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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ich bin ja nur ein Hund
Eingestellt am 27. 06. 2006 09:41


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MĂ€rchentante
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Ich bin ja nur ein Hund
von Dagmar Buschhauer


Hier lieg ich nun und warte auf den Tod. Ich bin ja nur ein Hund. Gleich wird er da sein, der Mann mit der Spritze. Was hab ich nur getan? Niemand ist da, der mir hilft. So gerne wĂŒrde ich noch leben, bin doch noch so jung.

Tag und Nacht musste ich draußen verbringen, eingesperrt in ein viel zu kleines Gehege mit einer noch kleineren HĂŒtte. In eisiger KĂ€lte hielt ich die Wacht, wie hab ich gefroren in so mancher Winternacht. Mein Mensch machte sich keinen Gedanken. Vom wegen, ich habe ein dickes Fell, bin es gewohnt, draußen allein und einsam zu sein. Auch ich habe GefĂŒhle und Empfindungen, ich bin ein Lebewesen! Warum sind Menschen nur so grausam?

Ich werde behandelt wie Dreck, bin oft einfach unsichtbar fĂŒr sie, werde an die Seite geschubst, angebrĂŒllt und zurechtgewiesen. UnterwĂŒrfig muss ich sein, kriecherisch, sonst setzt es Fußtritte und GebrĂŒll, dass ich mich fĂŒrchte. Manch schmerzvollen Tritt bekam ich in die HĂŒften. SpĂ€ter hieß es, der Köter ist ein KrĂŒppel. Warum denn wohl? Mein Mensch hat mich dazu gemacht.

Wie sehnte ich mich nach ein wenig Aufmerksamkeit, nach ein ganz bisschen Streicheln, einem guten Wort. Ich war immer nur der alte Benno, der stĂ€ndig im Weg lag. Ich sollte eigentlich unsichtbar sein, und doch stets prĂ€sent. Als meine kleine Freundin Luzie auf den Hof kam, war es ganz aus. Die Kleine kann ja nichts dafĂŒr, doch ich litt noch mehr als je zuvor. Von nun an kĂŒmmerten sich alle nur noch um sie und der alte Benno war ganz abgeschrieben.

Gleich werden sie die Kleine ins Haus holen, damit sie mein Elend nicht mitbekommt, wenn ich mich ganz allein zum Sterben hinlegen muss. Mein Leben lang musste ich mich von den Resten ernĂ€hren, die mein Mensch ĂŒbrig ließ. Nun habe ich große Verdauungsprobleme und mein Tierarzt weiß mittlerweile nicht mehr weiter, nur eine Operation könnte mein Leben retten. Meine Menschen aber fliegen lieber jedes Jahr nach Spanien wenn es hier kalt ist. FĂŒr mich lohnt es sich nicht Geld auszugeben, ich bin ja nur ein Hund.

Oh Gott, es ist soweit. Gibt es auch ein Paradies fĂŒr uns Tiere? Ich hoffe es instĂ€ndig wĂ€hrend meine Seele himmelwĂ€rts fliegt. Ich bin erlöst.

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Rumpelsstilzchen
Foren-Redakteur
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Grauselig.
Entschuldigung, wenn ich das so ohne jede RĂŒcksicht auf Political Correctness schreibe. Nur damit Du jetzt nicht gleich aufschreist: die zwei Hunde und der Kater in unserem Haushalt sind allesamt aus Tierheim oder Wildnis gerettet. Deinem Anliegen gewĂ€hre ich gewiss alle Ehre, die ihm gebĂŒhrt.

Aber diese Geschichte!
Brrrr.
Einfach nur ein einziger endlos aufragender Zeigefinger, auf dem, wie unförmige Ringe, ein Klischee hinter dem anderen steckt.

Wer sollte so etwas (außer aus lauter Anstand) lesen mögen?

So auf den Hund gekommen, ist er lieber dem Kater nachgegangen

__________________
Ich glaube
an das Gesetz
der kritischen Masse

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MĂ€rchentante
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2002

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Hallo Rumpelstilzchen,

dies ist eine Geschichte, die ich selbst miterlebt habe. Wenn man mal mit offenen Augen durch einige Dörfer geht sieht man, dass das kein Einzelfall ist. Von unseren 18 Hunden in der Umgebung geht es nur dreien gut, alle anderen hĂ€ngen Tag und Nacht nur in armseligen Zwingern rum. Diese Geschichte habe ich auch geschrieben, weil ich darĂŒber todtraurig bin. Außerdem sollte sie wachrĂŒtteln und zum Nachdenken anregen, dies ist mir ja offensichtlich gelungen. Ich will ja nicht damit alle Tierbesitzer anklagen, sondern nur diejenigen, die ihre Tiere so mies behandeln. Haben selbst einen Hund, den wir alle lieben.

Schönen Tag noch
MĂ€rchentante

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Liebe MĂ€rchentante, ich glaube Dir gern die Ernsthaftigkeit Deiner Botschaft. Aber die Leute, die Du mit der Geschichte ansprechen willst, die erreichst Du so bestimmt nicht.

ErzÀhle lieber aus der Sicht eines entsetzten und betroffenen Menschen, der (vielleicht bei einem Besuch auf dem Dorf) mit diesem Elend konfrontiert wird. Einem Hund kauft nÀmlich kein Leser solche Gedanken ab.

quote:
In eisiger KĂ€lte hielt ich die Wacht, wie hab ich gefroren in so mancher Winternacht.
... auch noch reimen kann er. Es kann doch nicht in Deinem Sinn sein, dass man beim Lesen in sich hineingrinst.

Lieben Gruß
Zefira





__________________
schmollfisch

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Ully
???
Registriert: Jan 2006

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@ Zefira

Nein! Reimen kann der Hund bestimmt nicht. Das ist nur Zufall, dass Wacht + Winternacht hintereinander folgen. Oder findest Du im Text noch andere "Reime"?

Warum kann man TierquĂ€lerei nicht mal in der hier gefassten Form ausdrĂŒcken. Es gibt zig Filme, Naturberichte, Geschichten, die alle aus der Sicht eines Tieres gestaltet sind.

Hier liegt ein Hund im Sterben der sein Leben Revue passieren lĂ€ĂŸt. Ein Mensch auf dem Sterbebett macht das sicher auch.

MĂ€rchentante hat ihre Betroffenheit eben aus der Sicht des Hundes sprechen lassen.

Und Brrrrr finde ich die Geschichte ganz und gar nicht, Rumpel!

In dem Sinne U.
__________________

© by Ulla Magonz

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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quote:
Hier liegt ein Hund im Sterben der sein Leben Revue passieren lĂ€ĂŸt. Ein Mensch auf dem Sterbebett macht das sicher auch

Genau da hakt es bei mir.

Ein Hund, der im Sterben liegt, kann nicht wissen, dass da gleich einer mit der Spritze kommt, er kann auch nicht wissen, dass eine Operation ihm helfen könnte, er hat dazu weder das Wissen noch das Vokabular.

Wer eine wirklichkeitsnahe Tiergeschichte erzĂ€hlen will, der sollte sich auch an die RealitĂ€t eines Tieres halten. Oder gleich auf eine mehr symbolistische Ebene gehen. So sitzt der Text zwischen allen StĂŒhlen.

Ist meine Meinung; jedem die seine.

Tierliebe GrĂŒĂŸe
Zefira
__________________
schmollfisch

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