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Leselupe.de > Science Fiction
IRONSIDE I Teil 3
Eingestellt am 20. 11. 2001 18:41


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Rei
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3, Der Grund eurer Existenz!

Der Typ schleifte sie in einen Fahrstuhl, dessen TĂŒren wie die ZimmertĂŒr zischend zur Seite glitten, und sie traten ein. Der Mann blökte einen Befehl, und der Fahrstuhl glitt leise surrend... ja, hinauf oder hinab? Lucy konnte es nicht sagen. Sie kannte solche FahrstĂŒhle, die gab es auf der Erde massenweise und waren so neu nun auch nicht mehr.
Mann, dachte sie, ich BIN auf der Erde, ich trÀume eben nur!
Und da glitten die TĂŒren des Fahrstuhls auch schon auf die Seite und Lucy blieb der Atem stehen: Vor ihr breitete sich eine schwarze Mondlandschaft aus, mit Kratern, dicken Gesteinsbrocken, die nutzlos in der Gegend herumlagen. Der Himmel war schwarz bis auf ein paar funkelnde Punkte, die alle ziemlich gleichmĂ€ĂŸig verteilt waren und unablĂ€ssig in verschiedenen Geschwindigkeiten blinkten. Aber da war noch etwas anderes: Lucy trat aus dem Fahrstuhl und befand sich unter einer Glaskuppel! Vor sich sah sie einen ganzen Gang aus Glas, der sie zu einer Art Kreuzung aus GlasgĂ€ngen fĂŒhrte. Und auf dieser Kreuzung war die Hölle los: weiß Gott wie viele hundert Menschen tummelten sich dort, riefen sich GrĂŒĂŸe zu, winkten oder liefen einfach nur stur durch die Masse und verschwanden in einem anderen Gang, der zu einer weiteren Kreuzung oder zu einem GebĂ€ude fĂŒhrte. Lucy drehte sich um und sah sich das GebĂ€ude an, aus dem sie gerade getreten war. Es war riesig, sie konnte kaum schĂ€tzen, wie hoch es war, aber sicherlich fĂŒnfzig Meter, wenn nicht mehr. Es war hell und trug die Bezeichnung „2A“ ĂŒber dem Fahrstuhl, dessen TĂŒren man kaum vom Rest des GebĂ€udes unterscheiden konnte.
„TRÖDEL NICHT!!“ brĂŒllte ihr der Mann direkt ins Ohr und Lucy lief ihm schleunigst hinterher. Auf der Kreuzung hatte sie alle Schwierigkeit, ihn nicht zu verlieren, aber nachdem er einen lauten Befehl geschrieen hatte, stand die gesamte Kreuzung still. Lucy rannte weiter hinter ihm her und wunderte sich in diesem Moment nicht einmal, dass alle anderen auf dieser Kreuzung auch diese Uniform trugen. Lucy schaute kurz zurĂŒck: auf der Kreuzung war wieder die Hölle los. Sie rannten die Glasröhre noch eine ganze Weile entlang, und Lucy kam langsam außer Atem, als ĂŒber sie ein Flieger donnerte. Lucy zog verschreckt den Kopf ein und sah den leuchtenden Triebwerken hinterher. Das war einer der Flieger gewesen, die sie hierher gebrachte hatte. Da war sie sich sicher. Das Donnern des Fliegers brachte das Glas zum Schwingen und verursachte ein komisches Kribbeln in ihrem Magen, fast so, als ob sie sich danach sehnte, auch so eine Maschine zu fliegen.

Er hatte von ihrer Mutter gesprochen, dachte sie unwillkĂŒrlich, und sie fragte sich, was ihre Mutter wohl hier getan hatte.

Plötzlich wurde sie unsanft am Arm gepackt und weitergezerrt. Sie bogen an einer weiteren Kreuzung rechts ab und kamen an ein anderes GebĂ€ude, das die Bezeichnung „5B“ trug und rund war. Die FahrstuhltĂŒren glitten gleich zur Seite, als sie sich nĂ€herten. Der Typ schubste Lucy unsanft hinein und bellte wieder einen Befehl. Wieder surrte der Fahrstuhl leise und schon glitten die TĂŒren zur Seite. Sie traten auf eine breite BrĂŒcke, und ĂŒber die gelangten sie auf einen Rundgang, der in einem beruhigenden, aber langweiligen grau gehalten war. Auf dem Boden lag kein Teppich, aber ihre Schritt hallten nicht durch das GebĂ€ude, als sie eilig weiterliefen. Sie kamen zu einer TĂŒr, die surrend zur Seite glitt. Sie betraten einen Raum, wo vielleicht zwanzig junge Menschen wie Lucy an Pulten saßen: in Uniform und mit einem Gesichtsausdruck, der nichts Gutes verhieß. Sie schienen Angst zu haben und verwirrt zu sein. Und Lucy war sich sicher, in diesem Moment nicht anders auszusehen.
„SETZEN!“ brĂŒllte der Mann und schubste Lucy zu einem freien Tisch und Stuhl und verschwand dann, nachdem er noch einen bösen Blick in die Runde geworfen hatte.

Lucy umfasste das Pult mit den HĂ€nden und atmete tief aus. Sie schloß kurz die Augen und als sie sie wieder öffnete, war sie daheim. Sie konnte es kaum fassen. Es war wirklich nur ein Traum gewe...

Nein, das Pult gehörte nicht zu ihr nach Hause, ebenso wenig wie die grummelnden und murmelnden Stimmen um sie herum. Sie wollte das alles ignorieren und kniff die Augen zusammen, hielt sich krĂ€ftig am Pult fest, aber sie wachte nicht auf. Sie WAR verdammt noch mal wach! Lucy ließ das Pult los und sackte in ihrem Stuhl zusammen, als sie von der Seite angesprochen wurde.
„Hey.“
Lucy sah das MĂ€dchen neben sich an. Es war eine Japanerin. Sie hatte ein hĂŒbsches Gesicht mit mandelförmigen Augen und wirkte zerbrechlich, fast wie Porzellan. Sie war viel zu klein fĂŒr die Uniform die sie trug und machte auch sonst ein unglĂŒckliches Gesicht und einen unglĂŒcklichen Eindruck. Sie hatte sehr viel Angst und war den TrĂ€nen nahe. „Wo sind wir hier? Weißt du das? Und was sollen wir hier?“
Lucy beugte sich ein wenig zu ihr hinĂŒber. „Ich weiß es nicht. Ich habe genauso wenig Ahnung wie du, was ich hier mache.“ Sie lehnte sich wieder zurĂŒck, aber das MĂ€dchen schien keine Ruhe geben zu wollen.
„Ich bin Reika. Hi. Der Typ vorhin, der hat mich auch hergebracht. Der ist so gemein! Hier, sieh mal, das gibt sicherlich ein blauer Fleck!“ Sie krempelte das Tarnhemd am rechten Arm ein bisschen hoch und zeigte Lucy drei rote AbdrĂŒcke, wo der Kerl sie angepackt hatte, damit er sie herumschubsen konnte. „Mann, dabei krieg ich doch immer gleich blaue Flecken!“
Lucy sah kurz zu ihr herĂŒber. Was auch immer hier mit uns gemacht wird, sie wird es nicht ĂŒberleben, dachte sie und war im gleichen Moment ĂŒber ihren Gedanken entsetzt. Woher kam er? Sie hatte doch sonst auch nie so herzlos anderen gegenĂŒber gedacht. Jeder hatte bei ihr eine Chance gehabt, wieso nicht auch Reika? Sie hatte Angst, und Lucy wollte sie deswegen nicht verurteilen. Trotzdem hatte sie ein ungutes GefĂŒhl im Bauch, wenn sie die zierliche Japanerin ansah.

Die TĂŒr glitt auf und augenblicklich verstummte jegliches GesprĂ€ch. Jeder starrte auf die offene TĂŒr, aber niemand trat ein. Es dauerte noch mindestens zehn Sekunden, bis endlich jemand durch die TĂŒr trat. Es war der grobe Kerl, der sie scheinbar alle hierher gebracht hatte, und ein jĂŒngerer Mann, der ein kleines GerĂ€t mit Tasten in der Hand trug. Mit der anderen Hand fummelte er an dem Mikrofon herum, das Lucy schon bei diesem komischen Piloten gesehen hatte. Bei der Erinnerung an seine Augen, wurde ihr wieder ganz flau im Magen. Wo war sie hier nur hingeraten? Die TĂŒr glitt hinter ihnen zu. Sie traten vor die zwanzig Leute und sahen sich jeden einzelnen an, als ob sie alle Zeit der Welt hatten. Und jedes Mal las der JĂŒngere etwas von dem GerĂ€t ab. Die beiden MĂ€nner besprachen sich von Zeit zu Zeit kurz und nahmen dann einen anderen SchĂŒler ins Visier. Dann hatten sie alle durchgesehen und der jĂŒngere Mann nickte. Der grobe Kerl zeigte auf sechs der Leute, die ihm folgen sollten. Sie taten es ohne Widerworte und als die TĂŒr schloß, hatte Lucy ein ungutes GefĂŒhl. Wie bei der kleinen Japanerin neben ihr, die mit vor Angst geweiteten Augen Schutz in den Weiten ihrer Uniform suchte.
„Ich bin Kanthal Anwah.“ Sagte der junge Mann mit fester Stimme. Er sah jeden einzelnen der vierzehn Leute an. Lucy schĂ€tzte ihn auf Anfang dreißig. Er hatte dunkle, kurze Haare und seine Augen blitzten beim Sprechen fast spitzbĂŒbisch auf. Lucy fand ihn auf Anhieb sympathisch. „Und ich bin euer Ausbilder hier auf STAR1.“ Wieder warf er einen Blick in die Runde. „Ihr werdet euch sicherlich fragen, was ihr hier sollt.“ Zustimmendes Grummeln ging durch die Reihen. „Gut.“ Kanthal lehnte sich an die Wand und sagte: „Ihr habt alle etwas gemeinsam. Und zwar wuchs jeder von euch nur mit einem Elternteil auf, sei es nun Vater oder Mutter. Der andere Teil, der euch gefehlt hat, war hier. Eure vermissten MĂŒtter und VĂ€ter, von denen sie euch erzĂ€hlt haben, sie wĂ€ren tot oder abgehauen. Sie waren oder sind alle hier.“
Ein erstauntes Raunen ging durch die Gruppe, als Kanthal sich von der Wand löste und vor der Klasse auf und ab ging. „Sie wurden hier ausgebildet und ĂŒbernahmen wichtige oder weniger wichtige Posten. Aber sie waren dazu auserwĂ€hlt, auf der Erde Nachkommen zu schaffen: Euch!“ Er machte eine kurze Pause. „Und nun seid ihr hier, damit ihr die Ausbildung bekommt, die euch schon bei eurer Geburt zugedacht war. Ihr existiert nur aus dem Grund, weil das Zuchtprogramm es so vorgesehen hat!“
Lucy traute ihren Ohren nicht. Zuchtprogramm? Sie wollte aufspringen und diesem unverschĂ€mten Kerl eine reinhauen. Ihre Eltern waren verheiratet gewesen, sie hatten sich geliebt! Aber ein Instinkt sagte ihr, das lieber doch nicht zu tun. Und so saß sie da und ließ das Unglaubliche auf sich wirken. Zuchtprogramm!

C Rei 07072001

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Michael Schmidt
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Schade, ich hatte ein Parallelwelt-Abenteuer erwartet, bin aber trotzdem gespannt, wie es weiter geht.

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