sind, beschlie├če ich mein Geheimnis zu l├╝ften.
„Der alte Sack is’n Wochenende sonst irgendwo…“ „ Echt? Was hei├čt wir k├Ânnen in die Wohnung?“ sagt sie strahlend. „Geil, geil, geil endlich mal wieder duschen, in nem Bett schlafen…“ kreischt sie und h├╝pft um mich rum. Ich versuche sie zu packen und bin so gl├╝cklich wie ich es schon lange nicht mehr war.
Als ich schlie├člich die Wohnungst├╝r ├Âffne, st├╝rmt Emi rein und lacht wie ein kleines Kind.
W├Ąhrend ich mir die Schuhe ausziehe, st├╝rmt sie ins Bad und ruft „ Javier, ich geh duschen!“ Ich z├╝nde mir eine Zigarette an und setze mich auf einen der St├╝hle. Ich h├Âre wie sie das Wasser anstellt und anf├Ąngt zu singen. Es brennt mir in den Fingern, diese T├╝r einfach zu ├Âffnen und ├╝ber sie herzufallen.
Ach, Scheiss drauf, ich ziehe meine Klamotten aus und ├Âffne leise das Bad. Sie sieht mich an als h├Ątte sie mich schon erwartet und ich muss erst mal Schlucken als ich sie in voller Pracht vor mir sehe.
Sie zieht den Duschvorhang beiseite, mehr der Einladung bedarf es nicht mehr. Ich steige hinein und ziehe sie fest an mich um sie zu k├╝ssen. Ich seife ihre wundersch├Ânen Br├╝ste ein, die sie immer zu gro├č findet,
ihren Bauch, der ein Speckr├Âllchen unten hat, das sie hasst wie die Pest, ihren Arsch, der angeblich ein
wenig zu platt ist und sehe und f├╝hle nicht den winzigsten Makel oder Fehler sondern sp├╝re nur wie ich langsam nen St├Ąnder kriege. Ich steige aus der aus der Dusche und ziehe sie mit ins Schlafzimmer nachdem wir uns abgetrocknet haben. Sie schmei├čt mich auf’s Bett und beginnt mich mit ihren Fingerspitzen ├╝berall zu ber├╝hren. Ich drehe mich zu ihr und k├╝sse sie und spiele ebenfalls an ihr rum. So langsam kriegt sie rote B├Ąckchen und ich muss grinsen, weil ich das so s├╝├č finde. Sie sieht mich an und spreizt die Beine
„Komm.“ fl├╝stert sie heiser.
Das lass ich mir nicht zweimal sagen.


Die Sonne scheint mir ins Gesicht und ich ├Âffne die Augen, schlage die Bettdecke zur├╝ck.
Die Uhr zeigt viertel nach zehn.
Ich f├╝hle mich wirklich gut zum ersten Mal seit dem Drama mit meinerFrau.
Beseelt von diesem Gef├╝hl stehe ich auf, summe irgendein Lied vor mich hin und mache Fr├╝hst├╝ck.
Alles wird gut.
Ich laufe kurz am Schlafzimmer vorbei und bleibe stehen um ihn zu betrachten.
Wie er da liegt, wie ein Embryo zusammengekr├╝mmt, ich sp├╝re, dass die Erregung, die ich diese Nacht befriedigt glaubte, wieder in mir hochsteigt. Ich wende mich schnell ab und laufe ins Bad und schlie├če die T├╝r. Ich greife nach dem Rasierer als ich in der Ecke hinter der T├╝r ein Kleidungsst├╝ck bemerke.
Ich lege den Rasierer wieder auf den Waschbeckenrand und laufe auf das St├╝ck Stoff zu.
Langsam hebe ich es auf. Es ist ein BH. Ein Zittern durchl├Ąuft meinen K├Ârper, das nicht mehr aufzuh├Âren scheint. Ich st├╝rze aus dem Bad.
J. sitzt am gemachten Fr├╝hst├╝ck und blickt mich fragend an.
„Was’n dir f├╝r ne Laus ├╝ber die Leber gelaufen?“ fragt er kauend.
Ich schmei├če ihm den BH auf den Tisch.
„Was ist das?“ frage ich hysterischer als eigentlich geplant.
„Ein BH.“ „Das sehe ich auch!“ diesmal schreie ich.
„Was geht mit dir? Was schiebst du f├╝r nen Film?“ er sieht irritiert aus, was mich noch viel w├╝tender macht. „Wessen BH ist das?“ quetsche ich heraus.
„Das geht dich einen Scheissdreck an.“ gibt er zur├╝ck ohne die geringste Emotion in der Stimme.
„Was hei├čt es geht mich nur einen „Scheissdreck“ an? Wi-i-rr…i-i-ich ..“jammere ich.
„Wir, du was?“ zischt er.
„Liebst du sie?“ ich versuche ihm mit der Hand ├╝ber die Wange zu streichen.
Er schl├Ągt sie mit voller Kraft weg.
„Was soll die Scheisse? Fass mich nicht an! Nur weil ich’s zulasse das du mich v├Âgelst, hei├čt das nicht das du mich sonst irgendwie antatschen darfst!“ Er steht auf und schmei├čt den Stuhl knallend um.
„ J-j-j. Ich liebe dich d-d-doch…“ sage ich weinerlich und hasse mich f├╝r diese quengelige Stimme.
Er f├Ąngt an zu lachen „ Was? Willst du damit sagen dass du dachtest wir seien zusammen? Fuck! Bei dir sind doch mehr Schrauben locker als ich dachte! Lieben? Wei├čt du ├╝berhaupt was das bedeutet? Du steckst doch nur deinen Schwanz irgendwo rein und denkst dass ist Liebe, schwuler alter Sack.“. zischt er mit schneidender Stimme.
Ich f├╝hle mich wie bet├Ąubt und torkele in die K├╝cheecke.
Wieder h├Âre ich nur das Rauschen in meinem Kopf, er sagt nichts mehr sieht mich nur an.
Ich kann diesem Blick voller Verachtung, voller Hass nicht standhalten. Ich wende mich ab versuche Halt zu finden und kann mich grade noch an der K├╝chenzeile festhalten.
Ohne Nachzudenken greife ich nach dem K├╝chenmesser und drehe mich um.
„Stich mich doch ab, los mach’s doch, komm schon.“
Er rei├čt sich sein T-Shirt vom Leib, bietet mir seine Brust dar.
„Schwuler alter Sack Los mach doch endlich!“ schreit er.
Ich beginne wieder zu Zittern.
„Oder willst du mich wieder ficken? Hmm? Wann hast du es eigentlich das erste Mal bemerkt, dass es dir Spa├č macht? Als du dir das erste Mal deinen Sohn vorgenommen hast?“ schreit er ├╝berdreht und beginnt dr├Âhnend zu Lachen.
Ich halte das nicht mehr aus, das Lachen trifft mich bis ins Mark.
„H├Âr auf!!!“ schreie ich mit zugekniffenen Augen und steche zu.
Das Lachen erstirbt und ich ├Âffne die Augen. J. steht vor mir und grinst h├Âhnisch.
Rasend vor Zorn steche auf ihn ein, wieder und immer wieder.
Als ich zu mir komme, bricht er zu Boden. Ich sehe das Blut auf das dunkle Parkett sickern, versuche es mit Zeitungspapier aufzuhalten, sehe ihn r├Âchelnd atmen.
Will ihn halten, will ihm helfen.
Doch stattdessen sehe ich nur zu wie er stirbt, mit einem L├Ącheln auf den Lippen.



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Now all those simple things are simply too
complicated for my life

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Goover
Hobbydichter
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Eindrucksvoll und sehr ersch├╝tternd. Besonders dein Schreibstil gef├Ąllt mir sehr gut.
Weiter so,
Goover
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Denn der Tod ist erst der Anfang...

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Black
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Sehr gut ! Spannender Titel, verschr├Ąnkte Handlung,man will permanent wissen, wie's es weiter geht oder wie es zu diesem Ende kam. Top !
Gru├č,
B.
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tomorrow never knows

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sweetchilly
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Gef├Ąllt mir auch sehr gut, sehr spannend geschrieben...
Ich liebe es, wenn Geschichten mit dem ende anfangen.
Und hier wei├č man hier ganze zeit- es geht sowieso nicht gut aus, und trotzdem will man wissen, wie es ausgeht.
Ich find auch gut, wie es aus verschiedenen sichtweisen geschrieben ist...

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Kjascar
???
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Freut mich sehr dass es euch gef├Ąllt, obwohl ich dachte das sie eher abschreckt, weil es an sich eine eher sperrige Geschichte ist.

Thanks kjascar
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plosiv
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Sag' mal, wer hat Egon umgebracht?
Er sich selbst? (W├Ąre langweilig, ehrlich gesagt...)
Seine Ehefrau ihn?
Emi?
Oder vielleicht ein neidischer Fide, der mit Emi unter einer Decke steckt, die den vermuteten Missbrauch von Egons Sohn r├Ąchen will, weil sie die verschwundene Schwester von Egons Frau ist? (kleiner Scherz)

Alles andere sagt meine Wertung

Kompliment, bleibe normalerweise nicht bei langen Texten h├Ąngen

p.

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Dominik Klama
???
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K├╝chenmesser sind immer sehr fatal

> ÔÇ×Bin ich einer dieser perversen S├Ącke, die man auf RTL 2 sieht mit verpixelten Gesichtern? Die den Kindern die Drogen finanzieren, indem sie ihre Sucht ausn├╝tzen?ÔÇť

Das ist irgendwie nicht logisch. ÔÇ×Kerle, die Kinder ausn├╝tzen, indem sie von ihrer Sucht profitierenÔÇť, w├╝rde eher hinkommen. Oder: ÔÇ×Typen, die auf Kinder stehen und sie in ihre Gewalt bekommen, weil sie ihnen die Knete f├╝r Drogen geben.ÔÇť

Es gibt ├╝brigens keine Schillingstra├če in Stuttgart. Wohl aber (ÔÇ×Der Schiller und der Hegel, der Schelling und der Hauff, die sind bei uns die Regel, das f├Ąllt uns gar nicht aufÔÇť) eine Schellingstra├če. Welche allerdings eher nicht in der Wohngegend liegt. Es gibt in Stuttgart auch einen Freiluftstrich f├╝r Homosexuelle. Das ist aber keine Stra├če, an welcher entlang aufgereiht irgendwelche Jungs stehen.

> Ich schaue die Bahnhofstra├če auf und ab, in der Hoffnung ihr Gesicht endlich zu sehen.

Die Stra├čen in N├Ąhe des Stuttgarter Bahnhofs sind: K├Ânigstra├če, Arnulf-Klett-Platz, Cannstatter Stra├če, Willy-Brandt-Stra├če, Lautenschlagerstra├če.

> ÔÇ×Er winkt kurz irgendwem zu und springt in mein Auto.ÔÇť

Zwar fuhr ich niemals im Leben einen Pkw und stand auch nie auf dem Strich. Aber vor Jahren stand ich nachts oft an der Stra├čenkante vor einem Park, der als Schwulentreffpunkt galt. (Ganz gratis quasi.) Grunds├Ątzlich verhielten alle M├Ąnner, die in Autos pirschten, sich dort ├╝beraus ├Ąngstlich. So, zum Beispiel, dass sie meist erst zehn Mal um den Block geigten, bevor sie jemals anhielten. Und dass dann die Verriegelung an der Beifahrert├╝r gesperrt war, stand felsenfest. Es war gerade dieses Klacken, auf das man dann mehr oder weniger lange noch warten musste. Erst danach war klar, dass (eventuell) ├╝berhaupt was ginge.

> ÔÇ×10 mit der Hand, 20 mit dem Mund, 50 f├╝rs Ficken.ÔÇť

Zumindest die ersten beiden Zahlen halte ich f├╝r etwas gar zu tief angesetzt, selbst im geizigen Schwabenland. Kenne mich da aber nicht aus, kann ja sein, dass momentan in Stuttgart ein hohes Junkie-Aufkommen herrscht und gnadenloses Preisdumping eingesetzt hat. Hinwiederum las ich neulich hier in der LL eine Geschichte, wo einer Prostituierten, die 300 Euro verlangt hatte, gesagt wurde, so billig m├╝sse sie sich aber nicht hergeben. Die war dann allerdings drogenfrei, eine gut aussehende FRAU und das Ganze spielte in einem Luxushotel.

> ÔÇ×Zieh dich an!ÔÇť, quetsche ich heraus und st├╝rze schnell aus dem Zimmer, als ich merke, dass mich eine Erektion ├╝berkommt.ÔÇť

Eine (zumindest f├╝r den Jungen) ganz wichtige Info unterschl├Ągt der Text an dieser Stelle. Hat der Typ nun gezahlt oder nicht gezahlt? Das letzte Mal, als ich so eine Stelle las, wo ein ├Ąlterer Mann einen ganz jungen Sexualpartner wollte, ihn auf dem Strich auflas und dann schamvoll (aber auch aufgegeilt) wegschickte, ohne eigentlich tats├Ąchlich was zu tun mit ihm, da hat der Typ gezahlt. Der hat sogar das Doppelte gezahlt. [Ah-ha. Ich sehe, das kommt hier dann etwas weiter unten. Hilft nichts, die Info fehlt an der Stelle, wo das Problem sich erstmals stellte.]

> ÔÇ×Ich ziehe meine Jacke aus und laufe ins Schlafzimmer. Da steht er vor mir, nackt, wie Gott ihn geschaffen hat.ÔÇť

Meine eigenen Strichererfahrungen halten sich zwar sehr in Grenzen und sind auch schon viele Jahre verj├Ąhrt, aber das glaube ich nun wirklich nicht: Dass ein Stricher, der in einer fremden Wohnung erst mal eine Weile allein gelassen wird, sich von ganz alleine komplett nackt auszieht. Schon erst recht nicht glaube ich das von einem J., den wir vorhin beim Denken belauschen konnten, dass M├Ąnnerk├Ârper nicht erotisch seien und dass er seine Freier immer als Zumutung erlebe. So einer w├╝rde sich so wenig frei machen, wie nur geht. Bzw. halt erst auf entsprechende Anweisung und unter dem Druck, sonst das Geld nicht in vereinbarter H├Âhe zu erhalten.

> ÔÇ×Ein mir unbekannter Mann: ... wei├č-graue Haut ... Mund zeigt wie ein U nach unten ... wei├č-gelbe Z├Ąhne ... leichtes Doppelkinn ... glanzlose Augen liegen tief in fahler Haut ... F├Ąltchen...ÔÇť

Zuvor war erz├Ąhlt worden, der Mann habe zu Hause Frau und Kinder. Ist das hier dann nicht ein etwas zu alter Mann? Eher einer, dessen Kinder schon aus dem Haus sind, weil sie erwachsen sind?

> ÔÇ×Ich wei├č nicht mehr, warum ich angefangen habe. Hat sich so entwickelt. Ich war nie abgeneigt bei Drogen. Gekifft hab ich regelm├Ą├čig. Ich war auch auf Speed. Auf allem m├Âglichen. Ich hab die Schei├če gebraucht. Es war Spa├č, war Geborgenheit, irgendwie, auch wenn's krank klingt, ÔÇśn Ersatz f├╝r fehlende Liebe. Ich war schon immer n verfickt schwacher Mensch. Ich brauch was zum Festhalten. Ich glaub, es war meine einzige Chance, ich w├Ąr sonst kaputt gegangen zu Hause.ÔÇť

Auch mit Junkies habe ich nicht so sehr viel Erfahrung. Aber scheint mir schon au├čergew├Âhnlich, wenn einer solche Fensterreden h├Ąlt, der sich grad einen Fix machen m├Âchte. Und, wenn der hier nun mal so auskunftsfreudig ist, dann ist das zwar vielleicht nett f├╝r die Autorin, aber ich glaubÔÇÖs eher weniger, dass der dann sagt: ÔÇ×Ich dr├╝ck, weil mirÔÇÖs das Geliebtsein ersetzt.ÔÇť Find ich ganz allgemein nicht so gut, wenn Figuren sich dem Leser selbst erkl├Ąren ÔÇô und zwar genau so, wie der Leser sich solche Figuren zu denken geneigt ist.

> ÔÇ×Da liegt er, leise und gleichm├Ą├čig atmend. Er hat sich halb abgedeckt, seine Brust und seine Lenden sind entbl├Â├čt. Ich sp├╝re Erregung in mir aufsteigen. Mit zittriger Hand ber├╝hre ich sein Gesicht, seine Augenlider, seine Wangen und seinen Mund. Lasse meine Hand weiter streichen zu seinem Hals, unter sein T-Shirt...ÔÇť

Hm. Der Junge schl├Ąft also im T-Shirt. Die Bettdecke ist heruntergerutscht und man kann das Meiste von seinem K├Ârper sehen. Der Mann wird erotisiert und steckt ihm die Hand unters Leibchen, um die nackte Brust zu sp├╝ren. Okay. Da w├╝rde ich oben aber nicht schreiben: ÔÇ×Seine Brust ist entbl├Â├čt.ÔÇť Sofort sieht der Leser eine nackte Brust, wo es in Wahrheit eine T-Shirt-Brust ist.

> ÔÇ×Ich beuge mich vorn├╝ber, bis ich seinen Atem im Gesicht sp├╝re. Er ist so sch├Ân, dass ich es kaum aushalte. Ich dr├╝cke meine Lippen auf die seinen.ÔÇť

Nur mal so zwischendurch. Ich will hier gar nicht behaupten, dass alles ÔÇ×falschÔÇť sei in diesem Text. Das hier trifft die Sache zum Beispiel ziemlich gut. Genau so ist es n├Ąmlich. Solche schlafenden Jungs sind oft genau dies: ÔÇ×so sch├Ân, dass ich es kaum aushalteÔÇť. J. als Figur innerhalb der Geschichte, der hat uns vorher zwar erz├Ąhlt, dass das Meiste an M├Ąnnerk├Ârpern ├╝berhaupt nicht so sch├Ân sei wie bei Frauen. Aber J., der ist eben nicht schwul. Und nicht verliebt. Und nicht verr├╝ckt vor Begierde. Ist man dies aber, so empfindet man es eher wie Egon: Da ist eigentlich keine einzige Stelle an seinem K├Ârper, die nicht mindestens ÔÇ×ziemlich h├╝bschÔÇť w├Ąre. Jedenfalls viel sch├Âner als bei Frauen.

> ÔÇ×Ich sp├╝re wie sich seine Muskeln in meinem Rachen zusammenziehen und versuche, meinen Kopf wegzuziehen.ÔÇť

Hab jetzt zwar schon paar Geschichten gelesen, bei welchen sich im m├Ąnnlichen Zeugungsorgan kurz vorm Kommen paar Muskeln zusammenziehen. Aber stimmt das denn ├╝berhaupt? Sind da ├╝berhaupt Muskeln drin in dem Ding?

Und definitiv: Man sp├╝rt es nicht, wenn man das Teil tief unten in der Kehle stecken hat und sich da drin was zusammenzieht. Man sp├╝rt aber nat├╝rlich schon, wenn das Kommen kommt. So insgesamt halt irgendwie.

> ÔÇ×Ihre verletzten Kinderseelen blicken mich direkt an.ÔÇť
Mag jemand diesen Satz? Ich nicht.




├ťbrigens. Die Geschichte hie├č fr├╝her ÔÇ×CarmenÔÇť und geschrieben hat sie schon 1845 ein Monsieur Prosper M├ęrim├ęe. Die Leute waren da aber auch nicht gescheiter als heutÔÇÖ.



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14.11.2015 Forum Lupanum Threads H├Âhe Zeit Aufkl├Ąrung Verteidiger: Es ist genug.

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