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Leselupe.de > Science Fiction
IRONSIDE I
Eingestellt am 18. 11. 2001 12:51


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Rei
Manchmal gelesener Autor
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ACHTUNG, IRONSIDE BESTEHT AUS MEHREREN EPISODEN UND KURZGESCHICHTEN, DIE ICH KAPITELWEISE INS NETZ STELLEN WERDE. ICH HOFFE AUF VIELE LESER UND AUCH VIELE KOMMENTARE.


1, Entf├╝hrung

Eigentlich h├Ątte das alles ein ganz normaler Tag werden sollen. Eigentlich. Aber ein Eigentlich zieht immer ein Uneigentlich hinter sich her.

Und Lucys Uneigentlich war eine total verr├╝ckte Sache: Sie wurde entf├╝hrt.

Nichtsahnend stand sie in der K├╝che, halb im K├╝hlschrank verschwunden und naschte heimlich an einem Kuchen, als die T├╝r hinter ihr krachend aus dem Rahmen brach und polternd auf den Boden fiel. Lucy erschrak heftig und fuhr herum, sah aber vor lauter Staub nicht viel. Aber da kamen auch schon zwei Gestalten in gr├╝nen Tarnanz├╝gen mit dunklen Brillen und Stahlhelmen in die K├╝che gest├╝rmt, zielten mit kleinen Pistolen quer durch die K├╝che und packten Lucy dann unsanft an den Armen. Sie zogen sie hinter sich her, und Lucy war viel zu perplex, um ├╝berhaupt in irgendeiner Weise reagieren zu k├Ânnen. Sie lie├č sich mitschleifen und dachte in diesem Moment eigentlich nur an die Worte ihres Vaters: ÔÇ×Irgendwann r├Ącht sich deine st├Ąndige Nascherei!ÔÇť
Aber musste das gleich so dramatisch sein?

Die zwei Gestalten sagten kein Wort, schleiften Lucy nur hinter sich her, die gerade dabei war, herauszufinden, ob sie nun in der Realit├Ąt war oder sich wieder in einem ihrer unz├Ąhligen Tagtr├Ąume verfangen hatte. Sie schleiften sie aus dem Haus in den Hintergarten, wo ein Raumschiff stand. Lucy fielen beinahe die Augen aus dem Kopf, auch wenn es auf den zweiten Blick kein Raumschiff, sondern ein kleiner Flieger war. Er war hellgrau und vielleicht drei Meter lang mit einer abgeflachten Nase. Auf jeder Seite waren zwei Fl├╝gelpaare hintereinander angebracht, die wie bei einem richtigen Vogel angelegt waren. An den Verbindungsstellen der Fl├╝gel mit dem Flieger ragten kleine Kanonen auf, die in drei L├Ąufe endeten: Drillingslaser. Das Cockpit war von einer Kuppel umgeben, dass dem Piloten einen gro├čartigen Gesamt├╝berblick gab. War man allerdings nicht schwindelfrei, konnte einem bei dem Anblick des Bodens direkt unter einem schon schlecht werden. An der Seite stand in kleinen Buchstaben etwas, aber Lucy konnte es nicht entziffern, sie war zu weit weg. Jedenfalls schleppten die beiden sie nun zu diesem Flieger und zu ihrem Schreck sah Lucy, dass dahinter noch mal so eine Maschine stand.
Der sch├Âne Garten, dachte sie, Dad wird ausflippen, wenn die hier was kaputt machen...

Einer der Soldaten lie├č sie los und lief auf den ersten Flieger zu. Die Kuppel ├Âffnete sich, und er stieg ein. Dann hatte der andere Lucy auch schon in den Flieger bef├Ârdert, auf einen kleinen Hintersitz, der nicht von Glas umgeben war, sondern schon von der Verkleidung des Fliegers versteckt wurde. Lucy wurde angeschnallt, dann nickten die beiden Soldaten sich zu und noch w├Ąhrend der andere den Kopf zur├╝ckzog, schlo├č sich die Kuppel um Lucy und ihren Piloten.
Lucy f├╝hlte sich unwohl und irgendwie kam ihr das alles zu real vor, um ihrer Fantasie entspringen zu k├Ânnen... Aber das hatte sie schon ├Âfter gedacht, wenn sie wieder einmal in einem ihrer Tagtr├Ąume festgehangen hatte und kaum noch wusste, was die wirkliche Lucy in der Realit├Ąt gerade trieb... Manchmal war es wirklich zum Auswachsen mit ihrer Fantasie, aber Lucy konnte sich gegen diese Tagtr├Ąume einfach nicht wehren. Sie kamen und gingen, wie es ihnen passte, auf ein Stichwort oder auf eine Geste. Sie waren einfach da und gingen erst wieder, wenn irgendetwas passiert war. In der Schule fiel sie regelm├Ą├čig mit dem Stuhl r├╝ckw├Ąrts um oder rannte mit dem Kopf gegen einen Laternenpfahl. Ja, schmerzhaft war das Erwachen schon immer gewesen... Aber jetzt f├╝hlte sie, dass der Soldat sie anfasste, sie f├╝hlte den rauhen Sitz unter ihrem Hintern und roch den angenehmen Geruch des Fliegers (Sie sah einen Duftbaum am Sitz des Piloten baumeln, Zitrone, guter Geschmack, der Mann). Es war nichts hier, was ihr Angst machen konnte. Na gut, diese Tatsache h├Ątte ihr vielleicht Angst machen sollen, aber sie war jetzt auf den Soldaten konzentriert, der ihren Arm nahm und etwas hineinsteckte. Eine Spritze, wie Lucy erkannte, leider zu sp├Ąt, um den Arm noch wegzuziehen. Sie f├╝hlte sich gleich ein wenig schwummerig und d├Âste vor sich hin.

Der Soldat nahm die Brille und den Helm ab. Es war ein junger Mann, blonde, kurze Haare und dunkle Augen. Ein kleines Mikrofon war an seinem Kehlkopf befestigt und in seinem Ohr steckte ein kleiner Knopf, der mit diesem Mikro verbunden war. Er blinzelte, und er benutzte dazu nicht seine sowieso nicht vorhandenen Augenlider: zwei silberne Scheiben schoben sich von jeweils rechts und links ├╝ber seine Augen und glitten dann wieder zur├╝ck. Alles ging furchtbar schnell, aber es war ihr nicht entgangen, so tranig sie auch gerade unterwegs war. Lucy wollte die Augen aufrei├čen, schreien, weglaufen, aber die Spritze tat seine Wirkung: Statt in voller Panik den Flieger auseinander zu nehmen, schlief sie sabbernd ein.






C Rei 03072001

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Michael Schmidt
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Macht Lust auf mehr, nur den Duftbaum fand ich etwas unpassend und altmodisch.

Auch den letzten Satz verstehe ich nicht, war wahrscheinlich flapsig humorvoll gemeint, w├Ąre aber meiner Meinung nach verbesserungsw├╝rdig.

Ad Astra,
Michael

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